von Karl Juergen Hepke

zinninsel

 

 

 

Der Weg zu den Zinninseln (16a)

von Karl Juergen Hepke

Die Westkuesten Europas waren fuer die Laender des Mittelmeerraums seit aeltesten Zeiten aus zwei Gruenden interessant.

1. Hier befanden sich reiche Lagerstaetten des zur Bronzeherstellung unbedingt erforderlichen Zinns

2. Weiter im Norden befanden sich die Bernsteinkuesten, die das im Mittelmeerraum sehr geschaetzte Schmuckmaterial lieferten.

Die seefahrenden Voelker. die nach dem Untergang des atlantischen Reiches um 1250 v. Chr. an diesen Schaetzen interessiert waren, sind in der zeitlichen Reihenfolge ihrer Aktivitaeten: Die Phoenizier, die Griechen und die Karthager, die man auch Punier nennt.

Die Phoenizier gruendeten nach dem Untergang von Tharsis in der Katastrophe von 1250 v. Chr. um 1100 v. Chr. eine eigene Handelsstation, genannt Gades, vor der geschwaechten Stadt, um den fuer sie wichtigen Metallhandel in eigene Haende zu nehmen. Wie es ihre Art war , haben sie keinerlei schriftliche Zeugnisse ueber ihre Aktivitaeten in dieser Region hinterlassen.

Archaeologische Zeugnisse gibt es bisher nur von ihren Niederlassungen in Iberien . In neuerer Zeit wurden einige versunkene Schiffe mit Handelswaren vor der iberischen Kueste und auf Madeira gefunden, die man den Phoeniziern zuschreibt, deren Bergung und Restaurierung aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Vor der Kueste der Vendee, bei Yard sur Mer ist eine durch das Meer zerstoerte Stadt bekannt, die den Phoeniziern zugeschrieben wird, die aber auch schon aus atlantischer Zeit stammen kann. Eine grosse Anzahl von Dolmen und Menhiren in ihrem Hinterland deutet mehr in diese Zeit.

Nach dem Ausfall der Zinnversorgung durch Tharsis und dem Zerfall des atlantischen Reiches, in dessen Verlauf sich die Griechen voellig mit den Phoeniziern ueberwarfen und keine Chance hatten, als Konkurrent und moeglicher Feind durch sie mit Metallrohstoffen beliefert zu werden, lag die griechische Produktion von Metallerzeugnissen praktisch lahm. So war es naheliegend fuer die seefahrenden Griechen, zu versuchen, die Zinninseln oder Kassiteriden, von denen aus atlantischer Zeit noch bekannt war, dass sie im Norden hinter den "Saeulen des Herkules" lagen, zu erreichen.

Bei den "Griechen" die diese Erkundungsreisen betrieben, die auch mit der Gruendung von Niederlassungen im westlichen Mittelmeer verbunden waren, handelte es sich vorwiegend um Einwohner der Stadt Phokaia an der Kueste Vorderasiens. Man koennte, auf Grund ihrer Vorliebe fuer das westliche Mittelmeer, in ihnen keine echten "Griechen", sondern nach hierher im Zuge der Wanderung der Seevoelker verschlagene Atlanter sehen, die sich nach und nach wieder in Richtung Westen bewegten. Auch der Name ihrer Stadt erinnert sehr stark an Phoiniken und Phaeaken, also Voelker, die urspruenglich im Westen angesiedelt waren.

Wie dem auch sei , in Griechenland sah man in ihnen Griechen und beschrieb ihre Reisen entsprechend. Herodot berichtet, dass der Koenig von Tartessos die Phokaeer um Unterstuetzung gegen die Karthager gebeten hat. Man kann daraus sehen, dass die Phokaeer zumindest bis Tartessos und vielleicht noch darueber hinaus zu den westiberischen Zinnhandelsplaetzen gelangt sind. Ihre Gruendung Mainake (Torre del Mar oestlich von Malaga) an der suediberischen Kueste zeugt von den guten Beziehungen der Phokaeer zu Tartessos.

Rufus Festus Avienus, ein roemischer Dichter des 4. Jahrhdts, verwendet einen Bericht eines "griechischen" Seefahrers aus Massalia ( Marseille, eine Stadtgruendung der Phokaeer) aus dem 6. Jahrhdt. v. Chr. in dem ausgesagt wird, dass die Bewohner von Tartessos regelmaessige Fahrten zu den Kassiteriden und den Oestrymniden (Zinnhandelsplaetze an der Westkueste Iberiens) unternahmen. Er gibt auch eine Beschreibung der britischen Inseln in der er aussagt: Von Britannien (wohl Bretagne) braucht ein Schiff zwei Sonnen um die "Heilige Insel" (Irland) zu erreichen, wie sie von den Alten genannt wurde. Auf ihr wohnt in Wohlstand das Volk der Hiberner (Hibernia=Irland). Unweit von ihr erstreckt sich die Insel der Albioner (Albion=England).

Der bekannteste und beruehmteste Reisebericht des Altertums stammt aber von Pytheas, einem Astronomen und Geographen ebenfalls aus Massalia . Er praegte lange Zeit die Auseinandersetzungen um das Wissen der alten Welt von die Kuesten noerdlich von Iberien. Man nimmt heute an, dass sein Reise zwischen 330 und 310 v. Chr. stattgefunden hat. Die Veroeffentlichung seines Reiseberichts muss vor 309 v. Chr. erfolgt sein, da das Werk des Dikaiarchos von Messene bereits eine Kritik an Pytheas Angaben enthaelt. Ausserdem haben sich Timaios von Tauromenion, Polybios, Diodorus von Sizilien, Plinius der Aeltere, Eratosthenes und Strabo kritisch mit dem Werk des Pytheas auseinandergesetzt, ihn teilweise dabei anerkannt und teilweise auch als Luegner bezeichnet. (Hans Mette, Berlin hat 1952 alle Fragmente hierzu veroeffentlicht und kommentiert.)

Pytheas war anerkannter Astronom und Mathematiker und seine erstaunlich genauen Bestimmungen von Entfernungen und Groesse der bereisten Laender zeigen heute, dass er diese Reise wirklich selbst unternommen hat. Bei seinen Zeitgenossen stiess er auf Unverstaendnis, weil es keine vergleichbaren Daten aus anderen Quellen gab und von den Kritikern keiner bereit und in der Lage war, die Daten des Pytheas selbst nachzupruefen.

Auf Grund der nur fragmentarischen Ueberlieferung des Reiseberichts des Pytheas sind Groesse und Anzahl der Schiffe, die fuer die Reise benutzt wurden , unbekannt. Es ist aber auf Grund des erfolgreichen Abschlusses der Reise anzunehmen, dass Schiffe ausreichender Groesse und guter Besegelung und mehr als nur ein Schiff benutzt wurden.

Ebenfalls unklar ist, wie die durch Karthago stark kontrollierten Kuesten Suediberiens zu dieser Zeit von griechischen Schiffen ueberwunden werden konnten. Es werden zwar Angaben zu Reisezeiten entlang der Westkueste Iberiens gemacht, dies koennen aber spaetere Hinzufuegungen der Bearbeiter oder bewusste Fehlinformationen durch Pytheas sein.

Denn auf Grund der Kenntnisse des Pytheas und des Starts von Massalia aus ist es wahrscheinlich, dass er die alte, geheimgehaltene Route aus atlantischer Zeit durch Suedwestfrankreich und dann die Garonne abwaerts benutzte, die den Karthagern nicht bekannt war und die Pytheas selbstverstaendlich in seinem Bericht nicht verriet.

Zwei Wochen nachdem er Massalia verlassen hatte erreichte er jedenfalls den Ozean und segelte nach Norden. Im Bericht des Timaios von Tauromenion , der sich auf den Bericht des Pytheas stuetzt, werden die Muendungsgebiete von Garonne und Loire erwaehnt und so ist anzunehmen, dass er entlang der gallischen Kueste segelte bis er die britischen Inseln erreichte. Auf der Fahrt lernten die Griechen die im Mittelmeer unbekannte Erscheinung von Ebbe und Flut kennen. Sie wurde von Pytheas als erstem Griechen als vom Mond abhaengig erkannt. Fuer den Tidenhub lieferte Pytheas sogar exakte, gemessene Zahlen.

Die Griechen erreichten Lands End, die aeusserste Westspitze Cornwalls, die in der Antike Kap Belerion genannt wurde. Hier trafen sie auf die Bewohner des zinnreichen Landes, die zu dieser Zeit ihr Zinn ausschliesslich an punische Schiffe verkauften. Anschliessend brach man zur Umsegelung der Insel der Albionen (Grossbritannien) auf.

Ueber Diodorus von Sizilien sind Einzelheiten ueber die Beschaffenheit der Insel ueberliefert, von denen man annimt, dass sie aus dem Bericht des Pytheas stammen. Albion wird als Dreieck beschrieben mit Kap Belerion im Suedwesten, Kantion (Kent) im Suedosten und Kap Orkas im Norden. Auch die Entfernungen der drei Punkte wurden annaehernd richtig angegeben. Als Haupthandelsplatz fuer den Zinnhandel mit dem Kontinent wird die Insel Iktis genannt, unter der manche die der Suedkueste vorgelagerte Isle of Wight sehen.

Auf der Fahrt nach Norden durch die Gewaesser, die Grossbritannien von Irland trennen, wurde mehrfach die grosse gruene Insel im Westen gesichtet und ihre geographische Lage mit grosser Genauigkeit bestimmt. Dies geht aus dem Werk des Erasthenes von Kyrene (3. Jahrhdt. v. Chr.)hervor das nach allgemeiner Ansicht auf dem Bericht von Pytheas aufbaut.

Eine Landung in Irland scheint nicht stattgefunden zu haben, da Irland in den aus alter Zeit stammenden Graeuelgeschichten, die Fremde vom Besuch der Zinn- und Goldinseln abhalten sollten, als Land der Kopfjaeger verschrien war. Dagegen soll Pytheas nach Strabo "ganz Britannien durchwandert haben", was glaubhaft erscheint, da er ueberall Informationen sammelte, die er in seinem Bericht verwenden konnte.

Diodorus von Sizilien hat etliche dieser wahrscheinlich von Pytheas ermittelten Details ueberliefert.. Danach ist die Insel der Albionen (England) dreieckig wie Sizilien, aber mit ungleichen Seiten. Sie erstreckt sich im Verhaeltnis zur europaeischen Kueste in schiefer Richtung. Das dem Festland am naechsten liegende Vorgebirge heisst Kantion und ist 100 Stadien vom Festland entfernt.

Das zweite Vorgebirge, Belerion, ist vier Tagfahrten vom Festland entfernt und das dritte erstreckt sich in den Ozean hinaus. Die Seitenlaengen des Inseldreiecks betragen 7500 Stadien, 15000 Stadien und 20000 Stadien, sodass die ganze Insel einen Umfang von 42500 Stadien hat. Die Nordspitze Schottlands ist nach den Berechnungen von Pytheas 1700 Km von Marseille entfernt und ist mit einer Abweichung von nur 100 Km damit erstaunlich genau berechnet.

Die Einwohner sind Ureingeborene und haben noch alte Sitten beibehalten. Im Krieg verwenden sie noch Streitwagen wie die Griechen vor Troja. Die Haeuser bestehen vorwiegend aus Holz und Rohr. Das Getreide wird so geerntet, dass die Aehren abgeschnitten und gelagert werden. Der Tagesbedarf wird aus den Aehren herausgerupft. Die Sitten sind einfach und weit entfernt von der Verschlagenheit und Verderbtheit der Sitten im Mittelmeerraum. Die Bevoelkerung ist zahlreich, das Klima kalt. Koenige und Machthaber gibt es viele aber untereinander leben sie meist in Frieden. Archaeologische Funde aus dieser Zeit haben alle diese Angaben bestaetigt.

Nach Plinius dem Aelteren sind die Seefahrer dann noch ueber Britannien hinaus ins Meer vor Schottland vorgedrungen. Dort trafen sie auf hohen Seegang und Wellen bis 80 Ellen Hoehe. Bei der roemischen Elle von 50 cm waeren dies 40 m . Dies erscheint doch etwas hoch gegriffen, aber Seefahrer aller Zeiten hatten Probleme beim Schaetzen von Wellenhoehen in einem aufgewuehlten Meer. Eine Welle von 40 m Hoehe wird heute zu den "Monsterwellen" gerechnet, die sogar groesseren Schiffen gefaehrlich werden kann. Dass sie vorkommen kann, wird heute nicht mehr bestritten. Auch in dieser Hinsicht war also der Bericht des Pytheas erstaunlich genau.

Von der letzten besuchten Insel Berrike segelten die Griechen nach Wetterberuhigung direkt in Richtung Norden um zur Insel Thule zu gelangen, von der die Einwohner Schottlands berichtet hatten. Auf dieser Insel sollte der Sonnenwendekreis mit dem Baerenkreis uebereinstimmen. Die Reisenden waren erstaunt, dass die Sommertage, je weiter sie nach Norden kamen immer laenger wurden. Dabei regnete es fast immer.

Sie befanden sich offenbar in einem ausgedehnten Tiefdruckgebiet ohne Sicht auf Sonne und Sterne und damit ohne Chance auf eine genaue Bestimmung ihrer Position. Nach sechs Tagen Fahrt erreichten sie ein Land, unter dem man heute Norwegen sieht. Die stetigen Westwinde und der Golfstrom hatten die angestrebte Nordrichtung in eine Nordostrichtung verwandelt. Dichter Nebel, den die Griechen nicht kannten und als "Meerlunge, nicht Wasser nicht Luft" bezeichneten, empfing sie hier.

Die Bienen, die in diesem Lande lebten und den Honig fuer den "Hydromeli", Wassermet, "dem Getraenk der Goetter", lieferten, sprechen jedenfalls fuer Suednorwegen und nicht fuer Island, auf dem es heute keine Bienen gibt, und das einige unter "Thule" verstanden haben wollen.

Weil gleich hinter Thule das "gefrorene Meer "beginnen sollte und moeglicherweise durch die grosse Anzahl von Walen in diesen Gewaessern beunruhigt, die den Griechen als Seeungeheuer erschienen, beschloss die Mannschaft, den Vorstoss nach Norden zu beenden und den Bug nach Sueden zu wenden.

Nach Strabo, der dies wieder von Timaios abgeschrieben hat, sind sie den noerdlichen Kuesten gefolgt und bis nach Skythien und den Fluss Tanais vorgedrungen. Unter Skythien ist wohl das norddeutsche Flachland und unter Tanais die Elbmuendung oder die "Muendung" der Ostsee mit den drei "Armen" Grosser Belt, Kleiner Belt und Sund zu sehen. Skythien reichte fuer die Gelehrten der Antike von den Steppen Suedrusslands bis an den Ozean und entsprach hier dem Nordeuropaeischem Flachland.

Ob Pytheas auch die Gewaesser der Ostsee bereist hat, ist ungeklaert. Wahrscheinlich wurde er nur von den "Guionen" , unter denen man die Goten vermutet, ueber ihr "maechtiges Muendungsgebiet" informiert. Auch die Insel "Abalon", die auch "Basileia" ( griechisch "die Koenigsinsel") genannt wurde und nahe an einer Bernsteinkueste lag, koennte sowohl Bornholm wie auch Helgoland sein, da sie nur eine Tagesreise entfernt "gegenueber von Skythien" mitten im Ozean liege.

Neueren Untersuchungen zu Folge ist wahrscheinlich aber Helgoland gemeint, das durch seine Kupfer- und Bernsteinvorkommen und seinen imposanten roten Felsen mitten im Meer eine besondere Rolle in der atlantischen Bronzezeit spielte und als "heilige Insel" galt.

Nach Polybios ist Pytheas "vom Fluss Tanais" laengs der Kuesten Westeuropas "ueber Gades "nach Massalia zurueckgekehrt. Dies erscheint wegen der karthagischen Sperrung der Kuesten Iberiens wieder unwahrscheinlich und wahrscheinlicher ist der geheime und Polybios nicht bekannte Weg ueber die Garonne und die noerdliche Kueste des Tyrrhenischen Meers nach Massalia.

Der Bericht des Pytheas stellte fuer die Zeit, in der er entstand, eine echte Sensation dar. Kein Seefahrer vor ihm hatte bisher derart detailreich ueber die Kuesten des Nordatlantiks und seiner Nebenmeere berichtet. Viele, die man heute als Wissenschaftler bezeichnen wuerde, zweifelten den Wahrheitsgehalt des Berichtes an. Dies verstaerkte sich noch in der Folgezeit, in der das roemische Reich die Tradition der Atlantikfahrt durch Vernichtung der seefahrenden Voelker der Griechen, Phoenizier und Karthager zum Erliegen brachte. In der Anfangszeit des roemischen Reiches war nichts mehr bekannt von den Kuesten und den Seewegen des Atlantiks. Dies aenderte sich erst, als Caesar und spaeter die roemischen Kaiser Gallien , Britannien und Germanien erobern wollten. Eine ausgedehnte Seefahrt entlang den atlantischen Kuesten gab es erst viel spaeter, zur Zeit der Wikinger wieder.

Pytheas, der Astronom aus Massalia wurde bald von den Geographen der Antike als Fabeldichter verschrien, da sein Bericht einzigartig war und durch keine weiteren Berichte bestaetigt wurde. Er waere voellig in Vergessenheit geraten, wenn nicht die kritische und teilweise abwertende Beurteilung der Nachwelt ihn nicht, zumindest in Teilstuecken, ueberliefert haette.

Aus der Zeit, als Karthago die Seeherrschaft um 500. v. Chr. im westlichen Mittelmeer uebernahm , stammt der zweite, laengst nicht so detailreiche Bericht , von der Fahrt zu den Zinninseln. Auch er wurde indirekt ueber Griechen und Roemer der Nachwelt uebermittelt.

Plinius der Aeltere und Avienus berichten von einer Erkundungsfahrt des Karthagers Himilkon, die um 480 v. Chr. stattgefunden haben muss. Sie benutzten dabei beide eine griechische Uebersetzung des karthagischen Berichtes, der in der Bibliothek des Koenigs von Mauretanien die Vernichtung aller karthagischen Kulturzeugnisse durch die Roemer ueberlebte. Das Original ist heute verschollen.

Nachdem Himilkon die Saeulen des Herkules hinter sich gelassen und eine Zwischenlandung in Gades gemacht hatte, segelte er nach Norden. Vor den Kuesten Galliens traf er auf Windstille und spiegelglatte See, die dort im Sommer heute noch haeufig vorkommt. Da er sich offenbar aus Unkenntnis der Verhaeltnisse zu nahe an der Kueste bewegte, hatte er mit Algenfeldern in den ausgedehnten Flachwassergebieten zwischen den Pyrenaeen und der armorikanischen Steilkueste zu kaempfen. Zusaetzlich erschreckten hier in dieser Zeit noch haeufig vorkommende Wale die Schiffsmannschaften.

Aus diesen Details kann man schliessen, dass Himilkon ueber keinerlei Informationen ueber den Seeweg von griechischer oder phoenizischer Seite verfuegte und selbst diese Erfahrungen fuer die karthagische Schiffahrt sammeln musste. Dies war sicher auch der Zweck der Reise.

Er erreichte schliesslich die armorikanischen und britischen Zinninseln mit ihren Reichtuemern an Zinn, Blei und Gold. Angaben ueber die Bevoelkerungsdichte auf den Inseln, die archaeologisch bestaetigt wurden, koennen als Beweis dienen, dass er tatsaechlich dort war.

Sonst ist der Bericht des Avienus eher duerftig. Himilkon hat sicher nur das fuer die Fahrt zu den Inseln Wichtigste berichtet. Immerhin erreichte seine Reise das Ziel, den Weg zu den Zinninseln fuer die punischen Schiffe zu erkunden und auf moeglicherweise auftretende Erschwernisse und Probleme hinzuweisen.

Mit der echten Forschungsreise des Pytheas kann sich die zweckorientierte Erkundungsfahrt des Himilkon , die viel bekannter ist und in das allgemeine Geschichtswissen einging, allerdings kaum messen.

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