Die Wanderung der Seevoelker und die indoiranische Wanderung

von Karl Juergen Hepke

Ausgeloest durch die kosmische Katastrophe von 1250 v. Chr. , durch die Zerstoerung von Staedten und Haeusern, die Vernichtung fruchtbaren Ackerlandes, die Klimaverschlechterung und den hierdurch verursachten Nahrungsmangel, und sicher nicht zuletzt durch den psychologischen Schock der Katastrophe, kam es zu einer Massenauswanderung der im atlantischen Raum siedelnden Ueberlebenden. Betroffen waren vor allem zuerst die am staerksten direkt geschaedigten Laender Iberien, Frankreich, Suedwestdeutschland, England und Irland. Spaeter, verursacht durch die Klimaverschlechterung, damit verbundenen Missernten und Hungersnoeten, folgten dann auch Bevoelkerungsteile der noerdlichen Laender Norddeutschland, Daenemark und, in geringerem Masse, der baltischen Laender. Dann, als die Wege gebahnt, die Routen gefunden worden waren und die ersten Berichte von der erfolgreichen Landnahme die hier noch lebenden Voelker des atlantischen Reiches ueber das Mittelmeer erreichten, erlagen dann auch grosse Teile dieser Voelker dem Sog des Auswanderungszug : Bewohner von Tyrrhenien, Sardinien und Korsika.

Die Zahl der Menschen, die sich nacheinander in einem etwa einhundert Jahre andauernden riesigen Zug nach Osten bewegten, duerfte weit ueber einer Million gelegen haben. Diese Annahme ist begruendet in der Aussage des aegyptischen Pharaos Ramses III, der ihre gegen ihn in der (auf 1180 v. Chr. datierten) Schlacht von Djahi antretenden Kriegerscharen auf Hunderttausende schaetzte , und auf die Tatsache, dass den heranflutenden Menschenmengen letzten Endes kein Land und kein Staat widerstehen konnte.

Nach der voelligen Zerstoerung der atlantischen Hauptstadt Tharsis, dem damit verbundenen ploetzlichen Wegfall der politischen, wirtschaftlichen, geistigen und kulturellen Zentrale und weitgehender Zerstoerung des ganzen Landes, verliessen die Ueberlebenden das Land und zogen nach Osten. Das Ziel vieler war Aegypten. Das Land, das sie von ihren Handelsbeziehungen dorthin kannten, in dem es keine Erdbeben und ploetzlichen Ueberflutungen und immer reichlich zu essen gab. Ausserdem war es , wie ihr verlorenes Paradies, von den Goettern gegruendet worden und galt wohl in gewisser Weise als Schwesterstaat.

In einer gewaltigen Wanderungsbewegung zogen sie zu Lande, auf Ochsengespannen ihre Habe und das Beutegut mitfuehrend, durch Europa. Der Weg des Hauptkontingents begann wahrscheinlich in ihren alten Versammlungs- und Kultstaetten im Sueden der Bretagne, fuehrte die Loire aufwaerts durch das Elsass in den suedwestdeutschen Raum. Dann die Donau abwaerts, um das Schwarze Meer herum, am Kaukasus und den Ufern des Kaspischen Meers entlang durch Armenien nach Kleinasien.

Hier ueberrannten sie das nur halbherzig Widerstand leistende, politisch geschwaechte Reich der Hethiter und wandten sich dann, vereint mit den Hethitern, gegen Aegypten .Aber selbst Aegypten , das in der Schlacht von Djahi nach eigenen Angaben noch siegreich war, musste Teile ihres Heeres aufnehmen und erlag zehn Jahre spaeter den auch danach einsickerten Volksscharen und den von ihnen sicher mit verursachten inneren Unruhen.

Einzelne Volksgruppen sonderten sich aber von Hauptstrom ab und gingen ihren eigenen Weg. So zogen die Dorer nach Griechenland. Auch in Mazedonien liess sich ein Teil nieder. Ebenso geschah es in den Bergen des noerdlichen Iran. Ein anderer Teil zog noerdlich der iranischen Berge weiter nach Osten und wandte sich dann, durch das heutige Afghanistan nach Suedosten ziehend , nach Indien. Doch fast ueberall auf dem Weg, liessen sich einige Volksgruppen, denen es dort gefiel, zumindestens fuer eine gewisse Zeit nieder. So ist es zu erklaeren, dass alle Gebiete, die von der Wanderung betroffen waren, anschliessend mehr oder weniger stark atlantisch besiedelt waren und den Stempel der Kultur von Atlantis trugen.

Unterstuetzt wurden die Wanderer, soweit moeglich, durch die starke Flotte der Atlanter, die durch ihre Stationierung im Mittelmeerraum weitgehend der atlantischen Katastrophe entgangen war.

"In den Hieroglyphen und Keilschrifttexten Aegyptens und Mesopotamiens tauchen die "Seevoelker", wie die Wanderer hier pauschal genannt wurden, unter merkwuerdigen Namen auf. Einige - Philister, Dardaner - sind leicht zu identifizieren. Andere - die Scherden und Schekelesch - haben vermutlich spaeter ihr Heim auf Sardinien und Sizilien aufgeschlagen "(41). Andere wieder - wie die Keschkesch und Irwen stammen moeglicherweise aus noerdlichen Laendern. Schon um 1190 verteidigte Ramses III die nordoestliche Grenze gegen eine Land- und Seeinvasion der Philister, Teukrer, Sikuler, Danuna und anderer. So verschieden die Kombinationen der Voelkernamen, so eindeutig ist - als Ausdruck einer grossen Voelkerwanderung - das Heranfluten immer neuer Wellen der Seevoelker. Die Seevoelker waren nicht die einzigen, die die stolze Position Aegyptens in der Welt des oestlichen Mittelmeers zerstoeren halfen , aber unter den vielen, die die Macht Aegyptens aushoehlten , waren sie ein gewichtiger Faktor.

Im Jahr 1180 waelzte sich eine neue Welle der Seevoelker heran, die zu Lande und zur See anrollten und mit den Aegyptern im 8. Regierungsjahr Ramses' III zusammenstiessen. Diesmal umfasste die Voelkerschar Philister, Teukrer, Sizilier, Danuna und Weschesch. Sie ueberrannten Anatolien, Kilikien, Cypern und Nordsyrien, liquidierten das Hethiterreich und schlugen ihr Lager irgendwo in der nordsyrischen Ebene auf, um die Kraefte zum Einfall in Aegypten zu sammeln. Die Seefahrer hatten Boote mit steil nach oben gekehrtem Bug und scharfem Rammsporn. Die zu Lande Wandernden zogen auf Ochsenkarren, die mit ihrem Hausrat beladen waren und von ihren Frauen und Kindern begleitet wurden. Ramses begegnete der Landoffensive in Djahi und der Seeoffensive in den >Flussmuendern< des Deltas."39)

 
Er hatte insofern Erfolg, als es den Seevoelkern nicht gelang, sofort und im Besitz der Macht in Aegypten einzudringen, und es ist wahrscheinlich, dass er den Zug der Wanderer nach der Schlacht von Djahi zur Umkehr bewegte. Dass Aegypten im Kernland unbeschaedigt davonkam, ist sicherlich aber zum grossen Teil auch auf die geschickten Verhandlungen des Pharaos mit den an sich Aegypten nicht unfreundlich gesinnten Voelkern, und seine dabei gezeigte Kompromissbereitschaft zurueckzufuehren. Schliesslich ueberliess er den Eindringlingen den aegyptischen Teil von Syrien und ganz Palaestina, einschliesslich der Staedte Tyrus und Sidon, und nahm darueber hinaus einen Teil der Menschen auf- vielleicht den, der unbedingt nach Aegypten wollte- und siedelte ihn im Delta als Schutztruppe mit staatlicher Versorgung an.

So kann man denn im aegyptischen Bericht ueber den Ausgang der Schlacht unter anderem lesen : "Gefangene" in grosser Zahl wurden nach Aegypten gebracht. > Ich siedelte sie an befestigten Orten an, in meinem Namen geknechtet. Ihre Kriegerabteilungen zaehlten nach Hunderttausenden Ich wies ihnen fuer jedes Jahr Anteile an Kleidung und Vorraeten aus den Schatz- und Kornkammern zu.<

Es ist anzunehmen, dass Ramses nur den Teil der Einlassbegehrenden aufnahm und seiner Streitmacht einverleibte, der gut geruestet und ausgebildet war. Es duerfte also ein Teil der atlantischen Kerntruppen gewesen sein . Diese Truppen hatten ausserdem den Vorzug, dass sie in einer Kultur aufgewachsen und erzogen waren, die der aegyptischen weitgehend entsprach. Es gab also daraus keine Eingliederungsprobleme.

Einige Seevoelker waren fern von Aegypten durch die Belagerung der achaeischen Staedte und die darauf folgenden Machtverschiebungen im mykenischen und aegaeischen Raum gebunden, andere kehrten mit Hilfe der Flotte in die alten Siedlungsgebiete im Westen zurueck. Wieder andere siedelten sich im Norden des Iran an, wo sie ein Land vorfanden, das ihrer Heimat Iberien in vielen Dingen entsprach. Als sie hier heimisch geworden waren verstaerkten sie das Reich der Urartaeer und das Reich von Man in ihrem atlantischen Volksanteil , gruendeten spaeter das Reich der Meder und Parsa und stellten schliesslich die grossen Koenige der Perser, welche die Welt des Ostens nach atlantischen Gesichtspunkten vollstaendig veraenderten, wie noch in einem besonderen Kapitel dargestellt werden wird.

Auch die Assyrer profitierten anfaenglich von der Einwanderungswelle. Mit Hilfe grosser Teile des atlantischen Kriegsheeres verstaerkten und modernisierten sie, wie wir noch sehen werden, ihr eigenes Heer und machten es so fuer eine gewisse Zeit zum maechtigsten und erfolgreichsten in der Region. Dann aber wurden sie der immer reichlicher stroemenden Einwanderungswelle nicht mehr Herr. Immer wieder mussten sich ihre Koenige mit den einwandenden "Aramaeern" herumschlagen , vergeudeten dabei viel Energie und wurden schliesslich das Opfer der durch die Einwanderer stark gewordenen Nachbarn Babylon und Persien.

"Die zu den Seevoelkern gezaehlten Philister und Teukrer siedelten sich in der Kuestenniederung Palaestinas an und brachten dem heimgesuchten Land eine sichtlich neue Kultur. Sie lebten in kleinen Stadtstaaten, jeder von einem atlantischem Sarens oder > Tyrannen < regiert. Sie hatten Theater und dem griechischen Megaron aehnliche Bauten. Der sich im Hochland langsam heranbildenden Macht der Israeliten waren sie in mindestens zwei Dingen ueberlegen: sie hatten Kampfwagen und Eisen. Sie versuchten sogar ein Eisenmonopol durchzusetzen, und sorgten dafuer, dass die Israeliten die Kunst, das neue Metall zu schmieden, nicht erlernten.

Ihr materieller und kultureller Vorsprung war in der Zeit der Richter betraechtlich; erst in den Tagen Sauls und Davids begann sich das Gleichgewicht zugunsten der Israeliten zu verschieben,"(41) weil die Kultur der Einwanderer ohne geistige Mitte allmaehlich verfiel, waehrend die der Israeliten, als neuem lernbegierigem Volk, laufend zunahm.

Die atlantischen Aramaeer gruendeten im heutigen Syrien in der Gegend um Damaskus, das spaeter dann die Hauptstadt des groessten aramaeischen Koenigreiches werden sollte, eine Reihe von kleineren Koenigreichen , die im Sueden bis nach Galilaea hineinreichten und teilweise bis in die Roemerzeit Bestand hatten.

Man kann aber davon ausgehen, dass von vornherein ein grosser Teil der Wanderer von Syrien aus weiter nach Osten zog , nach dem ebenfalls interessanten Mesopotamien. Hier stuerzten sie unter anderem die Herrschaft der Kassiten (1185) , eines Bergvolks iranischer Abstammung und atlantischer Fuehrungsschicht, das seit 1760 die Herrschaft in Babylon innehatte, und siedelten sich zum Teil um Babylon herum an. Auch das Gebiet von Assyrien wurde Einwanderungsland fuer grosse Volksscharen. Auf die Auswirkungen dieser Ansiedlungen im mesopotamischen und

persischen Raum werden wir in besonderen Kapiteln noch eingehen.

Ein anderer Teil jedoch zog weiter nach Osten, durchquerte den Sueden Persiens unter teilweise grossen Verlusten in den Wuesten und Trockentaelern Ostirans und erreichte das Industal. Auch die hier noch ansaessigen Reste der Induskultur mit den Staedten Harappa und Mohenjo -Daro , die inzwischen ueber 3000 Jahre alt waren, wurden ueberrannt . Die Einwohner wurden zum Teil vertrieben und das Land durch die Eroberer neu besiedelt.

Der groesste Teil aber zog weiter und vereinigte sich mit dem Zug, der den weiteren aber besseren Weg ueber die russischen Ebenen und Afghanistan gewaehlt hatte. Erst im Tal des Ganges, das im Charakter dem verlorenen Paradies in Iberiens Sueden Andalusien entspricht, hat die Wanderung ihr Ende. Hier wird ein grosser Teil der ehemaligen Atlanter sesshaft und errichtet wieder eine Hochkultur, in der sich in vielen Dingen die atlantische Tradition widerspiegelt.

In der Geschichte der Hindus ist diese Einwanderung von der fernen Insel im Westen heute noch lebendig. Auch in noch heute vorhandenen Besonderheiten der indischen Kultur spiegelt sich die atlantische Tradition wieder.

Hier sollen davon nur einige Beispiele gegeben werden:
Das Rind oder der Stier spielten eine grosse Rolle in Atlantis. In ihm wurde ein Gott verehrt. In Indien, als dem einzigen Land der Erde, ist das Rind heilig. Es darf nicht geschlachtet werden und geniesst unbegrenzte Vorrechte. Man kann darin auch den Dank der alten Atlanter an ihre treuen Begleiter auf der langen Wanderung von Europa her sehen. Ohne die Rinder , die Ernaehrungsbasis und Transportmittel zugleich auf dem Jahrzehnte dauernden Zug waren, waere dieser sicher nicht moeglich gewesen. Heute ist deshalb Indien das rinderreichste Land der Erde.

Das Kastenwesen in Indien ist ein Abbild der alten horizontalen Gliederung des atlantischen Staates. Die Gliederung reicht von der den Goettern nahen Oberschicht (in Atlantis Abkoemmlinge der Goetter, in Indien Bramahnen) ueber viele Zwischenschichten, die in Atlantis aus Priestern, Beamten, Kriegern, Handwerkern, Bauern, Haendlern bestanden , bis zu den untersten Erdenmenschen, die als Diener der anderen geschaffen wurden (siehe Platon Kritias). In Indien ist heute diese Schichtung neu gestaltet und den Gegebenheiten des Landes angepasst worden , aber das Prinzip ist erhalten.

Die Bevoelkerung Indiens ist ueberwiegend freundlich und nicht kriegerisch. Atlantis, und das mit ihm identische Land der Phaeaken in Homers Odyssee war im ganzen Mittelmeerraum beruehmt fuer seine Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft. Das atlantische Reich war ein Reich des Friedens, der Lebensfreude und des Wohlstands .Dies ist reichlich dokumentiert in der kulturellen Hinterlassenschaft Kretas und Etruriens . Die Bluetezeit des atlantischen Reiches von etwa 2000 bis 1250 v. Chr. ist nicht ohne Grund als das goldene Zeitalter in die Geschichte der Menschheit eingegangen.

Auch in Indien spielt die unbeschraenkte Freude am Leben eine grosse Rolle. Trotz ihrer Armut sind die Menschen zufrieden, freundlich und hilfsbereit. Sexualitaet und Freude am Sex sind etwas

natuerliches und werden gern und ohne jede Hemmung dargestellt und praktiziert. Auch Tharsis galt als die lebensfroheste Stadt im Altertum. Fruchtbarkeitskulte und der Wunsch nach Vermehrung hatten im kulturellen Leben aller Staaten mit atlantischer Tradition eine grosse Bedeutung.

Die Situation nach der Auswanderung der atlantischen Voelker aus Europa

Die Folge der Auswanderung des groessten Teils der kulturtragenden Bevoelkerungsteile aus den Kerngebieten des atlantischen Siedlungsraum war ein fast vollstaendiger Verfall der Kultur in diesem Gebiet. In das bis auf wenige Reste entvoelkerte Gebiet von Oesterreich, Westdeutschland, Frankreich, Iberien und der britischen Inseln wandern von Osten her in den Jahren ab 600 v. Chr. Volksgruppen ein, die man heute gewoenlich als "Kelten" bezeichnet.

Sie sind anfangs wahrscheinlich "ausgewilderte" Randgruppen der iranischen Stammgruppe, die durch die Atlanter von ihren Wohnsitzen vertrieben wurden. Moeglicherweise bestanden sie anfangs auch aus Resten der von den einwandernden Atlantern vertriebenen Induskultur. Sie breiteten sich in den nur noch sehr duenn besiedelten, von den Atlantern verlassenen Gebieten aus, uebernahmen die Megalithmonumente der Atlanter und gliederten sie in Ihre Religion, die urspruenglich eine Naturreligion war, ein. Mit ihnen kehrten auch Teile der atlantischen Voelker zurueck, die sich in ihnen geeignet erscheinenden Gebieten auf dem langen Weg niedergelassen hatten oder aus anderen Gruenden nicht mehr weiter ziehen wollten.

Nach der um 600 v. Chr. schnell einsetzenden Klimaverbesserung, die fuer viele Gebiete im Osten Duerreperioden brachte, erinnerten sich darueberhinaus viele an die alte, feuchte Heimat am Meer, in der es diese Probleme nicht gegeben hatte und kehrten dorthin zurueck.

Es ist sehr wahrscheinlich , dass die Kaste der Druiden , die im Volk der Kelten eine besondere Bedeutung gewinnt, urspruenglich aus im Lande gebliebenen oder mit ihnen zurueckkehrenden atlantischen Priestern bestand. Aus Priestern, die ihre Heiligtuemer nicht verlassen oder zu ihnen zurueckkehren wollten und einiges von dem Wissen der Atlanter in die keltische Zeit hinueberretteten.

Auf Grund ihres Wissens wurden sie mit der Ausbildung der Jugend der Oberschicht des Landes betraut. Die Tatsache, dass druidisches Wissen , wie im atlantischen Reich ueblich, nicht aufgezeichnet werden durfte, sondern nur muendlich an Auserwaehlte in Druidenschulen weitergegeben wurde, deutet darauf hin, dass man das Wissen dem "neuen Volk" der Kelten nicht generell uebergeben wollte, vielleicht deshalb , weil man es als noch nicht reif dafuer erachtete.

Dies und der mit der Zeit eintretende Mangel an Nachwuchs atlantischen Ursprungs, fuehrte dann zum Niedergang des druidischen Wissens, sodass hier keine gleichwertige kulturelle und religioese Basis gegen die mit den Roemern eindringenden neuen Ideen erhalten blieb. Die heilige Bedeutung, die von den Druiden den Misteln auf den Eichen gegeben wurde, koennte ein Hinweis darauf sein, dass sich die Kaste der Druiden als Fremdling auf dem Volkskoerper der Kelten fuehlte, wie die Mistel auf der Eiche.

Die noerdlichen Randgruppen der Atlanter, vor allem die im baltischen Raum ansaessigen, beteiligten sich nur in geringem Mass an der Auswanderung. Ihre Ernaehrungsbasis war weitgehend Fischfang und Jagd, sodass sie nicht wie ihre Ackerbau betreibenden suedlichen Nachbarn durch die Klimaverschlechterung getroffen wurden. Die Katastrophe selbst hatte sie sowieso kaum erreicht. Sie bildeten spaeter den Kern der sich wieder in Europa ausbreitenden Volksgruppen atlantischer Abstammung, wobei sie durch von Osten her zurueckkehrende Gruppen von "Skythen" Verstaerkung erhielten.

Da es sich aber nur um Randgruppen handelte, waren sie nur unzureichend in der atlantischen Kultur zu Hause. Sie waren deshalb nicht in der Lage, der von den Roemern importierten Kultur und der Religion des Christentums etwas gleichwertiges entgegenzusetzen. Interessant ist in diesem Zusammenhang noch, dass der nicht von Roemern besetzte Teil Germaniens durch "Irische Moenche" fuer das Christentum gewonnen wurde.

Bei diesen "Christen" irischer Abstammung handelte es sich vorwiegend um zum Christentum uebergetretene Druiden, oder zumindestens um Menschen, die der atlantischen Religion sehr nahe standen und erkannt hatten , dass die Friedenslehre von Christus und seine Eigenschaft als Heilsbringer und Sohn Gottes garnicht so weit entfernt war von ihrer Lehre der goettlichen "Kulturbringer".

Auf Grund dieser eigenen Erkenntnis und des Wissens um die atlantische Religion war es nicht schwer, die Germanen ebenfalls von dieser Vertraeglichkeit der beiden Religionen zu ueberzeugen, was sich in der Praxis dann in der Uebernahme vieler "heidnischer Braeuche" das heisst atlantischer Kulturmerkmale in das Christentum auswirkte. So ist beispielsweise das Fruelingsfest "Ostern" auf die atlantische Fruchtbarkeitsgoettin "Ostara" zurueckzufuehren, die nichts anderes war, als die Astarte oder Aschera der Kanaaniter oder die Ishtar der Babylonier. Andererseits spiegeln sich in den mit einer Spitze versehenen Kirchtuermen die Menhire der Atlanter wieder.

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Lesen Sie hierzu, umfassend und uebersichtlich dargestellt :

DIE GESCHICHTE VON ATLANTIS, der vergessene Ursprung unserer Kultur
von Karl Juergen Hepke
TRIGA - DER VERLAG, 2.Aufl. 2008, Hardcover, 268 Seiten, Eur 22,00 , ISBN 978-3-89774-539-1

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