Das Reich von Tartessos (16a)


Siehe hierzu auch : Die Ausgrabung von Tartessos

von Karl Juergen Hepke

Die Kenntnis vom Reich von Tartessos beruht im wesentlichen auf griechischen Quellen. So enthaelt die "Geographica" Strabos wichtige Passagen des griechischen Lyrikers Stesichoros von Himera. Auch Fragmente von Anakreon und Hekataios sowie einige Stellen bei Herodot erwaehnen den Sueden der iberischen Halbinsel.

 
Darueber hinaus hat der roemische Dichter Rufius Festus Avienus (4 Jahrhdt. v. Chr.) in seinem fragmentarisch erhaltenem Werk "Ora maritima" einen griechischen Text aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. ueber eine Kuestenbeschreibung von Massalia (Marseille) wieder aufgenommen. Diese Beschreibung ist eine der wichtigsten Quellen zur damaligen Kenntnis der suediberischen Kueste, an der die Griechen die Handelsniederlassung Mainake (heute Torre del Mar bei Malaga) gegruendet hatten.

Die Daten aus dem 6.ten Jahrhundert v.Chr. sind die folgenden:

"Tartessos liegt auf einer Insel im Golf gleichen Namens in den der Fluss Tartessos muendet, der seine Mauern umspuelt, nachdem er durch die "Ligustino Lagune" geflossen ist.

Der Fluss bildet in seinem Muendungsgebiet mehrere Arme, von denen drei nach Osten fliessen und vier nach Sueden. Die letzteren umspuelen die Stadt. Sie fuehren in ihrem Wasser Teilchen von schwerem Zinn mit und bringen reiches Metall zur Stadt Tartessos.

In der Naehe befindet sich der Berg der Tartessier , bedeckt von Waeldern, und der "Silberberg" (Monte argentum), der oberhalb der "Ligustino Lagune" liegt, an deren Ufern das Zinn glaenzt.

Die Stadt Tartessos ist durch einem Weg von vier Tagen mit der Region von Tajo, oder Sado, verbunden und zur anderen Seite durch einem Weg von fuenf Tagen mit Mainake, wo die reichen Tartessier eine "Insel" besitzen, die ihren Bewohnern von "Noctiluca" geweiht ist.

Die oestliche Grenze des Herrschaftsgebiets der Tartessier ist in dieser Zeit die Region von Murcia und die westliche Grenze die Region von Huelva."

Der Name Tartessos galt damit fuer eine Stadt, ein Reich und einen Fluss. Tartessos/Tharsis war nach allen Quellen ein wichtiges erzreiches Handelszentrum im Sueden der iberischen Halbinsel . Aeltere Ausgrabungsversuche bei Huelva, Cadiz und am Guadalquivir konnten jedoch bisher nicht das Geheimnis um die Lage der Stadt loesen.

Mit der Suche nach Tartessos ist besonders der Name des deutschen Althistorikers Adolf Schulten (1870-1960 ) verbunden, der sein Lebenswerk und sein Vermoegen in die Suche nach der Lage der Stadt investierte und dabei erfolglos blieb. Zahlreiche archaeologische Funde in Suediberien haben aber bewiesen, dass die Angaben der genannten Schriftsteller sich auf dieses Gebiet beziehen muessen.

Wahrscheinlich war der bisherige Fehler, dass man vor allem das Flussgebiet des Guadalquivir, als groesstem Fluss der Region, und des Rio Tinto, als dem den Erzgebieten in der Sierra Morena am naechsten liegenden Fluss, als moegliche Orte fuer die Lage der Stadt Tartessos pruefte.
Auch heute gibt es immer wieder Versuche, im Mündungsgebiet des Gualdaquivir in den dortigen Suempfen, von denen es keine Landverbindung ins Hinterland gibt, die Truemmer von Tartessos zu finden . Und wenn jemand auf einem Satellitenbild einige geometrische Strukturen in diesem Gebiet findet, und es entsprechend verkuendet, geht ein grosses Rauschen durch den Blätterwald der Zeitungen.

Den suedlicher gelegenen Fluss Guadalete, der erheblich guenstiger zur Strasse von Gibraltar liegt, wird aus unerfindlichen Gruenden nicht in Betracht gezogen . Moeglicherweise, weil auf einer Halbinsel vor seiner Muendung die phoenizische und spaeter karthagische Handelsstadt Gades , das heutige Cadiz liegt.

Eine Hauptstadt eines Reiches, die in Sichtweite hinter einer anderen bekannten Handelsstadt liegt, macht fuer einen Historiker, der auf die Zeit von 700 v. Chr. bis ca. 400 v. Chr. fixiert ist, wohl keinen Sinn. Obwohl heute sehr wohl bekannt ist, dass die Phoenizier, als erfahrene Kaufleute , ihre Handelsniederlassungen mit Vorliebe in der Naehe der wichtigsten Stadt eines Landes anlegten.

Und so sucht man erst garnicht hier, obwohl Fluss, Gelaende und Huegel einem archaeologisch geschultem Auge, das die Lage anderer wichtiger bronzezeitlicher Niederlassungen wie Mykene und Tyrins kennt, sofort auffallen muss. Dazu haben einige Spatenstiche beim Kastell Dona Blanca hinter Puerto de Santa Maria genuegt , um auf die Mauern einer Stadt zu stossen , die alle Bedingungen erfuellt, um als "Tartessos" zu gelten.

Aber da bisher nur ein kleiner Teil ausgegraben ist, glaubt man noch keinen ausreichenden Beweis dafuer gefunden zu haben , dass es sich tatsächlich um Tartessos handelt. Und dies , obwohl die antike Beschreibung bestens auf diesen Ort passt, wenn man beruecksichtigt, dass der Wasserstand in diesem Gebiet vor 2600 Jahren hoeher als heute war und der Gualdaquivir einen Muendungsarm hatte, der auf der heutigen Trasse der Autobahn nach Cadiz an Jerez vorbei in den Gualdalete verlief.


Doch zurueck zur Literatur ueber Tartessos / Tharsis. Die griechische Herkulessage berichtet, dass der dreileibige Riese Geryoneus ueber die Insel Erytheia (Insel der Abendroete), die weit im aeussersten Westen unweit der Hesperiden gelegen sei, geherrscht habe. Er wurde von Herkules getoetet und seiner Rinder beraubt. Sein Enkel Norax sei nach Sardinien gefahren,und gruendete dort die Stadt Nora.

Justinus berichtet in seinem im 3. Jahrhdt. verfassten Auszug des Geschichtswerks des Pompejus Trogus von zwei sagenumwobenen Koenigen von Tartessos. Gorgoris lehrte dem Volk die Bienenzucht, waehrend Habis in Ackerbau und Viehzucht unterwies. Habis war als Neugeborener ausgesetzt worden und wurde von einer Hirschkuh grossgezogen. Eine fuer Anfangsstaaten typische Geschichte. Habis erliess Gesetze, verbot dem Adel jegliche Arbeit und teilte das Volk in sieben Klassen ein. Das erinnert sehr an die Geschichten von Kulturbringern in anderen Anfangsstaaten.

Geschichtsforscher vermuteten wegen dieser Sage, dass Tartessos im Anfang eine theokratische Monarchie, wie andere Anfangsstaaten war. Wahrscheinlich lagen sie dabei garnicht so verkehrt, wenn man die Atlantisgeschichte Platos fuer Tartessos gueltig ansieht.

Man einigte sich aber wegen mangelnder Beweise fuer diese These auf die Annahme eines goettlich verehrten Koenigs (aehnlich dem aegyptischen Pharao) wie er bei vielen Voelkern der Bronzezeit anzutreffen ist.

Als beruehmtester Herrscher ueber Tartessos gilt der beinahe schon historisch verbuergte Arganthonios, dem Herodot ein langes Leben von 120 Jahren und eine Regierungszeit von 80 Jahren zuerkennt. Als Herrscher ueber ein reiches und friedliches Land mit einem gewaltigen Reichtum an Metallen war er fuer die Griechen eine Art Kroesus des Westens.

Der Buerger von Samos Kolaios war zu ihm im 7. Jahhdt. in Folge eines fuerchterlichen Unwetters gelangt und war als Grieche wohlwollend aufgenommen worden. Der Koenig stiftete die Mittel fuer den Bau der Stadtmauer von Phokaia in Form einer immensen Menge Silber. Phokaia war Gruendungsstadt von Massalia und Mainake und damit Vertreterin der griechischen Ausdehnung in das westliche Mittelmeer.

Doch die guten Beziehungen zu den Griechen wurden bald unterbrochen. In der Seeschlacht von Alalia auf Korsika schlugen die vereinigten Flotten der Etrusker und Karthager 535 v. Chr. vernichtend die Flotte der Griechen und beendeten damit die weitere Ausdehnung der Griechen in das westliche Mittelmeer. Ab 500 v. Chr. verschwindet Tartessos aus der Geschichte. Wahrscheinlich wurde es durch die Karthager vollkommen von der Aussenwelt abgeriegelt.


Durch die inzwischen fortgeschrittenen Ausgrabungsarbeiten am Huegel der Dona Blanca, deren Ergebnisse am Ende noch wiedergegeben werden, ist erwiesen, dass die Roemer im Zuge des zweiten punischen Krieges im Jahr 206 v. Chr. die Stadt eroberten und unbewohnbar machten. Wahrscheinlich verlangten sie von der Bevoelkerung die voellige Zerstoerung und Einebnung der Stadt, um eine Wiederbesiedlung unmoeglich zu machen. Dies war ein bei den Roemern uebliches Verfahren mit besiegten Staedten umzugehen. Es verhinderte ein Wiedererstarken der Verteidigungskraefte des besiegten Landes.

Da die Roemer aber anscheinend die Zerstoerung nicht kontrollieren konnten, weil sie anderweitig in Anspruch genommen wurden, fuellten die vertriebenen Bewohner den Bereich der Stadt innerhalb der Stadtmauern lediglich mit Erdreich auf und verbargen auch die Mauern hinter einer Aufschuettung von Erdreich.
Auch so war der Forderung der Roemer nach Einebnung Genuege getan und man konnte die Stadt wieder ausgraben, wenn die fremden Eindringlinge in ihr Land zurueckgekehrt waren. Doch die Roemer blieben entgegen den Erwartungen 400 Jahre lang Herren des Landes.

Der Hafen von Puerto de Santa Maria, die Handelsstadt Gades und die windgeschuetzter liegende Siedlung Jerez uebernahmen die Funktionen und die Bevoelkerung der entmachteten Stadt Tartessos , auf deren mit Erde abgedeckten Grabhuegel die Besatzungsmacht jeden Wiederaufbauversuch verhinderte.

Ein nicht hoch genug einzuschaetzendes Geschenk an die moderne Archaeologie, die dieses Geschenk anscheinend, wie aus dem folgenden Prospektblatt aus Puerto zu ersehen ist, zu wuerdigen weiss.

Prospektblatt zur archaeologischen Fundstaette "Castillo de Dona Blanca" im Bereich Puerto de Santa Maria.(Stand Maerz 2003)
Zuerst Original Spanisch, nachfolgend Uebersetzung TOLOS

Yacimiento Arqueológico Castillo de Dona Blanca

Situation geografica y relieve

El Castillo de Dona Blanca está situado a los pies de la pequena Sierra de San Cristobal en El Puerto de Santa Maria (Cadiz). Ante el yacimiento se extiende una extensa llanura de marisma y salinas, en gran parte rellenada por los aluviones del rio Gualdalete. En sus origenes esta llanura fue un amplia bahia en cuyo fondo se situaba el estuario del rio. La ciudad fenicia se asentó en este lugar en el siglo VIII a.C., muy proxima a la desembocadura y aprovechando una antigua ensenada protegida de los vientos.

El punto elegido para crear la ciudad era muy favorable: Esta abierto al mar y muy cerca de los estuarios de los rios Guadalete y Guadalquivir, rutas de penetración hacia el interior, hacia territorios agricolas y mineros. En el zona habia abundante agua dulce, canteras de piedra, masas forestales, etc.

 
El aspecto que presenta actualmente el yacimiento es de colina amesetada de forma casi rectangular y de unas 6,5 hectáreas de extensión y elevándose 31 metros sobre el nivel del mar. Este aspecto es el resultado de su historia. Se trata de un relieve artificial formado por la acumulación, unos sobre otros, de los diversos asentamientos y edificaciones que se han ido sucediendo a lo largo de tiempo, llegando a tener en algunas zonas hasta 9 metros de estratos arqueológicos superpuestos.

La secuencia cronologica

Los primeros asentamientos humanos conocidos en el yacimiento son de una fase tardia de Edad de Cobre, al final del III milenio a.C. Este periodo está documentado con fondos o huellas de cabanas dispersas y adaptadas a la topografia original del terreno. A continución hay un periodo de abandono que dura hasta la primera mitad del siglo VIII a.C., momento en el que se produce el primer asentamiento fenicio. Poco después se construye la primera muralla.

El yacimiento es habitado de forma ininterumpida hasta la llegada de los romanos en el transcurso de la segunda guerra punica (206 a.C.). Durante estos seiscientos anos de poblamiento fenicio se edificaron otros dos recintos fortificados (en los siglos VI y III a.C.) y se realizaron varias remodelaciones urbanisticas. Desde la conquista romana, Dona Blanca queda abandonada hasta la Edad Media: Hay restos de poblacion islámica entre los siglos IX y XII d.C.

Finalmente, en el siglo XV se costruye la torre o ermita de planta de cruz griega, donde la leyenda sitúa la prisión hasta su asesinato en 1361 de Dona Blanca de Borbón, esposa de Don Pedro el Cruel.

El urbanismo

La importancia de Dona Blanca radica en varios aspectos:
En primer lugar su antigüedad: La Bahia de Cadiz es escenario
del primer asentamiento fenicio en la peninsula, en el siglo VIII a.C. En segundo lugar la secuencia completa que tenemos aqui de una ciudad fenicia durante seicientos anos. Se trata de una ciudad intacta desde el punto de vista arqueológico. Finalmente, aqui se han localizado los restos de más extension y mejor conservados del urbanismo fenicio arcaico en todo el Mediterráneo Central y Occidental.

Los restos de viviendas del siglo VIII a.C. se encuentran al exterior del primer recinto amurallado y proximas al puerto comercial de la ciudad. Las viviendas se disponen aprovechando la ladera, mediante un sistema de terrazas artificiales. Las casas tienen 3 o 4 habitaciones con zócalos de mamposteria y alzado de adobes revocados de arcilla y encalados. Los suelos son de arcilla roja apisonada siendo la techumbre de cubierta vegetal. La mayoria tenia su proprio horno de pan. Se han detectado hogares, bancos en las paredes y otros elementos. Basicamente este tipo de vivienda se mantiene en los restos del urbanismo de época tardia (siglos IV y III a.C.) que se han localizado. De estos siglos conservamos aspectos muy interessantes como la presencia de un lagar, piletas, asi como una calle perfectamente delimitada.

Se conoce tambien, aunque parcialmente, aspectos del sistema defensivo. Desde sus comienzos , la ciudad fenicia se fortificó con una recia muralla con bastiones. Sobre una plataforma de arcilla se construyó una zapata de mamposteria sobre la cual se levantó la muralla, hecha con piedras irregulares y trabadas con arcilla. Se conservan alzados de hasta 4,80 metros. Sobre esta muralla se construyó otra mas moderna, aunque ambos trazados no coinciden en su totalidad. Delante de la muralla se ha localizado un foso arcaico en forma de "V" excavado en la roca y de una anchura de 8,5 metros.

La necropolis de la Sierra de San Cristobal

En la falda de la Sierra de San Cristobal se extiende la necropolis con casi cien hectareas de extension y con una distribución en núcleos o cementerios de distintas epocas que van desde el Bronce medio hast epoca turdetana. Lo tipos de tumbas y los ritos de enterramientos que nos encontramos son variados, desde las tumbas excavadas en la roca o hipogeos de inhumación hasta los de estructura en cerros artificiales o túmulos que cubren tumbas de incineración.

Uebersetzung TOLOS.

Die archaeologische Lagerstaette des Castillo de Dona Blanca
Die geografische Lage und die Gelaendebeschaffenheit

Die befestigte Anlage der Dona Blanca liegt am Fuss der kleinen Sierra de San Cristobal im Bereich von Puerto de Santa Maria (Cadiz). Vor der Anlage breitet sich eine ausgedehnte Ebene von Marschen, Suempfen und Salinen aus, die zu grossen Teilen durch die Ablagerungen des Flusses Guadalete aufgefuellt wurde. Im Ursprung war diese Ebene eine ausgedehnte Bucht, in deren Boden sich Bett und Uferbereich des Flusses befanden. Die phoenizische Stadt wurde an diesem Ort im 8. Jahrhundert v. Chr. sehr nahe an der Muendung des Flusses in die Bucht gegruendet, unter Ausnutzung einer natuerlichen Einbuchtung in dem Berghang, der Schutz vor den Winden bot.


Der Platz, der für die Stadtgruendung ausgesucht wurde, lag sehr guenstig. Er war zum Meer hin offen und lag sehr nahe bei den Flusslaeufen des Guadalete und des Guadalquivir, Wege zum Eindringen in das Landesinnere in landwirtschaftlich nutzbare Gegenden und zu den Minen. In der Umgebung gab es reichlich Suesswasser, Steinbrueche , ausgedehnte Waelder und anderes Nuetzliches.
Der Anblick , den gegenwaertig die Niederlassung bietet, ist der eines tischfoermigen Huegels von nahezu rechteckiger Form und ca. 6,5 ha Groesse , der sich 31m über das Meeresniveau erhebt. Dieses Aussehen ist das Ergebnis seiner Geschichte. Es handelt sich um ein kuenstlich geschaffenes Relief , das durch die Aufeinanderfolge der verschiedenen Besiedlungsschichten, einer ueber der anderen, in der Folge der Zeiten entstanden ist und in einigen Bereichen eine Dicke von bis zu neun Metern ueber dem urspruenglichen Niveau erreicht.

Die chronologische Folge.


Die ersten menschlichen Ansiedlungen an dieser Stelle stammen aus der spaeten Phase der Kupferzeit am Ende des dritten Jahrtausends. Diese Zeit dokumentiert sich durch Fundamente und Abdruecke von Huetten, die verstreut und angepasst an die natuerlichen Formen des Gelaendes lagen.
In der folgenden Zeit gibt es eine Periode der Nichtbesiedlung der Flaeche, die bis in die erste Haelfte des 8. Jahrhunderts v. Chr. anhielt, dem Zeitpunkt, an dem sich die erste phoenizische Niederlassung bildete. Wenig spaeter entstand auch die erste Stadtmauer. Diese Siedlung blieb in ununterbrochener Folge bewohnt bis zur Ankunft der Roemer im Verlauf des zweiten punischen Krieges (206 v. Chr.) Waehrend dieser 600 Jahre der phoenizischen Besiedlung wurden zwei neue Befestigungen ( im 6. und im 3. Jahrhdt. v. Chr.) errichtet und verschiedene Umbauten im Stadtbereich vorgenommen.
Nach der Eroberung durch die Roemer blieb der Bereich der Dona Blanca unbesiedelt bis zum Mittelalter. Dann gibt es Reste von islamischer Besiedlung zwischen dem 9. und dem 12. Jahrhdt. n. Chr. Schliesslich wurde im 15. Jahrhdt. der Turm oder die Eremitage in Form eines griechischen Kreuzes errichtet ,in dem die Legende die Gefangenschaft der Dona Blanca von Bourbon , der Gemahlin Peters des Grausamen von Sevilla, bis zu ihrer Ermordung ansiedelt.

Die Stadtanlage.


Die archaeologische Bedeutung der Stadt besteht in mehrfachen Apekten:
In erster Hinsicht in ihrem Alter. Die Bucht von Cadiz ist damit die erste Staette der Niederlassung der Phoenizier auf der Halbinsel im 8. Jahrhdt. v. Chr.
In zweiter Hinsicht darin, dass wir hier eine phoenizische Stadt haben, die in ununterbrochener Folge 600 Jahre lang besiedelt war. Es handelt sich also um eine intakte Stadt in archaeologischer Hinsicht.
Schliesslich befinden sich hier die Reste einer phoenizischen Ansiedlung in groesster Ausdehnung und bestem Erhaltungszustand des alten phoenizischen Urbanisationsstils im gesamten Bereich des zentralen und des westlichen Mittelmeers.


Die Reste der Wohngebaeude des 8. Jahrhdts. v. Chr. befinden sich ausserhalb des ersten Mauerbereichs und nahe am Handelshafen der Stadt. Die Haeuser reihen sich seitlich aneinander an, indem sie ein System von kuenstlichen Terrassen bilden. Die Haeuser haben 3 oder 4 Zimmer mit Sockeln aus festem Mauerwerk und Aufbau aus luftgetrockneten Ziegeln aus Ton die weiss getuencht wurden. Die Boeden sind aus rotem gestampftem Ton, der auch die Daecher aus pflanzlichem Material bedeckt. Die meisten haben ihren eigenen Brotbackofen. Man findet Feuerstellen, Baenke an den Waenden und andere Wohnelemente. Grundsaetzlich findet sich dieser Typ Einrichtung in den Resten der Wohnungen der spaeten Epoche ( 3. und 4. Jahrhdt. v. Chr.) In dieser Zeit findet man auch sehr interessante Einzelheiten wie die Verwendung einer Weinkelter, Pfeiler, wie auch eine perfekt begrenzte Strasse.
Man kennt auch zum Teil Grundsaetze des Baus von Verteidigungsanlagen. Bereits seit ihrer Anfangszeit ist diese phoenizische Stadt durch eine starke Mauer mit Bastionen befestigt. Ueber einer Plattform aus Ton befindet sich ein Fuss aus festem Mauerwerk ueber dem sich die Mauer aufbaut, die aus unregelmaessigen Felssteinen besteht und durch Ton verbunden wird. Es sind Hoehen bis zu 4,8 m erhalten. Ueber dieser Mauer ist eine weitere, modernere erbaut, wobei beide nicht ueberall in ihrer Lage übereinstimmen. Vor der Mauer befindet sich ein V-foermiger archaischer Graben, der mit einer oberen Breite von 8,5 m in den Felsen hineingearbeitet ist.

Die Nekropolis der Sierra de San Cristobal


An dem Berghang der Sierra de San Cristobal breitet sich auf nahezu 100 ha eine Nekropolis aus, mit einer Verteilung auf Zentren der verschiedenen Epochen, die von der mittleren Bronzezeit bis zur turdetanischen Zeit reichen. Die Formen der Grabstaetten und die Riten der Bestattungen, die wir gefunden haben, sind verschieden. Sie reichen von Graebern, die in den Felsen hineingearbeitet wurden oder Hipogaeen für Bestattungen bis zu denen , die in kuenstlichen Huegeln oder Tumulen Reste bergen, die nach der Verbrennung der Toten uebrigblieben.

 

_______________________________________

Lesen Sie hierzu, umfassend und uebersichtlich dargestellt :

DIE GESCHICHTE VON ATLANTIS, der vergessene Ursprung unserer Kultur
von Karl Juergen Hepke
TRIGA - DER VERLAG, 2.Aufl. 2008, Hardcover, 268 Seiten, Eur 22,00 , ISBN 978-3-89774-539-1

zurueck