Asteroid fliegt nahe an der Erde vorbei

 

 
Ein Asteroid von 300m Groesse, der erst einen Monat vorher entdeckt wurde, naeherte sich am 7. Januar 2002 gefaehrlich nahe der Erde. Sein Abstand betrug nur 830 000 Km, das heisst weniger als dreimal die Entfernung Erde- Mond. Da sein beobachteter Durchmesser ca 300m betraegt und er nach den Beobachtungen aus massivem Fels besteht, haette er beim Auftreffen auf die Erde schwere Verwuestungen angerichtet. Er waere in der Lage gewesen, ein Land wie Deutschland vollstaendig auszuloeschen und schwere Verwuestungen haetten auch alle Nachbarlaender betroffen. Beim Einschlag in einen Ozean waeren alle Anliegerlaender durch gewaltige Flutwellen (Tsunamis) heimgesucht worden.

Der Asteroid, der den Namen 2001 YB5 bekam, wurde Anfang Dezember 2001 vom NEAT ( Near Earth Asteroid Tracking) Ueberwachungs-Teleskop auf dem Mount Palomar in Kalifornien entdeckt. Er gehoert zu den sogenannten "Apollo"-Asteroiden, die das Sonnensystem auf grossen elliptischen Bahnen durchqueren und dabei die Bahnen von Mars, Erde, Venus und Merkur kreuzen. Seine Umlaufzeit um die Sonne betraegt 1321 Tage. Er wird zu den "potentially hazardous" Asteroiden gezaehlt, das heisst es besteht die Moeglichkeit , dass er eines Tages in der Zukunft die Erde treffen wird. Bei seinem Vorbeiflug an der Erde wurde am 5. Januar 2002 vom Klet Observatorium in der tschechischen Republik Bahn und Groesse bestimmt.

Ein derartig naher Vorbeiflug eines Asteroiden ist selten. Der naechste bisher bekannte Asteroid, benannt 1999 AN10 , welcher der Erde noch etwas naeher kommen wird, ist fuer den 7. August 2027 berechnet.

Die Tatsache, dass der Asteroid 2001 YB 5 erst einen Monat vor seiner gefaehrlichen Annaeherung an die Erde entdeckt wurde, laesst die Experten erschauern. Bei einem Kollisionskurs mit der Erde haette keine Moeglichkeit bestanden, eine Katastrophe fuer den betroffenen Bereich der Erde zu verhindern oder auch nur abzumildern.

2004 wurde ein weiterer gefaehrlicher Asteroid von 360 m Durchmesser entdeckt, der den Namen Apophis erhielt und dessen groesste Annaeherung an die Erde, oder moeglicher Zusammenstoss, im Jahr 2009 fuer den 13. April 2029 berechnet wurde. Der Abstand des Vorbeiflugs wurde zu 30 000 Km berechnet, das ist weniger als der Abstand des Mondes und einiger geostationaerer Satelliten .Sollte er vorbeifliegen , kehrt er sieben Jahre spaeter zurueck, wobei er der Erde noch naeher kommen wird. Die Wahrscheinlichkeit eines Einschlags auf der Erde beim ersten Vorbeiflug wurde zu 1:233 000 berechnet. Weil ein Einschlag auf der Erde verheerende Folgen haben wird, werden von fuehrenden Astrophysikern entscheidende Gegenmassnahmen von den Regierungen gefordert, ohne dass bisher irgend etwas derartiges bekannt geworden ist.

Da auf Grund dieses neuerlichen Ereignisses und auf Grund der fortschreitenden Erkenntnisse ueber die verheerenden Auswirkungen derartiger Einschlaege in geschichtlicher Zeit den Experten voellig klar ist, dass sich in unabsehbarer Zeit ein derartiges katastrophales Ereignis fuer die Erde wiederholen wird, werden die Rufe nach schneller Verstaerkung der Beobachtungskapazitaeten und der forcierten Entwicklung wirksamer Abwehrsysteme oder Ausweichmoeglichkeiten immer lauter.

Einige Experten meinen zwar: Keine Panik!!

Andere auessern auch nicht sehr viel beruhigender:

Es ist in der Vergangenheit geschehen und es wird wieder geschehen.

Inschallah !

Hierzu gibt es die folgende Notiz im Internet von Spiegel-Online vom 26.01.2012, 17:17 Uhr

Europa spannt Schutzschirm gegen Asteroiden auf
(in Kooperation mit SPIEGEL ONLINE)


Abschleppen? Aus der Bahn kegeln? Oder doch gleich sprengen? Die Europaeische Union laesst Forscher jetzt untersuchen, was sich gegen einen Asteroiden auf Crashkurs unternehmen ließe. Viele Optionen sind denkbar - nur einen Test mit Nuklear-Sprengkoepfen schliessen sie aus.

Von Christoph Seidler

Wie könnte man einen Asteroiden, wie in dieser Computergrafik dargestellt, erfolgreich ablenken? © REX FEATURES LTD./Actionpress

Was waere wenn? Anfang kommender Woche kann die Menschheit wieder einmal dieses beliebte Spiel spielen. Was waere, wenn ein kosmischer Flugkoerper auf Kollisionskurs mit unserem Heimatplaneten geraet? Der Asteroid mit dem Namen (433) Eros wird zu diesem Zeitpunkt vergleichsweise nah an uns vorbeirauschen, nach kosmischen Maßstaeben zumindest. Einerseits wird sich der 30 mal 13 mal 13 Kilometer messende Brocken der Erde annaehern wie lange nicht mehr, andererseits zieht er dann noch immer weit hinter der Mondbahn seine Runde. Vermutlich wird sich der eine oder andere beim Gedanken an den lautlosen Riesen trotzdem ein bisschen gruseln - und dann werden alle wieder zum Tagesgeschaeft uebergehen und (433) Eros und seine Brueder vergessen. Statistisch gesehen ist der Einschlag eines Asteroiden immerhin eine reichlich unwahrscheinliche Angelegenheit.

Alle werden zum Tagesgeschaeft uebergehen? Nun, sagen wir: Fast alle, Alan Harris und seine Mitstreiter werden das nicht tun. Im Auftrag der Europaeischen Union soll ein neu gegruendetes Konsortium in den kommenden Jahren Abwehrstrategien gegen kosmische Geisterfahrer entwickeln. Und Harris, Planetenforscher am Deutschen Zentrum fuer Luft- und Raumfahrt in Berlin, leitet das auf gut drei Jahre angelegte Projekt NEO-Shield.

Der Wissenschaftler weiß, dass es in der Erdgeschichte immer wieder schwere Einschlaege gegeben hat. Zum Teil kuenden noch heute riesige Krater davon: der Barringer-Krater in Arizona, das Noerdlinger Ries in Sueddeutschland, der Manicouagan-See in Kanada und so weiter.

Noch immer viele Asteroiden unbekannt
Wie kann man sich also vor solch einem maechtigen Asteroiden schuetzen? Die Nasa geht nach Studien mit dem Infrarotteleskop "Wise" von gut 980 Stück aus, die einen Kilometer und groesser sind. Dazu kommen noch einmal rund 19.500 mittelgroße Exemplare zwischen 100 Metern und einem Kilometer, die meisten davon noch unentdeckt. Ganz zu schweigen von den zahllosen kleineren Brocken, die immer noch für lokale Verwuestungen sorgen koennen. In den kommenden Jahren werden die Asteroiden-Datenbanken dank neuer Beobachtungsdaten explodieren, warnen Experten. Und einige der Brocken koennten uns womoeglich eines Tages gefaehrlich werden.

Vier Millionen Euro gibt es nun von der EU-Kommission für die Arbeiten am Projekt NEO-Shield. Von Forschungsinstituten und Industriepartnern kommen noch einmal 1,8 Millionen Euro dazu. In drei Jahren wollen die Experten dann mit der Blaupause für eine Test-Mission aufwarten. Die koennte irgendwann nach 2020 starten - wenn sich dafuer ein Finanzier findet, die Europaeische Weltraumorganisation Esa etwa.
Doch gibt es nicht schon genug Ideen, was mit einem herannahenden Asteroiden anzustellen wäre? Mit einem wuchtigen Geschoss ("kinetischer Impaktor") koennte man ihm eine neue Flugbahn verpassen. Oder man ließe ihn vom Schwerefeld einer kleinen Sonde in ungefaehrliche Regionen manoevrieren ("Gravitations-Traktor"). Manch einer will einem kosmischen Angreifer gar mit maechtigen Sprengkoepfen zu Leibe ruecken.
"Natuerlich wurden schon viele Dinge vorgeschlagen", sagt Harris. "Aber bisher kamen die meistens von einer einzigen Institution, vielleicht sogar von einer Person. Da war es schwierig, sie weiterzuverfolgen." Das neue Projekt soll die existierenden Ansaetze nun systematisch untersuchen. "Das wird auf dem Papier und in Laborexperimenten stattfinden. Mehr ist für das Geld nicht zu machen", stellt Wolfram Lork klar, der sich beim Raumfahrtkonzern Astrium um das Projekt kuemmert.

Für "Don Quijote" fehlte das Geld
Das Unternehmen arbeitet mit zwei Teams an Konzepten für einen kinetischen Impaktor. Astrium-Experten hatten für die Esa schon einmal an so einem Fluggerät getueftelt. Die "Don Quijote" genannte Mission kam aber einstweilen nicht ueber das Planungsstadium hinaus, weil das Geld fehlte.
Waehrend die Europaeer nun also wieder an ihrem Plan für einen kosmischen Rettungsschuss basteln, untersucht ein Team vom Carl Sagan Center des Seti-Institute im kalifornischen Mountain View das Konzept des Gravitations-Traktor weiter. In diesem Fall wuerde eine kleine Sonde gezielt beim Asteroiden in Position gebracht. Durch ihr Gewicht zoege sie den Brocken ganz langsam an - und damit irgendwann aus der Kollisionsbahn mit der Erde. Das ganze wuerde allerdings Jahre, vielleicht auch Jahrzehnte dauern.
Schneller - und rabiater - waere dagegen die Variante, einen Asteroiden mit gezielt gezuendeten Sprengladungen abzuwehren. Projektleiter Harris nennt das den "letzten, verzweifelten Ansatz". Experten des russischen Instituts TsNIIMash, das ist die Ingenieursabteilung der Raumfahrtbehoerde Roskosmos, werden sich im Rahmen des Projektes auch mit dieser Idee befassen.
"Wir moechten Plaene für eine machbare, bezahlbare Mission vorlegen. Wir wollen der Welt zeigen, dass es machbar ist", sagt Harris. Ob man am Ende einen Gravitations-Traktor oder einen kinetischen Impaktor vorschlagen werde, stehe noch nicht fest. Denkbar sei auch eine Kombination. Klar sei indes, dass er keinen Test mit nuklearen Sprengkoepfen geben werde.
In jedem Fall wird das Thema noch viele internationale Gremien beschaeftigen. "Das ist keine Sache, die Europa für sich regelt. Da muss die Welt mit am Tisch sitzen", sagt Astrium-Mann Lork. Auch die Uno hat sich der Sache bereits angenommen, doch niemand rechnet hier mit einer schnellen Einigung.
Waehrenddessen bemuehen sich Forscher, ueberhaupt mehr über unsere kosmischen Begleiter herauszufinden. So soll Nasa-Sonde "Osiris-Rex" im Jahr 2016 starten, um dem Asteroiden "1999 RQ36" einen Besuch abzustatten. Geht alles glatt, landet sie sieben Jahre spaeter wieder auf der Erde - mit bis zu zwei Kilogramm Probenmaterial im Gepaeck. Und auch am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt liebaeugelt man mit einer Asteroiden-Mission, auch wenn es hier nur um Beobachtung geht. Doch für den "AsteroidFinder" fehlt derzeit eine bezahlbare Fluggelegenheit.
© SPIEGEL ONLINE

Als aktuelle Ergaenzung dieser Meldung kann die ueber NTV am 29. 1. 2012 verbreitete Nachricht gelten, dass am 27.1. 2012 ein Asteroidenbrocken in der Groesse eines Busses von 18x4 m, die Erde in einem Abstand von nur 60 000 Km, das heisst einem sechstel des Mondabstands oder eineinhalb Erdumfang, passiert hat , was fuer fuer die Experten als Kollision gewertet wird. Gluecklicherweise diesmal noch ohne sichtbare Schaeden.

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