Rom, der Kulturvernichter (15f)

von Karl Juergen Hepke

Dieses Kapitel befasst sich im wesentlichen mit den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Rom und Etrurien, die schliesslich zum Untergang der etruskischen Nation und Kultur fuehren. Es beruht im wesentlichen auf Berichte aus roemischer Quelle, da alle Berichte, die auf etruskischen Quellen beruhen, von den Siegern vernichtet wurden.

Trotzdem ist es interessant, weil es die Entwicklung der Eroberungs- und Herrschaftsmethoden der Roemer darstellt, die schliesslich dazu fuehren, dass der gesamte Mittelmeerraum und weite Teile Westeuropas Teile des roemischen Reiches werden.

Dabei werden die hier bestehenden Kulturen von den Roemern ruecksichtslos ausgebeutet und, wenn sie sich dagegen zur Wehr setzen, vernichtet. Dies betrifft auch die in vielen Laendern noch vorhandenen speziellen Abwandlungen der urspruenglich atlantischen Kultur, zu denen unter anderen die etruskische und die karthagische Kultur gehoeren. Leider betrifft die Vernichtung nicht nur die Kultur sondern auch die Natur. Das in vielen Laendern durch den Menschen unter Anwendung hohen agronomischen Wissens hergestellte Gleichgewicht zwischen Niederschlaegen und Austrocknung wird durch die Vernichtung von Be- und Entwaesserungsanlagen gestoert und fuehrt zu nicht mehr zu behebenden Schaeden, so dass viele einst fruchtbare Laender versteppen und schliesslich zur Wueste werden. So hinterlaesst das Roemische Reich, als es schliesslich untergeht, in vielen Laendern nicht nur eine Kultur- sondern auch eine Naturwueste.

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Kurz bevor 480 v. Chr. die politische Wende im Mittelmeerraum mit dem Verlust der Schlachten von Salamis und Himera sich ankuendigte, regte sich auch Rom. 485 v. Chr. fallen zum ersten Mal roemische Krieger in die Gebiete der etruskischen Nachbarstadt Veji pluendernd und raubend ein. 483 v. Chr. kommt es zum ersten 10 Jahre andauernden Krieg mit wechselndem Kriegsglueck der 474 mit einem auf 40 Jahre geschlossenen Waffenstillstand endet. Er stellte die Machtverhaeltnisse aus der Koenigszeit wieder her. Das von den Vejentern eroberte Fideae am linken Tiberufer fiel wieder an Rom.

Doch 438 v. Chr. hatten die Fidenaten die roemische Besetzung satt. Sie verjagten die Soldaten, brachten die Gesandten aus Rom um und unterstellten sich dem Koenig von Veji. Dieser fiel im Zweikampf mit dem roemischen Konsul und seine Truppen flohen darauf in panischem Schrecken. Ein Jahr spaeter greift Rom wieder an und pluendert dabei auch Gebiete des mit den Etruskern verbuendeten Stadtstaates Falerii. Als dann 435 v. Chr. Rom Fidenae wiedererobert, bitten Veji und Falerii um Einberufung einer ausserordentlichen Beratung des Zwoelferbundes im etruskischen Zentralheiligtum Voltumna in Volsinii am Bolsena-See.

Doch die schon in der Auseinandersetzung mit Syrakus gezeigte Unlust der etruskischen Staedte an kriegerischen Auseinandersetzungen laesst sie auch hier zoegern und die Gesandten Vejis kehren unverrichteter Dinge zurueck. Das gleiche wiederholt sich ein Jahr spaeter und Veji bleibt so allein auf sich gestellt. Da auch aus dem Norden Berichte von anrueckenden Kelten kommen, verstaerken die etruskischen Staedte lieber ihre eigenen Befestigungsanlagen mit zyklopischen Mauern als dem bedraengten Veji Hilfe zu leisten.

Veji bleibt nichts uebrig, als allein in den Kampf zu ziehen, hat anfangs dabei auch Erfolg und die Fidenaten schlagen sich erneut auf seine Seite . Darauf verlegt Veji seine Operationsbasis nach Fideae. In der folgenden Schlacht vor den Mauern der Stadt greifen sogar die Priester der Stadt mit Fackeln und schlangenaehnlichem Kopfschmuck ein und bringen damit die roemischen Reihen ins Wanken. Als aber die Reiterei eingreift und dem Spuk ein Ende macht, fassen auch die Fusskaempfer wieder Mut und erobern die Stadt. Fidenae wird gepluendert und zerstoert. Alle waffenfaehigen Maenner werden als Sklaven verkauft. Mit Veji wird 425 v. Chr. ein Waffenstillstand auf 20 Jahre geschlossen.

Rom hat damit Zeit und aus der Beute aus Fidenae auch Kapital, um fuer den grossen Schlag gegen Veji zu ruesten. Als 408 v. Chr. der Waffenstillstand ablief, begann Rom erneut den Angriff auf die stark befestigte Stadt. In einer grossen Zangenbewegung wurde sie von allen Seiten eingeschlossen. Aber eine sofortige Einnahme wie auch ein Sturm auf die Stadt erwiesen sich wegen ihrer Lage auf einem 60m hohen Felsplateau als unmoeglich.So blieb nur die Belagerung, die Rom acht Jahre lang sommers wie winters mit halbjaehrlich wechselnden Truppen durchfuehrte.

Obwohl die Vejenter die Belagerung leid waren, denn nur zweimal hatten Hilfstruppen, einmal aus Capena und Falerii und einmal eine Truppe aus Freiwilligen aus ganz Etrurien fuer kurze Zeit den Belagerungsring aufgebrochen, haette es noch jahrelang so weitergehen koennen. Doch nun kam den Roemern ein Ereignis unerwartet zur Hilfe.

Das Wasser im Albaner See, einem Kratersee oberhalb der Campagna, stieg, obwohl es Herbst war und viele Fluesse trocken lagen, immer weiter an. Es bestand die Gefahr, dass der Kraterrand aufbrechen wuerde und die Wassermassen die Campagna verwuesteten.

Ein roemischer Wachsoldat entdeckte einen alten Vejenter, der vom Albaner See sprach. Neugierig geworden, lockte er ihn auf die roemische Seite, um ihn naeher zu befragen. A Als er entdeckte, dass es sich um einen Haruspex, einen etruskischen Seher, handelte, schleppte er den Widerstrebenden vor den roemischen Feldherrn. In der darauf veranlassten Befragung vor dem roemischen Senat, gab der Greis sein Geheimnis preis.

Er berichtete, dass in den Schicksalsbuechern und in der Etruskerlehre geschrieben stehe, dass, wenn einst das Wasser im Albaner See ansteige und von den Roemern in kultisch richtiger Weise abgeleitet wuerde, Veji zum Untergang verurteilt waere. Die Goetter zuernten offenbar den Vejentern, sodass er gegen seinen Willen gezwungen sei, das Geheimnis den Roemern zu verraten. Er brachte das kultische Opfer dar und zeigte den Roemern einen 1200m langen unterirdischen Kanal, der normalerweise das Wasser des Sees ableitete, jetzt aber verstopft war. Er war eines der Wasserbauwerke der etruskischen Ingenieurskunst, die aus dem einst wilden Land ein fruchtbares gemacht hatte. Der Kanal versieht noch heute , nach ueber 2500 Jahren seinen Dienst. Die Roemer, die den Kanal bis dahin nicht kannten, reinigten den Abfluss und die Gefahr aus dem Albaner See war gebannt.

Doch die Angelegenheit hatte Folgen, die tatsaechlich zum Untergang Vejis fuehren sollten. Bei der Belagerung waren den Roemern schon mehrere Tunneloeffnungen etwas oberhalb der an Veji vorbeifliessenden Cremera aufgefallen. Sie hatten sie als natuerliche Abflussoeffnungen angesehen und bis dahin nicht weiter beachtet. Durch den Tunnel zum Albanersee kam ihnen der Gedanke, diese Oeffnungen naeher zu untersuchen und tatsaechlich entdeckten sie einen unterirdischen Kanal, der direkt zum Junotempel fuehrte und als Abfluss bei Opfern und Reinigungen diente. Man reinigte den Kanal und ein Kommandotrupp stieg ein. Verabredet mit den Belagerern vor den Toren sollte er den Vejentern in den Ruecken fallen.

Das Manoever gelang und voellige Verwirrung erfasste die Buerger von Veji, die nicht wussten, wie die Roemer ploetzlich in die Stadt gelangt waren. Es gelang den Eindringlingen, die Tore zu oeffnen. Die Truppen drangen ein und das Schicksal Vejis war besiegelt. Alle Bewaffneten wurden getoetet und die Uebrigen am naechsten Tag als Sklaven versteigert. Die Stadt wurde vollstaendig gepluendert und alles Brauchbare weggeschleppt. Auch der Tempel wurde nicht verschont. Seine Firstfiguren aus Terrakotta wurden als wertlos herabgestuerzt und die Bronzetueren herausgebrochen und als persoenliche Beute des roemischen Feldherrn beiseite geschafft. Nur dem Goetterbild der Juno wurde besondere Aufmerksamkeit zuteil. Unter Beachtung aller Regeln wurde sie feierlich nach Rom geschafft, wo ihr spaeter ein besonderer Tempel auf dem Aventin errichtet wurde. Dies wohl auch als Dank fuer die Hilfe der Goetter bei der Eroberung der Stadt.

90 Jahre hatte die Auseinandersetzung mit Veji gedauert. Die Beute war gewaltig. Sie machte schlagartig aus Rom eine reiche Stadt. Die Zeit der Armut war vorbei. Ausserdem war das gewonnene Land so gross wie das bisher beherrschte. Rom verdoppelte also seine Groesse. Auch fuer die geschichtliche Ueberlieferung Roms bildete sie einen Markstein. Neben die Liste der Konsuln trat die Priestertafel, die zur Grundlage der Stadtchronik wurde. Das Jahr 396 v. Chr. wurde damit zum Schicksalsjahr fuer Rom. Sein Aufstieg zur Grossmacht konnte beginnen.

Dass die uebrigen etruskischen Staedte diese fuer sie verhaengnisvolle Wendung nicht rechtzeitig erkannt hatten, bleibt eins der Raetsel der Geschichte, die im nachhinein den Menschen immer wieder aufgegeben werden.

Um den Sieg vollkommen zu machen, greift Rom im folgenden Jahr die Staedte Capena und Falerii an, die Veji zeitweise Unterstuetzung gewaehrt hatten. Das roemische Heer verwuestet die ueppigen Haine und Gaerten mit Wein- ,Obst- und Olivenkulturen, verwandelt sie in Oedland und wendet damit zum ersten Mal die Taktik an, die Rom zum Schrecken des Mittelmeerraums werden lassen. Capena bittet darauf sofort um Frieden. Falerii versucht noch, durch Kampf das zerstoererische Werk zu verhindern. Doch als sein Aufgebot von den Roemern geschlagen wird, verschanzt es sich in der Stadt. Mehrere Monate dauert der Widerstand, dann zwingt Hunger die Stadt zur Aufgabe. Sie wird zur Uebernahme der Kosten des roemischen Heeres fuer ein Jahr verurteilt und erhaelt dann ihren Frieden.

Zwei Jahre spaeter fallen starke Truppen aus Volsinii, der Stadt des Voltumna-Heiligtums, in dem die Hilfeersuchen Vejis wiederholt abgelehnt worden waren, pluendernd in roemisches Gebiet ein. Doch schon beim ersten Treffen mit roemischen Verbaenden legen 8000 Etrusker, als sie sich von roemischer Reiterei umzingelt sehen, die Waffen nieder. Der Rest der Truppe ergreift die Flucht. Aus ihrem Verhalten ist zu schliessen, dass sie nur gezwungenermassen und halbherzig den Feldzug unternommen hatten, der ihnen moeglicherweise als Gewissensberuhigung fuer die unterlassene Hilfeleistung von ihren Priestern auferlegt worden war. Militaerisch und psychologisch gesehen war er ein Fehler, denn er verstaerkte nur den Eindruck von der Ueberlegenheit der Roemer und der Schwaeche der Etrusker.

Doch jetzt erscheint ein staerkerer "Raecher" in Italien. Das Heer der Kelten. Von Norden her war es in die Po-Ebene eingedrungen. Es hatte zur gleichen Zeit, als die Roemer Veji erobert hatten, die noerdliche Etruskerstadt Melpum, die wahrscheinlich mit Mailand identisch ist, eingenommen und sich anschliessend bis zur Adria ausgebreitet. Als der Stamm der Senonen, dem dieses Gebiet zugewiesen war, das Klima als zu heiss empfand, wandte es sich nach Sueden, in die Berge des Apennin. Mit 30 000 Mann fiel das Heer in Zentraletrurien ein. Durch die Taeler des Arno zieht es in das Tal der Chiana, am Trasimenischen See vorbei nach Chiusi. Die Stadt wird umlagert, ist aber fuer die Kelten, die gewoehnt sind im offenen Feld zu kaempfen, nicht zu erobern.

Voll Angst und Schrecken vor dem unerwarteten Feind, dem dazu noch der Ruf vorauseilt, bereits die noerdlichen Etruskerstaedte erobert zu haben, schickt Chiusi Gesandte mit einem Ersuchen um Hilfe nach Rom. Man erinnert sich dabei wohl noch an das alte Waffenbuendnis unter Koenig Porsenna, betrachtet Rom aber auch wegen des erfolgreichen Krieges gegen Veji als allein in der Lage, den keltischen Scharen erfolgreich zu begegnen.

Rom schickte kein Heer, aber, wohl geschmeichelt wegen seines Ansehens in Chiusi, drei Gesandte, um mit den Kelten friedlich zu verhandeln. Da beide Parteien aus einer vermeintlichen Position der Staerke verhandelten, scheiterte der Einigungsversuch. Die Kelten verlangten Land von Chiusi, um sich anzusiedeln und die Roemer meinten, sie haetten dazu kein Recht. Die Kelten sagten, das Recht laege in ihren Waffen und sie verhielten sich damit nicht anders als die Roemer es gegen Veji getan haetten. Darauf liefen sie zu ihren Waffen. Es kam zum Kampf, in dessen Verlauf einer der roemischen Gesandten einen Keltenfuehrer mit dem Speer durchbohrte und toetete.

Die Kelten zogen sich darauf zurueck und verlangten Genugtuung von Rom wegen Verletzung des Voelkerrechts. Als Rom dies verweigerte, gaben sie die Belagerung von Chiusi auf und zogen mit dem ganzen Heer gegen Rom, quer durch Suedetruriens Laender. Die Etrusker flohen in ihre Staedte, als das Heer eilig mit grossem Laerm vobeizog. Um eine Verwuestung ihres Landes zu verhindern, schickten die Roemer ein Heer dem Feind entgegen.

Doch schon beim elften Meilenstein trifft es auf die Vorhut der Kelten. Am 18. Juli 390 v. Chr. kommt es an der Allia, einem kleinen Nebenfluss des Tiber, zur Schlacht. Die Kelten, die fuer die Roemer mit ihren durch Kalklauge gehaerteten hoch aufstehenden Haupthaaren, dem struppigen Schnauzbart, und dem nur durch einen Goldring gezierten nackten Oberkoerper einen schrecklichen Anblick bieten, stuerzen mit ihrer Kerntruppe, den Gesatae, unter lautem Gebruell auf die roemische Phalanx und ueberrennen sie im ersten Ansturm. Voll Angst und Schrecken fluechtet der groessere Teil des roemischen Heeres um hinter den noch stehenden Mauern von Veji Schutz zu suchen. Der mit dem Ruecken zum Tiber kaempfende Teil des Heeres wird erschlagen oder ertrinkt im Fluss. Nur wenigen gelingt die Flucht nach Rom als Ueberbringer der Schreckensbotschaft von der verlorenen Schlacht. Eine panikartige Flucht aus der Stadt setzt ein, da die lange Mauer Roms mit den verbliebenen Kriegern nicht zu verteidigen ist. Die Frauen und Kinder fluechten aufs Land , um sich dort zu verstecken. Die Priester und Vestalinnen fliehen mit allem mitnehmbaren heiligen Geraet nach Caere, das sie freundlich aufnimmt. Die Burg auf dem Kapitol mit dem Tempel des Jupiters wird besetzt und verproviantiert.

Doch die Kelten lassen sich Zeit. Wohl um die Lage zu klaeren und nicht in einen Hinterhalt zu geraten. Erst nach drei Tagen dringen sie pluendernd und die verbliebenen Roemer ermordend in die Stadt ein. Schliesslich setzen sie die Stadt unter den Augen der auf dem Kapitol ausharrenden Besatzung an allen Enden in Brand. Sieben Monate belagern sie darauf die Burg. Die verwesenden Leichen unter den Truemmern der Stadt verderben das Trinkwasser und verursachen Krankheiten. Die Kelten verbrennen die Leichen aber weichen nicht .Erst als aus dem Norden Nachrichten eintreffen, dass ein anderer Keltenstamm in ihr Gebiet eindringt, sind sie bereit, ein von Rom angebotenes, nach ihrer Ansicht viel zu geringes Loesegeld von 1000 Pfund Gold zu akzeptieren. Sie hatten Rom fuer viel reicher gehalten und waren echt enttaeuscht.

Die Beute an Gold aus Veji ging so an die Kelten und der gewonnene Reichtum Roms war wieder dahin. Zudem war die Stadt zerstoert und die viel zu lange Stadtmauer hatte sich als nicht verteidigbar erwiesen, wenn das Heer im Felde geschlagen wurde und grosse Teile nicht zurueckkehrten.

Mutlosigkeit machte sich in Rom breit. Die Stadt musste wieder aufgebaut werden, doch grosse Teile der Bevoelkerung verspuerten keinerlei Lust dazu. Die Volkstribunen machten sogar den Vorschlag, Rom aufzugeben und nach Veji, das wesentlich besser zu verteidigen war, umzusiedeln. Der Vorschlag stiess auf viel Zustimmung und der Dictator Camillus, der die Eroberung von Veji geleitet hatte, brauchte viel Ueberredungskunst, um eine Mehrheit fuer den Verbleib in Rom zu gewinnen.

Danach verpflichtete er jeden unter der Benennung von Buergen, innerhalb eines Jahres ein Haus wieder aufzubauen, wobei er bauen konnte wo und wie er wollte. Entsprechend sah die wiederaufgebaute Stadt aus. Strassenzuege waren nicht beachtet worden und sogar ueber den Entwaesserungstunneln der Cloaca Maxima und anderer Kanaele wurden Haeuser errichtet. Da sich gezeigt hatte, wie notwendig sie sein konnte, wurde auch die Servianische Mauer ausgebessert und stellenweise neu errichtet. Dazu wurden maechtige Tuffquader aus den Mauern von Veji herausgebrochen und nach Rom geschafft.

Die etruskischen Staedte hatten alles mit angesehen und sich nicht geruehrt. Die offensichtliche Schwaeche Roms wurde nicht genutzt um ihr Veji und seine Laendereien wieder zu entreissen und die alten Machtverhaeltnisse wieder herzustellen. Eine einmalige Chance, das Blatt noch einmal zu wenden, wurde vertan. Und so nahm das Schicksal Etruriens weiter den nach Ansicht seiner Priester vorgezeichneten Lauf.

Schnell erholte sich Rom von der Keltenkatastrophe. Mit den im Norden liegenden Faliskerstaedten Nepi und Sutri schloss es ein Buendnis und sicherte so den neuerworbenen Besitz von Veji. Damit war auch der Weg zur naechsten grossen Etruskerstadt, Tarquinia , frei. Die Tarquinier sahen dies mit Unbehagen und als sich Rom gegen die suedlichen Volsker wandte, die anders als die Etrusker die Schwaeche Roms nutzen wollten, griffen Truppen aus Tarquinia Sutri an und eroberten es fuer kurze Zeit. Denn als Hilfe aus Rom eintraf, ging es wieder verloren. Rom drehte jetzt den Spiess um, fiel in das Gebiet Tarquinias ein und eroberte 387 v. Chr. zwei Grenzfestungen.

Jetzt sieht Tarquinia, dass es Ernst wird. Heimlich verbuendet es sich mit den roemisch besetzten Faliskerstaedten. Auch mit den Volskern wird ein Abkommen getroffen, gleichzeitig gegen Rom loszuschlagen. Der Plan gelingt bis auf die Einnahme von Sutri, das von der rein roemischen Besatzung erbittert verteidigt wird.

Doch dem roemischen Feldherrn Camillus gelingt auch diesmal alles. Der Volskeraufstand wird schnell niedergeschlagen. Dann wendet er sich nach Norden. Die Belagerer von Sutri werden niedergemetzelt und Nepi, das sich weigert Rom die Tore zu oeffnen, wird im Sturm genommen. Alle verraeterischen Nepesiner werden auf Anordnung des Senats enthauptet. Rom beginnt damit eine Schreckensherrschaft in nahezu assyrischem Stil. In dem eroberten Faliskergebiet werden roemische Veteranen angesiedelt. Damit geht es der Romanisierung entgegen.

Die roemischen Fortschritte in der Eroberung Etruriens und die daraus zu schliessende Schwaeche des einstigen Staedtebuendnisses, blieben nicht unbemerkt. Im Sueden regte sich wieder Syrakus und wollte auch etwas von dem Kuchen haben, den es zu verteilen gab. Mit 300 Trieren stach es in See, ueberfiel wiederum die bereits einmal heimgesuchten Haefen Caeres und raubte sie vollstaendig aus. Nahezu 1000 Talente soll die Beute allein an goldenem und silbernen Geraet gewesen sein. 500 Talente erbrachte der Verkauf der Gefangenen und des weiteren Pluenderungsgutes. Von den Haefen Caeres geht es weiter nach Korsika, es wird besetzt, alle Etrusker werden vertrieben und ein neuer Hafen, der Porto Syracusano, angelegt. Die seit Jahrtausenden andauernde Herrschaft der Tyrrhener auf der Insel findet damit ihr Ende.

Caere erholte sich nie mehr von diesem Schlag. Die Seeherrschaft der Etrusker im Tyrhenischen Meer war zu Ende. Griechische Schiffe kontrollierten die See und Ex- und Importe ueber das Meer waren nicht mehr moeglich. 384 v. Chr. verkuendeten Etruriens Priester das Ende des fuenften Saeculums des etruskischen Staatswesens. Damit war die Haelfte der prophezeiten Lebensdauer von 10 Saecula verstrichen. Es begann der Niedergang, der sich im fuenften Saeculum mit dem Verlust Vejis und der Schwaechung Caeres und Tarquinias bereits angekuendigt hatte.

Nachdem 358 v.Chr. die Unruhen im Sueden mit einem Vertrag mit den Hernikern und Latinern beendet sind, wendet Rom sich wieder den Etruskern zu. Offizielle Begruendung ist, wie schon bei Veji, dass die Etrusker Raubzuege in roemische Gebiete unternommen haetten.

Da die ganze Geschichte der Auseinandersetzungen Roms mit den Nachbarn nur durch roemische nachtraegliche Geschichtsschreibung bekannt ist, bleibt es oft dem kritischen Leser ueberlassen, fuer sich zu entscheiden, was Wahrheit und was nationale Schoenfaerberei der Geschichte ist. Diese Schoenfaerberei hatte schon damals eine lange Tradition. Sie wurde erwiesenermassen bei den Aegyptern wie bei den Hethitern, den Assyrern und den Griechen betrieben. Rom machte da keine Ausnahme und Livius, auf den viele der hier wiedergegebenen Informationen zurueckgehen, war wie Herodot nie ein sachlicher Berichterstatter, sondern verstand sich selbst als Schriftsteller und Dichter.

Leider gibt es keine etruskische Darstellung ihrer Geschichte mehr. Alles was vorhanden war, und dazu zaehlte selbst eine Darstellung der etruskischen Geschichte des roemischen Kaisers Claudius, der etruskischer Abstammung war, wurde von den Roemern vernichtet. Die Archaeologie kann aber nur sehr selten Auskunft ueber die Ursachen kriegerischer Auseinandersetzungen geben. Meistens sind nur ihre Folgen durch Zerstoerungen und Truemmer dokumentiert.

Ueber die behaupteten Raubzuege empoert verlangt Rom Genugtuung, und als es diese nicht erhaelt, wahrscheinlich weil garnichts passiert war, erklaert es Tarquinia den Krieg. Dies war frueher oder spaeter auf Grund der vorhergegangenen Kaempfe um die Grenzstaedte nicht anders zu erwarten. Die Roemer schickten eine Truppe um den behaupteten "Aufstand" niederzuschlagen. Ein Vorgang , der sich in der weiteren roemischen Geschichte noch oft wiederholen wird, und oft nur der Vorwand fuer einen neuen Raubzug in bereits unterworfene Gebiete ist. Die Truppe unter dem Konsul Caius Fabius wird geschlagen und 307 roemische Gefangene sollen auf dem Marktplatz von Tarquinia hingerichtet worden sein. Wahrscheinlich betrachtete sie Tarquinia als Brecher des Landfriedens, was nach etruskischem Recht mit dem Tode bestraft wurde.

Der Erfolg der Tarquinier laesst nun auch die Falisker wieder zu den Waffen greifen. Darauf schickt Rom im folgenden Jahr ein Heer unter dem Konsul Marcus Fabius Ambustus. Im Verlauf der Schlacht mit den vereinigten faliskischen und tarquinischen Truppen greifen, wie schon vor Fidenae, wieder die Priester mit brennenden Fackeln und Schlangen ein und erschrecken anfangs die Roemer und sie weichen zurueck. Doch da der Schreck nicht, wie in der Schlacht an der Allia gegen die Kelten, durch einen massiven zentralen Angriff ausgenutzt wird, verpufft die Wirkung. Die Roemer sammeln sich und bringen die Kampflinie der Etrusker zum Wanken. Allgemeine Flucht setzt ein und den Roemern gelingt es sogar noch, das Lager der Etrusker zu erobern.

 
Doch der unglueckliche Ausgang der Schlacht ruettelt die Etrusker auf. Nach Livius "erhoben sich alle Etrusker". Ein neues Heer wird aufgestellt, das an der Kueste entlang gegen Rom operieren soll. Caere wird gewonnen , den Durchmarsch zu gestatten. Das Heer, gefuehrt von Tarquiniern und Faliskern gelangt auf roemisches Gebiet und dringt bis an die roemischen Salzgaerten bei Ostia vor. Alles wird ausgepluendert und die Beute in Richtung Caere weggeschafft. Rom ernennt einen Dictator, ein Zeichen, dass es sich in hoechster Bedraengnis fuehlt. Er macht mit dem Heer, mal rechts, mal links des Tibers Jagd auf die fremden Truppen. Das Heer wird dabei mit Floessen ueber den Fluss geschafft. Durch einen ueberraschenden Angriff wird auch das Lager der Etrusker erobert. 8000 Gefangene werden gemacht. Die Uebrigen werden erschlagen oder vertrieben.

354 v. Chr. folgt der "Rachefeldzug" in Tarquinias Mark. Wie schon im Kampf gegen Falerii und Capena wird die roemische Vernichtungstaktik der "verbrannten Erde" angewendet. Der Befehl an die Truppen ist:" Alles Vieh und alle Getreidevorraete beschlagnahmen und weit und breit das Land verheeren". Verzweifelt werfen sich bewaffnete Verbaende den Roemern entgegen, um ihr Land und die unersetzlichen Pflanzungen, das Ergebnis jahrhundertelanger Kultivierungsarbeit, zu retten. Sie werden geschlagen oder gefangengenommen. Aus den Gefangenen werden 358 der edelsten ausgesucht und nach Rom gebracht. Die uebrigen werden niedergemetzelt. Aber auch den 358 geht es nicht besser. Als Rache fuer die 307 in Tarquinia getoeteten Roemer werden sie auf dem Forum oeffentlich ausgepeitscht und anschliessend enthauptet. Assyrien laesst gruessen.

Noch jahrelang ziehen die roemischen Verbaende durch tarquinisches und faliskisches Gebiet, alles Kulturland sowie die Bewaesserungsanlagen vernichtend. Bis 352 v. Chr. waehrt dieses Treiben gegen die Falisker. Dann muessen sie grosse Gebiete abtreten und einen hohen Kriegstribut entrichten. Gegen Tarquinia dauern die Landschaftsverwuestungen bis 351 v. Chr. Dann ziehen sich die Roemer zurueck und gewaehren Tarqinia einen 40 jaehrigen Waffenstillstand.

Verheert war die bluehende Kulturlandschaft. Jahrelang nicht bestellte und gepflegte Felder und Gaerten, zerstoerte Bewaesserungsanlagen und Gewerbegebaeude kennzeichnen das Land. Wegen der hohen Verluste an Menschen fehlen Arbeitskraefte zur Wiederherstellung. Wie in den Gebieten um Veji beginnt Etruriens fruchtbarer Kulturboden zu veroeden.

Auch Caere wurde hart bestraft. Wegen der Gestattung des Durchzugs der etruskischen Truppen wurde Komplizenschaft unterstellt und alle Entschuldigungsbemuehungen Caeres kalt abgelehnt. Auch der Hinweis auf die geleistete Hilfe im Krieg gegen die Kelten half nichts. Caere musste grosse Teile seines Landes an Rom abtreten, die Einwohner verloren ihren Rang als "Gastfreunde" der Roemer und wurden zu Untertanen ohne politische Rechte. Damit war auch Caere nach Veji aus dem Kreis des etruskischen Zwoelferbundes ausgeschieden. Tarquinia aber war stark geschwaecht und nicht mehr in der Lage, eine Gefahr fuer Rom darzustellen.

Zu allem Ueberfluss kamen jetzt auch noch aus dem Norden schlechte Nachrichten. Felsina, die Hauptstadt des noerdlichen Zwoelferbundes in der Po-Ebene, war den Angriffen keltischer Truppen nach langem Abwehrkampf erlegen. Auch das reiche Misa am Reno Fluss wurde erobert. Die Herrschaft der Etrusker im Norden fand damit ihr Ende. Der Zugang zu Zentraletrurien stand den Kelten offen. Scharen von Etruskern waren vor den Kelten nach Sueden in das Stammland geflohen. Andere fluechteten in die oestlichen Alpentaeler und vermischten sich mit den Raetern.

Die Kelten konnten mit der hochentwickelten Landwirtschaft der Etrusker wenig anfangen. Sie entsprach nicht ihrem Lebensstil. So verfielen die Be- und Entwaesserungsanlagen und das einst von Ertraegen ueberfliessende Land verkam und veroedete. Nur der Anbau von Getreide wurde weiterhin in grossem Stil betrieben, sodass sogar Exporte ueber das noch nicht eroberte etruskische Spina im Podelta nach Athen moeglich waren. Dieser Export wurde allerdings durch etruskische Seeraeuber behindert, sodass Athen sich genoetigt sah, Plaene gegen sie zu machen.

Sonst tat sich anscheinend in Etrurien in den naechsten 40 Jahren wenig. Die roemischen Quellen schweigen dazu. Sie befassen sich mit Roms Auseinandersetzungen mit den suedlich von Rom gelegenen Gebieten, in denen die Samniten immer mehr zum Problem werden. Auch die Latiner sind nicht muessig, verlangen Gleichberechtigung mit den Roemern und greifen 340 v. Chr. zu den Waffen gegen Rom. Als Rom eine seiner schwersten Niederlagen in den Kaudinischen Engpaessen erlebt und als 315 v. Chr. roemische Legionen am Pass von Terracina vernichtet werden, ruehrt sich in Etrurien nichts.

Erst 311 v. Chr., als der Krieg mit den Samniten fast beendet ist und der 40 jaehrige Waffenstillstand mit Tarquinia ablaeuft, ruesten die Etrusker wieder. Die Nachricht erschreckt Rom, denn die Etrusker sind noch immer der gefuerchtetste Gegner. Ein Dictator wird ernannt, der alle Wehrpflichtigen erfassen laesst und die Waffenbestaende ergaenzt. Doch das Jahr vergeht ohne Angriff. Erst im darauffolgenden Jahr greifen die Etrusker mit starken Verbaenden Sutri an. Der Konsul Quintus Aemilius Barbulus rueckt mit einem Entsatzheer ihnen entgegen, erreicht Sutri unbehelligt und verproviantiert sich dort.

Am naechsten Tag stellen sich die Heere zur Schlacht auf, doch keiner beginnt den Angriff. Erst als die Sonne am hoechsten steht, ruecken die Etrusker, um nicht unverrichteter Dinge zurueckkehren zu muessen, mit Feldgeschrei vor. Die Schlacht beginnt und viele der Tapfersten der ersten Reihe fallen. Erst als die zweite roemische Linie die erste bereits ermattete abloest, gelangen die Roemer in Vorteil gegenueber den ermatteten Feinden, die noch keine Abloesung bekommen hatten. Doch keiner flieht. Die Schlacht dauert, bis beide Seiten am Abend zum Rueckzug blasen. Die Verluste auf beiden Seiten sind gross. Bei den Roemern starben mehr nach der Schlacht an den Verwundungen, als in der Schlacht gefallen waren. Bei den Etruskern soll nur die Hinterhut uebriggeblieben sein, die gerade noch in der Lage war, das Lager ausreichend zu verteidigen. Beide Parteien ziehen sich vor der belagerten Stadt in ihre Stellungen zurueck und wagen keinen erneuten Angriff. So vergeht das Jahr.

Im darauffolgenden Jahr ruestet Rom zum grossen Schlag. Der Krieg gegen die Samniten wird auf Defensive beschraenkt und beide Konsuln ziehen mit dem groessten Teil des Heeres nach Etrurien. Aber auch die Etrusker waren nicht muessig und hatten mit frischen Kraeften einen starken Belagerungsring um Sutri gelegt.

Den am Fuss der Berge heranrueckenden Roemern rueckten die Etrusker in der Ebene in Schlachtordnung entgegen. Als der Konsul die gewaltige Truppenstaerke der Feinde sah, zog er sich auf den Hang, eine mit Steinen uebersaete Wildnis, zurueck und stellte dort die Truppen auf. Die Etrusker mussten nun bergauf kaempfen und wurden aus der Hoehe mit einem Hagel aus Steinen und Wurfgeschossen empfangen. Dabei geriet ihr Angriff ins Stocken. Als der Konsul das bemerkte, setzte er die in einem Versteck gehaltenen Reservetruppen ein, die sich unter wildem Feldgeschrei mit gezuecktem Schwert auf die zoegernden Etrusker stuerzten. Die Kampflinie schwankte und brach unter dem Stoss zusammen. In wilder Flucht strebten die Etrusker ihrem Lager zu. Doch die roemische Reiterei verlegte ihnen den Weg. So flohen sie auf die Berge und von dort in den Ciminerwald. Den Roemern fiel so auch das Lager mit reicher Beute in die Haende. Tausende Etrusker wurden erschlagen und 38 Feldzeichen erbeutet. Den Roemern stand das Zentrum des Etruskerlandes offen.

Doch davor lag noch der Ciminerwald, ein wildes Waldgebirge, das noch nie ein Roemer betreten hatte. Spaeher wurden, als etruskische Landleute verkleidet, ausgeschickt und als sie die Wege erkundet hatten und zudem berichteten, dass hinter dem Wald die reichen Taeler Zentraletruriens in voelligem Frieden laegen, beschloss der Konsul das Waldgebirge moeglichst heimlich zu durchqueren. Um die etruskischen Spaeher zu taeuschen, liess er nachts die Gepaeckwagen, gefolgt von den Fusssoldaten ausmarschieren. Er selbst blieb mit der Reiterei zurueck und ritt am naechsten Tag, wie um das Gelaende zu inspizieren, vor den feindlichen Spaehern am Waldrand auf und ab. Dann kehrte er ins Lager zurueck. Heimlich verliess er es durch das entgegengesetzte Tor und folgte den Truppen, die er in der naechsten Nacht erreichte. Das Taeuschungsmanoever war gelungen. Am folgenden Tag erreichten die Truppen die Hoehe des Ciminerwaldes und blickten in Etruriens reiche Gefilde.

Die Roemer waren in ein Land vorgestossen, das in tiefstem Frieden lag. Bauern gingen ihrer Arbeit in Feldern und Gaerten nach und grosse Viehherden weideten auf den Wiesen. Ein wilder Raubzug war die Folge. Das Land wurde gepluendert und mit reicher Beute beladen kehrten die Roemer in das Lager bei Sutri zurueck. Dort erwarteten sie Boten des Senats, die sie vor dem Durchdringen des Ciminerwaldes warnen sollten. Doch dafuer war es bereits zu spaet.

Die Nachricht vom Vorgehen der Roemer gegen ein friedliches Land empoerte ganz Etrurien und ebenfalls Umbrien. Ein grosses Heer zog nach Sutrium, um Rache zu nehmen. Es stellte sich zur Schlacht auf, aber die Roemer verliessen ihr Lager nicht. Erbost und erbittert legten sich die Etrusker dort wo sie waren zum Schlafen, um am fruehen Morgen den Kampf zu beginnen. Aber die Roemer kamen ihnen zuvor. Am fruehesten Morgen brachen sie aus dem Lager hervor und ueberrumpelten die noch Schlafenden. Riesige Verluste waren die Folge und nur ein Teil konnte sich in den Wald retten, denn auch das Lager wurde von den Roemern erobert. Ein zwar zahlenmaessig ueberlegenes Volksaufgebot war der diszipliniert und unter guter Fuehrung operierenden roemischen Truppe ein zweites Mal unterlegen.

Doch jetzt stand ganz Etrurien wirklich auf. Zum ersten Mal wurde die > lex sacrata < das uralte "heilige Banngesetz", wonach jeder seinen Mitkaempfer selbst waehlen konnte, durch Beschluss im Zentralheiligtum in Kraft gesetzt.

Am Vadimonischen See trifft das Aufgebot der Etrusker und das roemische Heer unter dem Konsul Quintus Fabius Rullianus aufeinander. Die Schlacht ist furchtbar. Keiner will sich geschlagen geben. Die erste Reihe, die zweite Reihe und schliesslich die Nachhut der Roemer werden in den Kampf geworfen und sind in kurzer Zeit dezimiert. Aber den Etruskern geht es nicht besser und als der Konsul der Reiterei befiehlt abzusitzen und bis in die vorderen Kampfreihen durchzudringen, um die gefaehrdeten Feldzeichen zu sichern, wendet sich das Blatt. Die neue unerwartete Schlachtreihe bringt die Etrusker in Verwirrung. Ihre Hartnaeckigkeit erlahmt und als die ersten sich entkraeftet zur Flucht wenden, wird diese allgemein. Die wieder aufsitzende Kavallerie verfolgt die Fliehenden.

Fortsetzung unter Rom, der Kulturvernichter Teil 2

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