Religion in Atlantis und in den Nachfolgestaaten

von Karl Juergen Hepke

 
Mit am interessantesten sind die Informationen , die aus der Bibliothek von Ugarit ueber die Religion der Kanaaniter entnommen werden koennen. Stellen sie doch zur Zeit die aelteste schriftliche Quelle fuer eine Religion dar, die der atlantischen weitgehend gleich oder aehnlich war. Andererseits faellt auf, dass, bis auf wenige Abweichungen, der kanaanaeische Goetterhimmel auch dem der alten Sumerer entspricht. Ob dies nun darauf beruht, daß Kanaan den Goetterhimmel von Sumer uebernommen hat, oder ob der alte atlantische Goetterhimmel von Anfang an mit dem sumerischen uebereinstimmte, da beide Kulturen aus einer aehnlichen ausserirdischen Quelle gespeist wurden, ist zur Zeit noch schwer zu sagen.

Da es sich aber bei beiden Kulturen um sehr alte Ursprungskulturen handelt, die sich parallel entwickelten, kann man wohl davon ausgehen, dass es sich nicht um eine uebernommene, sondern um eine im Ursprung gleiche Goetterwelt handelt, was ihren Wahrheitswert erheblich steigert. Um das eben gesagte deutlich werden zu lassen, werden im Folgenden den kanaanaeischen Goettern jeweils die entsprechenden Sumerischen gegenuebergestellt.

"An der Spitze des phoenizischen Pantheons steht der Gott EL. Nur die Kanaaniter bezeichnen ihre Hauptgottheit einfach mit dem Namen EL, das heißt GOTT. Sicher hat dies auch zur Entwicklung des alttestamentarischen Gottesbegriffes beigetragen. EL ist der Koenig und Herr aller Goetter, Schoepfer des Universums und von hoechster Weisheit. Er wurde auch Beth EL "Wohnung des EL" genannt."(7)

Sumer kennt an dieser Stelle den Gott "AN" . Er entspricht im wesentlichen der Beschreibung von "EL".
"Nach EL kommt im Range Baal, dessen Name an sich nur "Herr" bedeutet, mit dem aber in Kanaan der libanesische Berg- und Wettergott Hadad gemeint ist."(7) Man stellte diesen Gott meist als kraeftigen, baertigen Mann dar, einen Blitzstrahl schwingend, oft auch noch eine Steinkeule. Der Stier war sein Symbol , was wiederum auf die atlantische Abstammung hinweist. Auf phoenizischen Stelen steht er auf dem Ruecken eines Stiers. Dieser Gott erscheint in vielen Abwandlungen als Adad in Mesopotamien, als hethitischer Wettergott Teshub, als Baal Hadad in Phoenizien.

"In Palaestina wird er Baal Saphon, "Baal des Nordens" genannt. Er wird als Krieger mit Hoernerhelm und einem Blitz in der Hand wie die horitischen oder hethitischen Wettergoetter dargestellt. Baal ist ein Gott der Extreme, des zerstoerenden Gewitters wie auch des befruchtenden Regens." (7)

Sumer kennt hier den Gott Enlil, der Gott der Luefte ist, und die Macht hatte, die Koenige Sumers ein- und auch abzusetzen. Wie Baal greift er also wie ein "Herr" in das Geschehen auf der Erde ein und ist deshalb wahrscheinlich im Ursprung gar kein echter Gott, sondern ein ausserirdischer Kulturbringer, der spaeter zum Gott erhoben wurde. Diesem Bild entspricht auch, dass ihm, wie fast allen "Goettern zweiten Ranges" -naemlich den nach "AN" kommenden- eine Stadt als Eigentum zugeordnet ist. Bei Enlil ist es Nippur.

 
Aliyan Baal, der spaeter als Sohn von Baal Hadad gilt , war urspruenglich wohl der aeltere Gott. "Er war der Hueter der Quellen und Brunnen und der zeitweise fliessenden Fluesse ( also der unterirdischen Wasserlaeufe ). Er laesst das Korn wachsen, kann aber auch Ueberschwemmungen verursachen. Seine Wohnung "Zebul" befand sich anfaenglich in den Tiefen der Erde. Aliyan Baal als Quellengott war zugleich auch Meergott."(7) In dieser Funktion entsprach er dem Poseidon der Griechen und dieser war nach Platon der Gruender, Stammvater und Schutzgott von Atlantis. Hier wurde er Thar oder Tyr genannt und war der Gruendungsgott von Tharsis und spaeter Tyrus. Im westatlantischen Raum von Frankreich und Deutschland erscheint er spaeter als BEL oder BELEN.

Sumer kennt an dieser Stelle Enki mit nahezu gleichen Eigenschaften. Er ist hier Gruendungsgott von Eridu, das als aelteste Stadt der sumerischen Ansiedlung in Mesopotamien gilt und duerfte wie Enlil ebenfalls im Ursprung ein ausserirdischer Kulturbringer gewesen sein. In Sumer gilt er darueberhinaus als an der Erschaffung des kulturbewußten Menschen beteiligt. Als Experte fuer unterirdische Gewaesser und Lebensraeume stammte er moeglicherweise von einem Planeten, auf dem das Leben vorwiegend unter der Oberflaeche stattfindet. (Vielleicht dem Mars ?)

Das verblueffende ist, daß es hier erstaunliche Parallelen zwischen Goettern und Umstaenden der Stadtgruendungen in der Kultur von Atlantis und in der Kultur von Sumer gibt. Beide lagen in der Naehe des Meeres in fruchtbaren Flussebenen und beide entstanden von Anfang an mit einem hohen Niveau an Wissen und Kultur. Beiden vorangegangen waren dazu andere untergegangene Kulturen, Atlantis II die Kultur von Atlantis I und Sumer die Induskultur. Auch der Zeitpunkt der Gruendung der Kulturen kann als identisch angenommen werden. Beiden gemeinsam war auch ihre friedliche Grundeinstellung, was sie in den Augen der oft recht unfriedlichen Nachwelt als Kulturen des "goldenen Zeitalters" erscheinen liess.

Doch weiter zur Goetterwelt der Kanaaniter: " Die Schwester, manchmal auch die Geliebte des Aliyan ist Anath, die kriegerische Jungfrau, wohl eine Erscheinungsform der Astarte und in der Spaetzeit mit ihr unter dem Namen Atargatis verschmolzen. In Karthago hiess sie spaeter Tanit und in Griechenland Athene.

Astarte entspricht als Fruchtbarkeits- und Liebesgoettin der babylonischen Ishtar oder der sumerischen Inanna. Wie in Babylonien genoss sie auch in Phoenizien hohes Ansehen. In ihrem Dienst vollzog sich in beiden Kulturraeumen die kultische Prostitution der weiblichen und maennlichen Hierodulen, die zu ihren Heiligtuemern gehoerten.

Die Fruchtbarkeitsmagie der Vorzeit, vielleicht auch etwas von den uralten androgynen Vorstellungen lebte in diesen Braeuchen fort. Das Prinzip der Fruchtbarkeit wurde in weiblicher wie in maennlicher Gestalt verehrt. Urspruenglich war es vielleicht auch als eine androgyne Gottheit vorgestellt, in der sich die kosmologischen Begriffe "maennlich" und "weiblich" einten und zu einer Gottheit wurden, die aus sich selbst zu zeugen vermochte. Die aeltesten Goetter der aegyptischen und vieler anderer Religionen sind oftmals doppelgeschlechtlich, und auch in der Fruehzeit Vorderasiens gibt es zahlreiche androgyne Idole."(7)

In Sumer ist Inanna ueber die bereits genannten Funktionen hinaus die Goettin, die den Menschen die "ME" gebracht hat, das heisst die Faehigkeiten, die urspruenglich den "Goettern" vorbehalten waren. Man kann das in uebertragenem Sinne wohl so verstehen, daß sie als Fruchtbarkeits- und Liebesgoettin entscheidend dazu beigetragen hat, dass die Gene der Ausserirdischen und damit viele ihrer geistigen Qualitaeten ueber menschliche Frauen auf die Erde uebertragen wurden. Und das ueber das eigentlich fuer die Menschen vorgesehene Mass hinaus. Die Stadt Inannas ist Uruk.

"Der Feind und Gegenspieler des Baal und des Aliyan Baal ist Mot oder, wie er spaeter genannt wird, Molk. Wie Baal und sein Sohn die Keimkraft der Vegetation in der winterlichen Regenzeit, das lebensspendende Quellwasser und die im Fruehjahr spriessende Vegetation verkoerpern, so ist Mot, der ueber die ausgetrocknete Erde regiert, die Personifikation des Sommers und der Ernte."(7) Er regiert auch das Reich des Todes.

In Sumer hat die Regentschaft ueber das Totenreich die Schwester Inannas, Ereschkigal. Dies koennte im uebertragenen Sinn bedeuten, daß die Domaene Inannas, Liebe, Zeugung und Geburt, als die Schwester des Todes, der Domaene Ereschkigals, empfunden wurde.

Der Tod war in Sumer und in Mesopotamien auf Grund der staendigen kriegerischen Auseinandersetzungen, bei denen auch die nichtkaempfende Bevoelkerung wahllos und ohne jede Ruecksicht erschlagen und getoetet wurde, etwas, was zum Leben dazugehoerte. Die Menschen wurden selten alt und lebten in dem Bewusstsein ihrer Wiedergeburt nach ihrem fruehen Tod.

Nach Ausgrabungsergebnissen in Bahrein, dem Dilmun der Sumerer und Vorlaeufer der sumerischen Ansiedlung auf dem Festland, erreichten die Menschen hier selten ein Alter, das ueber 40 Jahre hinausging (12). Diese etwas erstaunliche Tatsache erklaert moeglicherweise auch von den Anfaengen der sumerischen Kultur her ein anderes Verhaeltnis zum Tod und damit auch zur zugehoerigen Goetterwelt als im atlantischen Bereich, wo die Menschen nach entsprechenden Ausgrabungsergebnissen wesentlich aelter wurden.

Im weiteren Goetterhimmel beider Kulturen finden wir dann die Naturgottheiten der Sonne, in Kanaan-Atlantis Shamash, in Sumer Utu, und des Mondes , in Kanaan- Atlantis Nikal, in Sumer Nanna.

Sumer, als stark von kriegerischen Auseinandersetzungen gepraegtes Gebiet ,kennt dazu eine Reihe von Goettern des Krieges wie Ninurta von Nippur, Zababa von Kisch und Ningursan von Lagasch. Darueberhinaus gibt es eine Unzahl von Stadtgoettern in beiden Kulturen. Bemerkenswert im atlantisch-kanaanaeischen Raum ist noch das Vorhandensein eines goettlichen Ingenieurs, Schmiedes und Baumeisters mit Namen Usoos. Er war moeglicherweise als ausserirdischer Kulturbringer fuer die Uebermittlung des besonders die Atlanter auszeichnenden technischen Wissens zustaendig.

Die religioesen Dichtungen von Ugarit wurden wohl anlaesslich kultischer Zeremonien zitiert, vielleicht sogar aufgefuehrt. Eine von ihnen, ein Schoepfungsmythos, ist zweifellos ein Drama mit Musikbegleitung.(7) Er wurde wahrscheinlich nach Abschluss eines siebenjaehrigen Zyklus , der bei den Kanaanitern wie auch noch bei den Hebraeern eine grosse Rolle spielte, aufgefuehrt. Die Handlung schildert die Geburt zweier Goetterpaare und sollte wohl die Gnade der Goetter und die Fruchtbarkeit im naechsten Siebenjahreszyklus sichern. In die Handlung sind immer wieder Anrufungen der Goetter eingefuegt.

"Ein aehnliches Thema, das sich auch auf den Agrarkult bezieht, wird noch in dem Daniel-Epos behandelt. Eine andere Dichtung besingt die Hochzeit der Mondgoettin Nikal."(7) Die kanaanaeischen Goetter und ihre Mythen, wie sie uns durch die Dokumente von Ugarit fuer das 2. Jahrtausend ueberliefert sind, verraten, wie bereits erwaehnt, deutlich ihre Aehnlichkeit mit Mesopotamien und Nordsyrien, sie enthalten auch ein System von magischen Riten, um die als beseelt empfundene Natur zu beeinflussen.

Die Texte von Ugarit haben das Wissen um die geistigen Hintergruende der altkanaanaeischen und damit der atlantischen Welt sehr bereichert. Wir wissen nun aus authentischer alter Quelle und nicht nur aus dem aus zweiter oder dritter Hand stammenden Berichten Platons und Homers weit mehr ueber die Goetterwelt und das Leben der Menschen in dieser Zeit.

 

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Lesen Sie hierzu, umfassend und uebersichtlich dargestellt :

DIE GESCHICHTE VON ATLANTIS, der vergessene Ursprung unserer Kultur
von Karl Juergen Hepke
TRIGA - DER VERLAG, 2.Aufl. 2008, Hardcover, 268 Seiten, Eur 22,00 , ISBN 978-3-89774-539-1

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