Die Bluetezeit des atlantischen Reiches in Deutschland, die Bronzezeit.(18,30a)


Teil 2: Die Auswirkungen der Katastrophe von 1250 v. Chr.

 

 
Mit der kosmischen Katastrophe von 1250 v.Chr. aenderte sich auch das bis dahin stetig gewachsene Kulturbild im Raum zwischen Nordsee und Alpen in dramatischer Weise. Die herannahende Katastrophe , die sich in dem immer naeher Kommen einer zweiten "Sonne" darstellte, hatte vor allem psychologische Wirkung. Die Menschen gerieten in Panik und versuchten die Goetter durch immer groessere Opfer guenstig zu stimmen. Auch zum letzten Mittel der Opferung von Menschen wurde, wie aus vielen Funden , vor allem in den Hoehlen, ersichtlich ist, wieder gegriffen. Ob der Schweif des Meteors auch im Bereich Deutschlands Verbrennungen der Haeuser und Waelder verursachte ist bisher nicht bekannt. Wahrscheinlich lag die Zone dieser Einwirkung mehr auf der Hoehe des noerdlichen Mittelmeers, der Alpen und der suedlichen Karpaten. Nach dem Einschlag aber entstanden auch hier gewaltige Unwetter verbunden mit Gewittern und fuerchterlichen Regenfaellen. Die Kuesten wurden dazu noch durch Flutwellen nie gekannten Ausmasses heimgesucht.

Viele Menschen werden durch Unwetter und Flutwellen gleich ihr Leben verloren haben. Andere, die sich irgendwo, so in Hoehlen oder guenstigen, hoeheren Lagen vor den andauernden Unwettern retten konnten, kamen sehr bald in die Gefahr des Verhungerns, da ein grosser Teil der Vorraete und des Viehs vernichtet worden oder nicht erreichbar war. So ist wohl auch der in Hoehlen nachgewiesene, von den Ueberlebenden ausgeuebte Kannibalismus zu verstehen, der als letzte verzweifelte Moeglichkeit, sein Leben zu retten, gesehen wurde.

Schon die Praehistoriker Pittioni und Kimmig stellten fest, dass im 13. Jahrhundert eine gewaltige Abwanderung aus dem mitteleuropaeischen Raum einsetzte. Sie fiel zusammen mit dem ploetzlichen Auftreten der Bestattung in Urnen nach der vorher kaum ausgeuebten Verbrennung der Toten. Fuer beides hatte man keine logische Erklaerung. Deshalb entstanden Theorien von aus dem Osten eindringenden Reitervoelkern oder Streitwagenkaempfern , welche die Kulturen erheblich geschwaecht haetten und die Bestattung in Urnen mitbrachten. Keine dieser Theorien wurde schliesslich akzeptiert und so bleibt die Frage offen, ob die Erklaerung durch das Eintreten einer kosmischen Katastrophe an den Kuesten des Atlantiks diese Luecke schliessen wird.

Dass ein erheblicher Wandel eingetreten war, ist auch an den Produkten aus Bronze der jetzt folgenden Zeit von 1200 v.Chr. bis 800 v.Chr. , die man allgemein als Spaetbronzezeit bezeichnet , zu sehen. Sie wurden zum grossen Teil aus vorhandenen Bronzeteilen durch Umschmelzen gewonnen. Es kam so gut wie keine neue Bronze mehr auf den Markt. Ein Zeichen, dass ein Grossteil der Gewinnungs- und Produktionskapazitaet und offenbar auch das Wissen der Herstellung der Bronze verschwunden war. Auch der Handel geht auf Grund der weit geringeren Bevoelkerungsdichte zurueck. Durch die auf die Katastrophe folgende Klimaverschlechterung, die viele Jahrhunderte bis etwa 600 v. Chr. andauern sollte, gab es Missernten und Hungersnoete. Da es keine ordnende Zentralgewalt mehr gab, waren Ueberfaelle auf Nachbarn, bei denen man Vorraete vermutete, nichts ungewoehnliches. Auf der Rhein-Main-Donau Route zogen dazu fremde Volksscharen aus Iberien, England und Frankreich auf dem Weg nach Osten durch das Land und brachten weitere Unsicherheit. Ihr Zugweg ist durch Schwert- und Helmfunde westlichen Ursprungs dokumentiert.

Die Folge war, dass viele der sowieso zerstoerten Siedlungen aufgegeben wurden und neue Siedlungen auf schwer zugaenglichen Hoehen mit aufwendigen Verteidigungsanlagen errichtet wurden. Vieh konnte man im Belagerungsfall in diesen kleinen Siedlungen kaum halten, deshalb verlegte man das Schwergewicht auf den Anbau lagerfaehigen Getreides, das am ehesten Schutz vor Hungersnoeten bot. Die aufwendigen Bestattungen der vorherigen Zeit waren aus Mangel an freien Arbeitskraeften nicht mehr moeglich und wurden deshalb nur noch in Einzelfaellen praktiziert. Die jetzt uebliche Bestattung war die Verbrennung der Toten und die Beisetzung in nahezu standardisierten Urnen. Man war zu dieser Bestattungsart schon durch die Katastrophe selbst gekommen, denn es gab hier in kurzer Zeit so viele Tote, dass es unmoeglich war , sie nach altem Ritus zu bestatten. So gibt es zum Beispiel im Muendungsgebiet der Altmuehl in die Donau ein Urnenfeld mit ueber 1000 Bestattungen. Es zeugt vom hohen Stand der Kultur, dass man diese Toten, die sicher vorwiegend direkte Opfer der Katastrophe waren und hier angeschwemmt wurden, nicht einfach in Massengraebern beigesetzt hat.

Da die Bronze auf Grund des Mangels an Neuproduktion an Bedeutung verlor, wurde wieder mehr und bessere Keramik hergestellt. Werkzeuge wurden wieder aus Stein, Geweih und Knochen angefertigt. Die zur Mangelware werdende Bronze wurde in Depots gehortet, da ihr Wert staendig stieg.

Auch die Beraubung vieler Graeber, in denen man wertvolle Bronze vermutete, fiel sicher schon in diese Zeit. Die Bronze wurde nur noch fuer kleine Teile des taeglichen Gebrauchs wie Rasiermesser, Nadeln, Sicheln, Messer und Saegeblaetter , die nicht aus anderen Werkstoffen herstellbar waren, verwendet. Daneben natuerlich auch fuer Waffen, denn von ihnen hing in diesen unruhigen Zeiten oft das Ueberleben ab . Auch die fuer diese Zeit zunehmenden Waffenfunde im Gelaende zeigen, dass kriegerische Auseinandersetzungen nichts seltenes waren. Der Friede, der in diesem Raum unter der Oberherrschaft des atlantischen Reiches geherrscht hatte, war zu Ende. Damit war auch weitreichender Fernhandel nicht mehr moeglich. Wie im Mittelmeerraum war auch im Raum zwischen Nordsee und Alpen eine Epoche zu Ende gegangen. .

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Lesen Sie hierzu, umfassend und uebersichtlich dargestellt :

DIE GESCHICHTE VON ATLANTIS, der vergessene Ursprung unserer Kultur
von Karl Juergen Hepke
TRIGA - DER VERLAG, 2.Aufl. 2008, Hardcover, 268 Seiten, Eur 22,00 , ISBN 978-3-89774-539-1

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