Die kosmische Katastrophe von 1250 v. Chr. (18,29)

von Karl Juergen Hepke

Zur Einfuehrung soll noch einmal der Bericht Solons in Platons Buch Timaios zur Kenntnis der Griechen vom Untergang des atlantischen Reiches dienen, denn er ist letztlich einer der wichtigsten Schluessel zu den historischen Ereignissen im Uebergang von der alten zur neuen geschichtlichen Zeit.(Die zur Bestimmung der Lage und zum Untergang von Atlantis dienenden Informationen werden wie in Die Lage von Atlantis in Rot dargestellt.

" Es ist in Aegypten, im Delta, wo der Nil sich spaltet, ein Land, welches das Saitische heisst, und dessen groesste Stadt Sais ist. Dorthin, erzaehlte Solon, sei er gereist, und habe die am meisten kundigen Priester ueber die alten Zeiten befragt und dabei erkannt , dass weder er noch sonst einer der Griechen davon das geringste wisse.

Eines Tages, als sie von den alten Zeiten sprachen, habe ihm ein hochgelehrter Priester gesagt ." Ach Solon, Solon! Ihr Hellenen bleibt doch immer Kinder, zum Greise aber bringt es kein Hellene." "Wieso? Wie meinst du das?" habe er gefragt. Da habe ihm jener geantwortet : "Jung in den Seelen seid ihr alle, denn ihr hegt in ihnen keine alte , auf altertuemliche Erzaehlungen gegruendete Meinung noch ein durch die Zeit ergrautes Wissen.

Der Grund dafuer aber ist der : Viele und mannigfache Vernichtungen der Menschen haben stattgefunden und werden stattfinden, die bedeutendsten durch Feuer und Wasser, andere, geringere durch tausend andere Zufaelle.

Das wenigstens, was auch bei euch erzaehlt wird, dass einst Phaeton, der Sohn des Helios, der seines Vaters Wagen bestieg, die Oberflaeche der Erde, weil er die Bahn des Vaters einzuhalten unvermoegend war, durch Feuer zerstoerte, selbst aber, vom Blitz getroffen, den Tod fand, das wird wie ein Maerchen berichtet. Das Wahre daran beruht aber auf der Abweichung der am Himmel um die Erde kreisenden Sterne und der nach langen Zeitraeumen stattfindenden Vernichtung des auf der Erde befindlichen durch maechtiges Feuer.

Wenn die Vernichtung durch maechtiges Feuer stattfindet, dann pflegen diejenigen, welche die Berge und die trocken gelegenen Gegenden bewohnen, eher als die an Fluessen und dem Meere Wohnenden unterzugehen. Wenn dagegen die Goetter die Erde , um sie zu laeutern, mit Wasser ueberschwemmen, dann kommen die Bewohner der Berge davon. Die bei euch am Meer in den Staedten Wohnenden dagegen, werden von den Stroemen in das Meer fortgerissen.

Und so geschah es dann bei euch und bei anderen Voelkern, dass man gerade mit der Schrift und allem anderen , dessen die Staaten beduerfen, versehen war, und dann brach wie eine Krankheit eine Flut vom Himmel ueber euch herein und ließ nur die der Schrift Unkundigen und Ungebildeten zurueck, so dass ihr von Anbeginn wiederum gewissermaßen zum Jugendalter zurueckkehrt, ohne von dem etwas zu wissen, was sich in alten Zeiten bei euch und anderswo so begab.

Und so wisst ihr auch nicht, welch eine bedeutende Heldentat euer Staat Athen einst vollbrachte. Das bei uns Aufgezeichnete aber berichtet, eine wie große Heeresmacht dereinst euer Staat ueberwaeltigte, welche von dem atlantischen Meere her uebermuetig gegen ganz Europa und Asien heranzog. Damals war naemlich dieses Meer schiffbar, und vor dem Eingang, der wie ihr sagt, die Saeulen des Herakles heisst, befand sich eine Insel groesser als Asien und Libyen zusammengenommen. Von ihr aus stand dem damals Reisenden der Zugang zu den uebrigen Inseln, von diesen aber dann zu dem ganzen gegenueberliegenden, an jenem wahren Meer gelegenen Festland offen

Auf dieser Insel Atlantis vereinte sich eine grosse wundervolle Macht an Koenigen und ihre in eins verbundene Gesamtmacht unternahm es einst, euer und unser Land und das gesamte diesseits des Eingangs gelegene, durch einen Heereszug zu unterjochen. Da nun, o Solon , wurde das Kriegsheer eurer Vaterstadt durch Tapferkeit und Mannhaftigkeit vor allen Menschen offenbar. Denn, indem sie durch Mut und die im Krieg anwendbaren Kunstgriffe alle anderen uebertraf, geriet sie, teils an der Spitze der Hellenen, teils nach dem Abfall der uebrigen notgedrungen auf sich alleine angewiesen, in die aeussersten Gefahren, siegte aber und errichtete Siegeszeichen ueber die Heranziehenden, hinderte sie die noch nicht Unterjochten zu unterjochen, uns uebrigen aber, die wir innerhalb der Heraklessaeulen wohnen, gewaehrte sie grosszuegig die Befreiung.(29)

Indem aber in spaeterer Zeit gewaltige Erdbeben und Ueberschwemmungen eintraten, versank, indem nur ein schlimmer Tag und eine schlimme Nacht hereinbrach, eure Heeresmacht insgesamt und mit einem Male unter die Erde, und in gleicher Weise wurde auch die Insel Atlantis durch Versinken in das Meer den Augen entzogen. Dadurch ist auch das dortige Meer unbefahrbar und undurchforschbar geworden, weil der in geringer Tiefe befindliche Schlamm, den die untergehende Insel zurueckliess, hinderlich wurde." Soweit der Bericht Platons.

Die kosmische Katastrophe.

Heulet ihr Tharsisschiffe, denn sie ist zerstoert, es ist kein Haus mehr da, und niemand zieht mehr dorthin. Die Einwohner der Insel sind still geworden und die Feste am Meer spricht : Ich bin nicht mehr schwanger , ich gebaere nicht mehr, ich ziehe keine Juenglinge mehr auf und erziehe keine Jungfrauen. Heulet ihr Einwohner der Insel ! Fahret hin gen Tharsis, ist das eure froehliche Stadt, die sich ihres Alters ruehmte? Jesaja, Kapitel 23

Was war geschehen, was erschuetterte die Menschen bis zum oestlichen Rand des Mittelmeers. Aus archaeologischen Grabungen wissen wir, dass Troja etwa um 1250 v. Chr. durch ein Erdbeben zerstoert wurde. Auch aus der Gegend von Mykene im suedlichen Griechenland sind grosse Erdbebenschaeden aus dieser Zeit bekannt. In der Argolisebene suedlich von Mykene fanden sich zusaetzliche Schaeden durch eine verheerende Ueberschwemmung. Eine bis zu fuenf Meter dicke Schlammschicht deckte hier Teile der Stadt Tyrins zu (41).

Aus Ronda, einer ueber 3000 Jahre alten Stadt im Bergland von Andalusien ist bekannt, dass ein Erdbeben in vorgeschichtlicher Zeit den ueber 100 Meter hohen Felsen, auf dem heute die Stadt steht, gespalten hat und eine tiefe Schlucht hinterliess, die heute durch drei Bruecken ueberspannt wird.

Bei Jesaja im Kapitel 24 ist zu lesen, was wohl damals von Augenzeugen berichtet wurde: "Es wird die Erde mit Krachen zerbrechen, zerbersten und zerfallen. Die Erde wird taumeln wie ein Trunkener und wird hin und hergeworfen werden wie ein Haengebett. Denn die Fenster in der Hoehe sind aufgetan und die Grundfesten der Erde beben."
Es hat also offensichtlich nicht nur ein verheerendes Erdbeben stattgefunden ,sondern zusaetzlich wurden noch "die Schleusen des Himmels geoeffnet", und ein gewaltiger andauernder Platzregen stuerzte auf das Land nieder, schwemmte die Erde von den durch die Menschen entwaldeten Bergen und stuerzte als Wasser - Schlammlawine durch die Taeler , Menschen und Tiere, Baeume, Mauern und Staedte mit sich fortreissend. Zurueck blieb eine Landschaft des Grauens, in der kein Mensch mehr leben mochte.

Denn wie heißt es bei Jesaja weiter : Siehe der Herr macht das Land leer und wuest und wirft um was darin ist, und zerstreut seine Einwohner. Das Land steht jaemmerlich und verderbt; der Erdboden nimmt ab und verdirbt. Eitel Wuestung ist in der Stadt geblieben und die Tore stehen offen.<

Erdbeben dieser Groessenordnung haben einen weiteren schrecklichen Effekt, der sich vor allem auf die Kuesten auswirkt. Sie loesen eine Meereswelle aus , die in unguenstigen Faellen bis zu 200 Meter hoch werden kann. Man nennt sie heute Tsunamis, ein Begriff , der aus Japan stammt, denn in neuerer Zeit kennt man diese Erscheinung vor allem in den Kuestenregionen seiner Inseln. Sie ueberfluten die Kuestenregionen und reissen alles mit sich fort.

Es ist gut moeglich, dass ein Zentrum des Erdbebens vor der Kueste Iberiens lag , dass eine Flutwelle weit in die ungeschuetzte, zum Meer hin offene Ebene Andalusiens eindrang und beim Vor- und Zurueckfluten alles zerstoerte und schliesslich eine Schlammwueste zurueckliess, in die kein Schiff mehr vordringen konnte. So wuerde auch die Aussage in Platons Bericht ueber den Untergang von Atlantis zutreffen :

"Indem aber in spaeterer Zeit gewaltige Erdbeben und Ueberschwemmungen eintraten, wurde auch die Insel Atlantis durch Versinken in das Meer den Augen entzogen. Dadurch ist auch das dortige Meer unbefahrbar und undurchforschbar geworden, weil der in geringer Tiefe befindliche Schlamm, den die untergehende Insel zurueckliess, hinderlich wurde". Der von den Aegyptern verwendete Begriff "Insel Atlantis" muss dabei nicht auf das ganze Land zutreffen, denn fuer die Aegypter, die selbst keine Seefahrer waren und sich nur widerwillig auf das gefaehrliche "grosse Gruene", wie sie das Meer nannten, hinauswagten, bestand eine "Insel" schon aus einem nur ueber das Meer zu erreichenden Strand mit etwas Hinterland.

Da das grosse Erdbeben auch einen verheerenden Platzregen mit sich brachte, beide die ganze Mittelmeerregion einschliesslich Griechenlands in Mitleidenschaft zogen und die Katastrophe dort nach Platon einen Tag und eine Nacht anhielt, kommt als Verursacher der Katastrophe der Einschlag eines groesseren Meteoriten an der Atlantikkueste in Frage. Dieser Meteorit, und das durch seine Einschlagsenergie ausgeloeste nachfolgende Erdbeben, waren dort Ausloeser einer gewaltigen Flutwelle, welche die atlantische Kueste von Iberien, Frankreich, England, Irland und in abgeschwaechter Form die Kuesten der Nordseeanrainer heimsuchte und den Untergang vieler an der Kueste gelegener Staedte des atlantischen Reiches verursachte. Auch fuer den kulturellen und politischen Mittelpunkt des Reiches , Tharsis, bedeutete sie Tod und Untergang der Stadt.

Die Lage der Stadt an der Suedwestkueste Iberiens an einer Meeresbucht, das Zentrum nur 10 Kilometer vom Meer, zwar auf einem Huegel, aber dahinter ein Bergruecken parallel zur Kueste, war ausserordentlich unguenstig fuer eine derartige Flutwelle. Zum Meer hin erstreckte sich die Ebene, nur wenige Meter ueber dem Meeresspiegel liegend. Und diese Ebene war dazu noch durchzogen von Flusslaeufen und kuenstlichen Kanaelen, von denen der Hauptkanal, der auch als Hafen diente, in einer Breite von 100 Metern im rechten Winkel zur Kuestenlinie direkt auf das Zentrum der Stadt zulief.

 

So fand die Flutwelle bis zum Fuss des Huegels so gut wie keinen Widerstand. Die Bucht und der Hauptkanal konzentrierten darueberhinaus noch wie ein Trichter die Wucht der Wassermassen direkt auf den Huegel und das Zentrum der Stadt und, da sie durch den hinter dem Huegel liegenden Bergruecken zusaetzlich noch daran gehindert wurden, sich weiter in das Tal des Gualdaquivir auszubreiten, stiegen sie zu einer beachtlichen Hoehe an. Wahrscheinlich hoerte der Anstieg erst auf, als das Wasser seinen Weg durch den hinter dem Huegel liegenden Sattel des Bergrueckens fand. So blieben die Spitze des Berges mit den darauf liegenden Bauten vom Wasser verschont. Das Erdbeben aber zerstoerte wahrscheinlich auch sie.

Der Huegel mit dem historischen Stadtkern jedoch wurde durch Erdbeben und Flutwelle gleichermassen getroffen und vollstaendig vernichtet. Die von Platon beschriebene Stadt am Kanal mit ihren aus Holz und Lehm errichteten leichten Bauten der Kaufleute und Handwerker duerfte schon vorher von der Flutwelle vollstaendig hinweggefegt worden sein, und der Huegel mit dem Stadtkern wurde dann zusaetzlich mit dem Schutt der Vorstadt zugedeckt.

Anders dagegen sah es auf dem Huegel aus. Hier standen die alten Hauptbauten, Tempel und Koenigspalast, nach atlantischer Art fest und sicher aus grossen Steinbloecken gut gebaut. Hier muesste sich ein Teil der alten Stadtstruktur, zumindest in den Kanaelen , unter den Truemmern und dem angeschwemmten Schutt und Schlamm erhalten haben. Obwohl hier spaeter in der Naehe mindestens eine Stadt, Tartessos, und nachfolgend Cadiz und Puerto entstanden, muesste sich mindestens in den unteren Schichten der Ebene das alte Tharsis-Atlantis wieder ausgraben lassen. Die ueber der Erdoberflaeche erhaltenen Reste an behauenen Steinen haben sicher Verwendung beim Bau der neuen Staedte gefunden, in dem Reisebericht des Avieno finden sie noch Erwaehnung. Besonders interessant an dieser Ausgrabungsstaette duerfte sein, dass Tharsis-Atlantis, wie Pompeji und Herculaneum, durch eine Naturkatastrophe unterging und dass damit alle Schaetze und alle Gegenstaende des taeglichen Lebens nicht durch Menschen geraubt, sondern schlimmstenfalls durch die Kraefte der Natur zerstoert worden sind.

Da in Tharsis als Zentrum des atlantischen Metallhandels aber reichlich Metallgegenstaende aus Gold, Silber, Bronze und Kupfer vorhanden waren, muesste eine umfangreiche Ausgrabungsaktion reiche Funde ergeben. Ein Anfang dazu wurde bereits gemacht. Man fand in der Naehe von Sevilla einen reichen Goldschatz, der heute als tartessischer Schatz im Museum in Sevilla besichtigt werden kann . Zufallsfunde wurden ausserdem in Puerto im Bereich der ehemaligen Stadt Tharsis und ihrer ehemaligen Rennbahn gemacht. Sie wurden auf die mittlere Steinzeit datiert. Die Ausgrabungen, die bisher in relativ bescheidenem aber doch auf Grund der Funde zunehmendem Umfang auf dem Huegel hinter der Ebene stattgefunden haben, foerderten Keramikwaren und Werkzeuge "phoenizischen" Ursprungs und Gegenstaende, die einen regen Austausch mit den Griechen verraten. Sie wurden von den oertlichen Archaeologen auf das neunte bis dritte Jahrhundert v. Chr. datiert stammen also nicht aus der Zeit vor der Katastrophe.

Doch zurueck zum Geschehen von 1250 v.Chr. und die Folgen fuer die Stadt Tharsis und das Land. Die Flutwelle des Meeres, welche die in der Ebene liegende Stadt und den Hafen vollstaendig hinwegriss und die Stadt auf dem Huegel zerstoerte und zudeckte, flutete anschliessend auch wieder zurueck und riss dabei alles halbwegs schwimmende, was durch das Erdbeben und das anstroemende Wasser zerstoert und geloest worden war, mit ins Meer hinaus. Das mochten Menschen, Tiere, Balken, Schiffe, Baeume oder auch Erde, Geroell, Schlamm und die gesamte Ernte der Felder und der Bewuchs der Erdoberflaeche sein.

Zurueck blieb eine Schlammwueste, verschuettete Kanaele, eine schlammgefuellte Meeresbucht. Der nachfolgende, tagelang andauernde, sintflutartige Platzregen liess dazu von den Bergen eine weitere Flut folgen, die durch die verschlammten und durch Baeume und Steine blockierten Kanaele und Fluesse nicht abfliessen konnte. Das Land versumpfte und jeder Zugang zur ehemaligen Stadt war, wie auch in dem Bericht von Platon erwaehnt, fuer lange Zeit unmoeglich gemacht. So erklaert sich auch die Aussage in dem Bericht Platons, daß die Stadt "unterging". Und zur Klarstellung sollen hier deshalb noch einmal die Worte Platons wiederholt werden :

Indem aber in spaeterer Zeit gewaltige Erdbeben und Ueberschwemmungen eintraten, wurde auch die Insel Atlantis durch Versinken in das Meer den Augen entzogen. Dadurch ist auch das dortige Meer unbefahrbar und undurchforschbar geworden, weil der in geringer Tiefe befindliche Schlamm, den die untergehende Insel zurueckliess, hinderlich wurde.

Damit war also in diesem Fall von Atlantis II nicht zwangslaeufig ein dauerhaftes Versinken der Stadt im Meer, wie im Fall von Atlantis I ,gemeint, sondern es muss sich um eine voruebergehende Ueberflutung mit vollstaendiger Zerstoerung handeln, die ebenfalls die ehemalige Stadt den Augen entzog. Der nachfolgende Satz ueber die Unbefahrbarkeit des Meeres wegen zu geringer Wassertiefe und Verschlammung erzwingt geradezu die Version des nur voruebergehenden Untergangs. Denn jedem , der ein durch eine Naturkatastrophe voruebergehend ueberflutetes Gebiet gesehen hat, ist dieses Problem der Unbefahrbarkeit gelaeufig.

Noch heute befinden sich in der Bucht von Cadiz und an der suedlicheren Kueste grosse Salzsuempfe im Kuestenbereich. Der moderne Strassenbau hat sie zugaenglich gemacht und doch vermittelt ihr Anblick noch viel von der Trostlosigkeit , die das Land nach der Katastrophe ausstrahlte und die ueberlebenden Menschen in die Flucht trieb . Darueberhinaus ist auch heute noch der Kuestenbereich, bis stellenweise weit in das Land hinein, durch versalzten unfruchtbaren Boden gekennzeichnet.

Auswirkungen der Katastrophe von 1250 v. Chr. im Mittelmeerraum.(41)

Durch archaeologische Funde ist bekannt, dass Troja am Ende der Bronzezeit zweimal innerhalb weniger Jahrzehnte zerstoert worden ist. Zunaechst wurde der Ort um 1250 v. Chr. durch ein Erdbeben geschaedigt. Eine der gewaltigen Verteidigungsmauern brach bei dem Erdbeben zusammen, Treppen stuerzten ein und Fundamente verschoben sich. Einige Gebaeude zeigten deutliche Brandspuren. "(41)

"Beim Wiederaufbau der Festung hatten die Trojaner einen neuen Plan im Sinn. Der Grundriss innerhalb des neubefestigten Verteidigungssystems wurde dahingehend geaendert, dass die auf fuerstliche Herrscher zugeschnittene Bauweise mit grosser Megara und weiten offenen Plaetzen von kleineren Gebaeuden abgeloest wurde, zwischen denen kaum Strassen verliefen. Riesige Vorratsgefaesse wurden im Boden versenkt - die Raender ragten nur leicht ueber die Oberflaeche hinaus - und mit Holzbalken oder Felsscheiben abgedeckt. Um die gleiche Zeit versiegten die Importe aus Mykene, die von 1400 bis 1250 reichlich geflossen waren. Innerhalb einer Generation nach Fertigstellung des neuentworfenen Troja VIIa - mit einem Grundriss den man als Vorbereitung fuer eine Belagerung gedeutet hat - wurde die Stadt gepluendert. Diese zweite Zerstoerung durch katastrophale Feuersbruenste wird gemeinhin den Griechen zugeschrieben. Leider ist es den Wissenschaftlern bis heute nicht gelungen, den Untergang Trojas mit Sicherheit zu datieren; daher muß sich die Forschung auf die moeglicherweise subjektiv gepraegten Ergebnisse hervorragender Wissenschaftler verlassen."(41)

Bei archaeologischen Ausgrabungs- und Bohrarbeiten bei Tiryns in der griechischen Argolis stellte man fest , dass sich hier eine katastrophale Ueberschwemmung ereignet haben musste, die den oestlichen Teil des tiefer gelegenen Stadtgebietes unter einer mehrere Meter dicken Schlammschicht begrub.
Bei manchen Bohrungen fanden sich in dieser bis zu fuenf Meter dicken Schicht eine Vielzahl gut erhaltener Keramikscherben, darunter auch seltene Stuecke. Die meisten davon wurden auf das Ende der Palastperiode datiert , ein Hinweis, dass die Ueberschwemmung um diese Zeit ( 1200 bis 1250 v. Chr.) stattgefunden haben muss. Zusaetzlich haben die Ausgrabungen von Tiryns Hinweise auf mehrere Erdbeben erbracht, darunter eins um 1200 v. Chr.. In Mykene gibt es Hinweise auf Erdbeben in der Zeit zwischen 1300 und 1200 v. Chr.; es gab schwere Braende und einige Haeuser stuerzten ein , wobei mindestens ein Bewohner auf der Tuerschwelle erschlagen wurde.(41)

Viele dieser Daten sind ebenfalls mit grosser Wahrscheinlichkeit auf das kosmische Ereignis zurueckzufuehren, das grosse Verheerungen im Mittelmeerraum anrichtete, zur Vernichtung von Tharsis, der Versperrung des noerdlichen Seewegs zum Atlantik, auf die wir spaeter noch zu sprechen kommen werden, und in seinen Folgen zum Untergang aller auf dem erfolgreichen Seehandel mit Metallen aus dem atlantischen Raum beruhenden Kulturen dieser Zeit im oestlichen Mittelmeerraum fuehrte.

Auch Inschriften in Aegypten berichten von einer schweren Naturkatastrophe um 1200 v. Chr.(1) Diese Katastrophe zog ganz Europa in Mitleidenschaft. Ein Meteorit , der in zunehmender Groesse am Himmel erschien , mehrfach um die Erde kreiste und den Himmel verdunkelte, dann ueber die Erde hinzog und die Waelder verbrannte, stuerzte schliesslich im Bereich "des Nordmeeres" , also der atlantischen Kueste, auf die Erde und loeste schwere Erd- und Seebeben aus .(1)

”Durch den Energieeintrag wurden enorme Mengen Seewasser verdampft, was zu immenser Wolkenbildung und schweren andauernden Regenfaellen fuehrte. Der Regen schwemmte den kultivierten Boden von den Berglagen und deckte den Kulturboden in den Taelern durch Schlammschichten zu. Die vermehrte Wolkenbildung fuehrte zu einer Verschlechterung des Klimas , die sich vor allem in den noerdlicheren Siedlungsbereichen sehr negativ auf die Ernten auswirkte. Es kam zu Hungersnoeten und zu einer Massenauswanderung aus dem am staerksten betroffenen Raum von Iberien, Frankreich, Nordwestdeutschland , dem baltischen Raum, England und Irland, den Stamm- und Neusiedlungsgebieten des atlantischen Reiches am Atlantik und im noerdlichen Europa.

Als der Auswanderungszug sich zunehmend zum erfolgversprechenden Eroberungszug entwickelte, schlossen sich spaeter auch Bewohner der Mittelmeerlaender des Reiches ihm an. Tyrrhenien, Sardinien und Korsika, die offenbar auch von der langandauernden Verschlechterung des Klimas betroffen wurden, lieferten weitere Volksscharen. Diese Voelker kehrten nach vielen Jahren Wanderung durch den oestlichen Mittelmeerraum zum grossen Teil nach und nach auf dem Seeweg in ihr altes Siedlungsgebiet zurueck. Aus den ehemaligen Tyrrheniern wurden so die Etrusker "unbekannter Herkunft" der alten Geschichtsschreibung.

Und da sie aus dem Osten kamen, und nach den Verwuestungen durch das Naturereignis die Kultur nach dem Westen zurueckbrachten, entstand die Meinung, dass alle Kultur aus dem Osten kam.
"EX ORIENTE LUX , aus dem Osten kam das Licht " heisst es noch heute in der konventionellen europaeischen Geschichtsschreibung.

Ein Irrtum, bei dem sie sich in guter Gesellschaft der Griechen, auf deren Wissen und Geschichtsschreibung weitgehend die bisherigen Vorstellungen von der alten Zeit basieren, befindet. Um dieses traditionelle Geschichtsbild nicht umstossen zu muessen, werden dazu oft abenteuerliche Ideen entwickelt um neue wissenschaftliche Erkenntnisse in dieses alte Geschichtsbild einfuegen zu koennen.

Aber wie sagte schon der aegyptische Priester zu Solon ?
"IHR HELLENEN BLEIBT DOCH IMMER KINDER ; ZUM GREISE ABER BRINGT ES KEIN HELLENE "

. Es waere also an der Zeit, Abschied zu nehmen von diesen zwar liebgewonnenen, aber doch modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht mehr entsprechenden, etwas "kindlichen" Vorstellungen der alten Griechen und sich geistig auf den Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse des Jahres 2000 n. Chr. einzustellen.

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Lesen Sie hierzu, umfassend und uebersichtlich dargestellt :

DIE GESCHICHTE VON ATLANTIS, der vergessene Ursprung unserer Kultur
von Karl Juergen Hepke
TRIGA-DER VERLAG, 2.Aufl. 2008, Hardcover, 268 Seiten, Eur 22,00 , ISBN 978-3-89774-539-1

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