Drei atlantische Sterne am Himmel Israels (18)

von Karl Juergen Hepke

Die Geschichte des juedischen Volkes ist eine Geschichte voll von Ereignissen und Gegebenheiten, die in vielen Dingen als ein Konzentrat der Geschichte der Menschheit der westlichen Welt betrachtet werden koennen. In dieser Hinsicht stimmt sicher die Bezeichnung des "auserwaehlten Volkes", die gern von den Juden fuer ihr Volk benutzt wurde und von einigen auch gern wieder benutzt wird. Wie bereits in dem Kapitel ueber das atlantische Reich erwaehnt, ist der Anfang des juedischen Volkes eng mit der Geschichte Kanaans und Aegyptens verknuepft. In dem Kapitel ueber die atlantische Wanderung wurde ausserdem ueber die Einwanderung immer neuer Voksscharen atlantischer Herkunft in den Raum Syriens, Kanaans und Aegyptens berichtet. Auch diese Voelker wurden zum Teil hier, zumindestens fuer eine gewisse Zeit, ansaessig und hinterliessen Spuren kultureller und ethnischer Art. Ihnen vorangegangen waren bereits die ersten Einwanderer atlantischer Abstammung um das Jahr 3000 v. Chr., die atlantische Einwanderungswelle um 2000 v. Chr. und die Eroberung des Landes durch das Heer der atlantischen Hyksos um 1780 v. Chr., deren Herrschaft ueber diesen Raum bis etwa 1560 v. Chr. andauerte.

Die atlantische Herkunft ist aber nur eine der Wurzeln der Bevoelkerung dieses Raumes. Eine weitere Wurzel ist der mesopotamische Raum, aus dem der Urvater Israels , Abraham , mit seiner Sippe kam, und eine dritte und vierte Wurzel sind die Nomadenvoelker Arabiens und Nordafrikas und das Voelkergemisch, das sich im Laufe der Jahrtausende im Nildelta gebildet hatte. Auch in Kanaan selbst gab es anfangs eine Urbevoelkerung , die sich offenbar durch besondere Koerpergroesse auszeichnete und als Enakiter, die dann spaeter ausgerottet wurden, in die Bibel einging.

Das juedische Volk selbst, das erst um 1100 v. Chr. in Kanaan mit Waffengewalt eindrang, die hier ansaessige Bevoelkerung zum grossen Teil toetete, um selbst das Land zu besiedeln, war gleichfalls kein ethnisch homogenes Volk. Aehnlich wie die bereits vorhandene Bevoelkerung, setzte es sich aus Menschen kanaanitischer, mesopotamischer, arabischer, lybischer, aegyptischer und atlantischer Herkunft zusammen, denen ein Schicksal gemeinsam war, naemlich das, aegyptischer Zwangsarbeiter zu sein. Daraus resultierte der gemeinsame Wille, sich aus dieser Fron zu befreien, der in der Person des Moses, der selbst eine hochwertige Ausbildung am Hof des Pharaos genossen hatte, einen angemessenen Vertreter am Hof des Herrschers fand. Moses gelang es dann schliesslich auch , dem groesseren Teil dieses anfangs sehr inhomogenen Volkshaufens mit Hilfe einer von ihm entworfenen neuen Religion und einer 40 Jahre andauerndem Wanderung durch die Halbinsel Sinai, in der die Auswanderergeneration durch eine neue, vermischte, ersetzt wurde, eine neue Identitaet als "das auserwaehlte Volk Gottes, des Herrn der Heerscharen", zu geben.

Um dieser neuen Religion mehr Nachdruck zu verleihen, wurde sie durch besondere Gebote, wie das der generellen Beschneidung der Vorhaut am maennlichen Glied, dessen fuer das Sexualleben positiven Auswirkungen Moses sicher am aegyptischen Hof kennengelernt hatte und besondere Regeln ueber den Genuss von Speisen erweitert und damit ein Unterschied zu den bereits bestehenden Religionsformen geschaffen. Auch das Nichtvorhandensein einer weiblichen Gottheit, und die damit verbundene Nichtbeachtung der weiblichen Seite der menschlichen Existenz unterschied die neue Religion von allem bisherigen. Das strikte Gebot, dass es nur einen Gott gibt, und dass von ihm keine bildlichen Darstellungen irgendwelcher Art angefertigt werden durften, war ebenfalls neu und stiess in der Praxis, weil es der menschlichen Natur nicht entsprach, auf grosse Einfuehrungsprobleme.

Von der Integration in das neue Volk hatten sich auch die relativ homogenen atlantischen Volksgruppen ausgeschlossen , die als ehemalige Soeldner des Pharaos die Gelegenheit ergriffen hatten, das Land ihrer Abhaengigkeit zu verlassen, um woanders in Freiheit zu leben. Die Bibel bezeichnet sie als Stamm Ruben, Gad und Manasse. Sie hatten sich, als wegen ihrer Kriegstuechtigkeit sehr geschaetzte Begleiter, dem Zug angeschlossen. Als schliesslich das Ziel, das gelobte Land Kanaan erreicht war und sie in den Gebieten oestlich des Jordan Viehweiden und Ackerland vorfanden, die ihren Vorstellungen entsprachen, wollten sie sich hier niederlassen. Moses jedoch, der auf ihre Unterstuetzung und Kampfkraft zur Eroberung des Landes westlich des Jordan, das den Israeliten als Siedlungsgebiet angewiesen war, nicht verzichten konnte, hinderte sie unter Drohungen daran und verpflichtete sie, erst bei der Eroberung der Westjordangebiete zu helfen. Als Belohnung dafuer sollten sie dann das gewuenschte Land erhalten. ( 4 Mose 32, 1-42)

Sie siedelten dann, nachdem sie die bereits ansaessigen atlantischen Amoriter vertrieben hatten, in diesem Gebiet, das in der spaeteren Geschichte dann als Gebiet der Aramaeer, Moabiter und Edomiter bezeichnet wird. Diese Voelker sind aber eindeutig nicht israelitischer Zugehoerigkeit, was darauf schliessen laesst, dass nach der Ansiedlung die Gemeinsamkeiten mit den Israeliten zunehmend verfielen und die Zugehoerigkeit zur atlantischen Volksgruppe und Kultur an Bedeutung gewann.


Diese Nichtzugehoerigkeit zur israelischen Gruppe der genannten Staemme sowie der Staemme Asser , Sebulon, Dan und Naphtali, die an den noerdlichen Raendern des israelischen Gebietes Wohnung nahmen, ist wahrscheinlich auch der Grund fuer die Anordnung, dass sich diese Staemme auf dem Berge Ebal versammeln sollten (5 Mose 27, 11-26)

um ihren atlantischen Gewohnheiten abzuschwoeren, wozu als besondere Aergernisse die Anfertigung und Verehrung von Goetterbildern und die leichtgenommenen sexuellen Beziehungen innerhalb der Familie gehoerten. Diese Staemme und dazu noch der Stamm Ephraim fielen spaeter auch dadurch unangenehm auf, dass sie die, laut Moses , von Gott angeordnete Vernichtung der kanaanitischen Urbewohner der ihnen zugewiesenen Laender nicht durchfuehrten, sondern sich mit ihnen arrangierten und mit ihnen zusammenlebten.( Richter 1,27-36 ) Diese Nichtbeachtung des "goettlichen Gebotes" fuehrte dann auch dazu, dass hier die alte atlantische oder kanaanitische Religion wieder an Boden gewann und Baal und Astarte wieder zunehmend angebetet wurden.

In der Zeit der Richter verfiel so teilweise die mit grossen Muehen eingefuehrte neue Religion und damit auch die Hauptklammer der israelischen Staemme. Bei kriegerischen Auseinandersetzungen mit den noerdlichen atlantischen Nachbarn von Hazor erschienen die Staemme Ruben, Gilead, Asser und Dan nicht im israelischen Aufgebot ( Richter 5, 15-17 ) und es kam wegen Verstoessen gegen das Gastrecht sogar zu einem moerderischen Bruderkrieg gegen den Stamm Benjamin, der diesen fast voellig ausloeschte. Durch Zufuehrung von Frauen aus dem vorwiegend atlantisch orientiertem Gilead, wurde auch dieser im Zentrum Israels ansaessige Stamm wieder fuer die alte atlantische Religion aufgeschlossen.

So erwies sich mit der Zeit, dass ein rein stammesmaessig organisierter Staat auf die Dauer nicht lebensfaehig sein wuerde und der Ruf nach der Organisation als einheitliches Koenigreich wurde immer unueberhoerbarer. Zur Zeit des Richters Samuel kam es dann zur Festlegung des Koenigsrechts ( 1 Sam. 8, 11-22 ) und im Jahr 1014 v. Chr. zur Auswahl von Saul aus dem Stamme Benjamin als erstem Koenig. Der Stammbaum Sauls laesst sich nicht auf die Stammvaeter Israels zurueckverfolgen. Sein Vater hiess Kisch, was in Richtung Mesopotamien weist, die Vorvaeter hiessen Abiel, Zeror, Bechorat und Aphiach. Sauls Vater war wohlhabend und lebte in der Stadt Gidea in Benjamin, die Ausloeser des erwaehnten Bruderkrieges zwischen Benjamin und den uebrigen israelitischen Staemmen war. Moeglicherweise war er mit seiner Sippe in das durch den Krieg nahezu der gesamten Bevoelkerung beraubte Gidea aus Mesopotamien eingewandert und hier schnell zu Reichtum gelangt. Saul selbst war von stattlicher Gestalt und ueberragte die Israeliten um Haupteslaenge. Nach anfaenglichem Zoegern nahm er die Koenigswuerde an und konnte einige Erfolge erzielen.

Dies erwies sich auch als unbedingt noetig, denn rings um das Siedlungsgebiet der israelischen Staemme tobten die Auseinandersetzungen mit den eindringenden Staemmen der Seevoelker. Die westlich sich ansiedelnden Philister entwickelten sich dabei rasch zum groessten Problem. Sie besassen eiserne Streitwagen und eine ueberlegene, auf der Verwendung von Eisen beruhende Waffentechnik, die den Israeliten anfangs voellig unbekannt war, woraus sich zwangslaeufig eine gewisse Unterlegenheit ergab. Diese Unterlegenheit bezog sich aber nicht nur auf die Waffentechnik, sondern auch alle Geraete und Werkzeuge, die zur Feldbestellung erforderlich waren, mussten bei den Philistern gewartet und geschaerft werden, da es in ganz Israel keinen Schmied gab, der sich hierauf verstand. ( 1 Sam. 13, 19-23) Diese Ueberlegenheit nutzten die Philister aus und bedraengten die unterlegenen Israeliten, denen sie ihre Verachtung bei jeder Gelegenheit zeigten, durch ihre Expansion immer mehr. Die Israeliten wurden ihnen tributpflichtig und die Philister unterhielten zur Ueberwachung des Landes Aufsichtsbeamte in den groesseren Staedten. ( 1 Sam. 13, 3-4)

Aber auch im Osten gab es Probleme mit den nach Gilead eindringenden atlantischen Ammonitern. Da hier die Not, aber auch die Aussicht auf Erfolg am groessten war, wandte sich der neuernannte Koenig Saul zuerst mit der vereinigten Streitmacht der israelischen Staemme gegen sie. Durch einen Ueberfall auf das Lager der nichtsahnenden Ammoniter am fruehen Morgen gelang es, sie, trotz der waffenmaessigen Ueberlegenheit, zu besiegen und in die Flucht zu schlagen. ( 1 Sam. 11, 10-11) Vom zweiten Jahr der Herrschaft Sauls ( 1012-1004 v. Chr.) an begannen dann die kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Philistern. Anfangs noch im Stil eines Bandenkrieges ( 1 Sam. 14, 1-22 ), dann, nach einigen Erfolgen der Israeliten auch gegen die suedlichen Nachbarn, aber doch zunehmend an Schaerfe gewinnend. Aber schon bei den Auseinandersetzungen mit den im Sueden lebenden Amalekitern erwies sich Saul als nicht der Situation gewachsen. Er konnte die von Samuel, dem Oberpriester, im Namen Gottes verlangte Vernichtung der Amalekiter und des gesamten Beuteguts an Menschen und Vieh gegenueber seinem Kriegsvolk nicht durchsetzen und verfiel deshalb in Ungnade. ( 1 Sam. 15, 14-28) Auch bei den Kaempfen gegen die Philister war Saul nicht sehr erfolgreich und fand spaeter dabei sogar den Tod.

Samuel salbte deshalb heimlich den aus Bethlehem stammenden juengsten Sohn des Isai mit Namen David auf Anordnung seines Gottes noch zu Lebzeiten Sauls zum neuen Koenig. ( 1 Sam. 16, 12-13) David war nach Herkunft und Verhalten ein Koenig ganz nach dem Geschmack der Israeliten und wurde spaeter zum idealisierten Vorbild. Er hatte einen einwandfreien israelischen Stammbaum, der bis zum Urvater Jakob und dessen Sohn Juda reichte. Seine Vorvaeter vor Isai waren Obed, Boas, Salmon, Nachschon, Amminadab, Ram,Chezron und Perez. ( Rut 4, 18-22) Perez aber war der vierte Sohn Judas. ( 1 Mose 46,12)

Zwei seiner Vorelternpaare hatten durch ihre Frauen, die hoechstwahrscheinlich atlantischer Abstammung waren, bereits in die Bibel aufgenommene Geschichte gemacht. Obed, der Grossvater Davids, war der Sohn Boas und Rut, einer Moabiterin ( also Atlanterin), die auf etwas abenteuerliche Weise auf Grund ihres persoenlichen Mutes und entgegen allen Vorhaltungen ihrer Schwiegermutter als Auslaenderin nach Bethlehem gelangt war. Hier hatte sie die Naehe eines reichen Verwandten ihres einst nach Moab ausgewanderten und dort verstorbenen Mannes gesucht und ihn geschickt an seine, nach dem atlantischem und auch damaligem israelischen Gesetz bestehende Verpflichtung erinnert, die verwitwete Frau in seinen eigenen Haushalt als Frau aufzunehmen. Boas, dem die huebsche junge Frau schon vorher angenehm aufgefallen war, wozu diese allerdings beigetragen hatte, kam dieser Verpflichtung gern nach. Nachdem er einen noch naeheren Verwandten der Rut, der vor ihm berechtigt war, Rut aber noch nicht gesehen hatte, zum Verzicht bewegt hatte, nahm er in aller Oeffentlichkeit Rut zur Frau und zeugte mit ihr den Obed, den Urgrossvater Davids.( Rut 1, 16-18 ; 2, 8-13 ; 3, 7-14 ; 4, 10,13,17) David hatte damit eine mutige Atlanterin zur Urgrossmutter.

Rut war jedoch nicht die einzige Frau atlantischer Herkunft im Stammbaum Davids, die ihre Handlungsfaehigkeit bewies und dadurch in die Geschichte der Bibel einging. Sein frueher Vorvater Perez war der Sohn von Juda und Tamar. Tamar hatte ebenfalls durch aussergewoehnliches und in den Augen der Israeliten geradezu skandaloeses Verhalten die Gunst Judas, die zur Empfaengnis von Perez fuehrte, gewonnen. Tamar war urspruenglich die Frau von Er, dem erstgeborenen Sohn Judas, der vorzeitig verstarb. Darauf gab Juda, nach dem, wie in Kanaan, auch in Israel geltendem Recht der Schwagerehe, sie dem naechstgeborenen Sohn Onan zur Frau. Dieser wollte mit ihr keine erbberechtigte Nachkommenschaft erzeugen und verkehrte deshalb nur mit "coitus interuptus" mit ihr, wodurch er in die Geschichte als der erste "Onanierer" einging. Dies Verhalten war nach dem geltenden Gesetz strafbar und auch er verstarb vorzeitig. Als Ehemann fuer Tamar kam nun als naechster Verwandter der juengste Sohn Judas, Schela in Betracht, der aber anfangs noch nicht volljaehrig war. Aber auch als er die Volljaehrigkeit erreicht hatte, zoegerte Juda, ihm Tamar zur Frau zu geben, aus Furcht, durch sie auch noch den letzten Sohn zu verlieren.

Tamar blieb entgegen dem Gesetz also Witwe und beschloss, selbst zu handeln. Als ihr Schwiegervater Juda, dessen Frau inzwischen verstorben war, eine Reise zur Schafschur unternehmen musste, setzte sie sich, als Dirne mit Schleier verkleidet, nach kanaanitischer Sitte an den Eingang einer Stadt an seinem Reiseweg und gab sich dem vorbeikommenden Juda, der sie ansprach, wie eine Dirne hin. Um ihn zu verpflichten, den Lohn, den er in Form eines Boeckleins versprach, auch einzuloesen, erbat sie sich als Pfand seinen Siegelring, Schnur und Stab, die sie auch erhielt. Sie wurde schwanger und der Unzucht angeklagt. Nach dem in Israel geltendem Gesetz sollte sie auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden.

Als sie jedoch Juda die von ihm erhaltenen Pfaender zeigte und damit beweisen konnte, dass er der Verursacher der Schwangerschaft war, erkannte dieser seine Schuld, sie nicht, gemaess dem Gesetz, dem Sohn Schela als Frau gegeben zu haben, und nahm sie wieder in sein Haus auf. Sie gebar ihm Zwillinge, der Erstgeborene war Perez, der Vorvater Davids, der Zweitgeborene war Serach, was soviel wie "Rotglanz" bedeutet, was wahrscheinlich auf die Farbe seiner Haare zurueckzufuehren ist. ( 1Mose 38, 6-30) Hieraus und aus dem Verhalten von Tamar, das durchaus nicht israelischen Normen entsprach aber in Kanaan Sitte war, koennte man annehmen, dass es sich bei Tamar um eine feurige, rothaarige Atlanterin handelte. Juda verkehrte nie wieder mit ihr.

An dieser Stelle erscheint es angebracht, etwas ueber die damals in Israel geltenden Ansichten ueber Vererbung zu sagen. Nach ihnen vererbte sich offenbar nur das Erbgut des Mannes. Das Erbgut der Frau war uninteressant und deshalb war es anfangs zugelassen, Frauen beliebiger Herkunft zu heiraten. Verboten war lediglich die Ehe mit erbeuteten Frauen von besiegten Voelkern , weil befuerchtet wurde, dass sie insgeheim fuer das Volk ihrer Herkunft weiter taetig sein wuerden. Aber auch gegen diese Anordnung wurde verstossen, wenn es sich bei den Erbeuteten um Jungfrauen handelte, denen man offenbar ein fuer die Israelis schaedliches Verhalten noch nicht zutraute.

Sie erhielten die Stellung als erste, zweite, dritte oder weitere Frau, denn ein Mann konnte soviele Frauen haben, wie es sein Vermoegen zuliess. Auch die Kinder dieser Frauen waren erbberechtigt. Wer Haupterbe wurde, entschied allein der Vater. So ist es zu erklaeren, dass die Israeliten im Laufe der Generationen zu einem bunten Mischvolk wurden, in denen sich alle im vorderen Orient vorkommenden Abstammungen wiederfanden. Diese Grosszuegigkeit in der Wahl der Abstammung der Frau fand ihr Ende, als sich herausstellte, dass viele der auslaendischen Frauen ihre Goetter und ihre Vorstellungen von Sitte und Gesetz mitbrachten und damit die strengen Gesetze und Moralvorstellungen, die in Israel galten, verwaesserten.

Es wurde deshalb die Ehe mit allen Frauen aus Voelkern fremder Abstammung untersagt, aber selbst Koenig Salomon, der Sohn Davids, hielt sich nicht an dieses Gebot und hatte Frauen moabitischer, edomitischer, sidonitischer und hethitischer also insgesamt atlantischer Abstammung , neben seiner Erstfrau, einer Pharaonentochter. ( 1 Koenige 11, 1-2). Auch daraus ist zu ersehen, dass diese Frauen offenbar sehr geschaetzt wurden und das Erbgut in den fuehrenden israelischen Sippen immer mehr in Richtung Atlanter veraenderten.

Moeglicherweise befanden sich auch im Stammbaum Davids ausser Tamar und Rut weitere Frauen atlantischer Herkunft. Er selbst wird als roetlichbraun (was wohl die Farbe der Haare angeht) mit schoenen Augen ( moeglicherweise blau, da sie besonders erwaehnt werden ) und von guter Gestalt in der Bibel beschrieben. ( 1 Sam. 16, 12) Ausser seinem typisch atlantischem Gottvertrauen zeichneten ihn sein Mut, sein ueberragendes Organisationstalent, seine Grossherzigkeit und seine Qualitaeten als Heerfuehrer aus. Andererseits bewies er aber alle erforderliche Haerte, ohne die in der damaligen Zeit die dauerhafte Fuehrung eines Volkes nicht moeglich war.

Saul verfolgte David, in dem er den Konkurrenten um die Koenigswuerde von Anfang an erkannte, in einer Art Hassliebe bis zu seinem Tode, und zwang damit David immer wieder bei den Israel umgebenden atlantischen Voelkern der Philister, der Moabiter oder in der Wueste oder im Gebirge Schutz zu suchen. Nach dem Tode Sauls wurde David anfangs nur zum Koenig des Stammes Juda gewaehlt. Das uebrige Israel fiel an den Sohn Sauls, Eschbaal. Nach sieben Jahren wurde Eschbaal, dessen Herrschaft immer mehr verfallen war, von Maennern, die meinten, David damit einen Gefallen zu tun, in seinem Hause im Schlaf ermordet. David liess sie aber fuer diesen gemeinen Mord, der ueberhaupt nicht seiner Art entsprach mit seinen Feinden umzugehen, grausam hinrichten.

Nun wandte sich auch Gesamtisrael David zu und erwaehlte ihn zum Koenig. Er eroberte Jebus , das dann Jerusalem genannt wurde, vom kanaanitischen Stamm der Jebusiter, die bis dahin die fuer die Israeliten als uneinnehmbar geltende Stadt immer in ihrem Besitz behalten hatten und baute es zu seiner Hauptstadt aus. Hier nahm er sich zu den drei Frauen, die er bereits geheiratet hatte, naemlich Michal, die Tochter Sauls, Achinoam aus Jezreel und Abigail, die Witwe Nabals aus Karmel, weitere Frauen aus dem kanaanitischen Jerusalem und zeugte mit ihnen elf Kinder . Unter ihnen befand sich auch der spaetere Koenig Salomo, der muetterlicherseits der Sohn der Batseba , der ehemaligen Frau des Hethiterhauptmanns Uria war, in die David sich spontan verliebt hatte und mit der er zwei Soehne zeugte . ( 2 Sam. 5, 13-16 ; 12, 24) Batseba, die ausserordentlich reizvoll gewesen sein muss, war entweder selbst Hethiterin oder auch Jebusiterin, auf jeden Fall aber atlantischer Abstammung. Salomon hatte also noch mehr atlantisches Blut in seinen Adern , als sein Vater David.

David selbst bewies sein Wissen um das Feiern nach atlantischer Tradition bei der aehnlich atlantischem Ritus vorgenommenen Einholung der Bundeslade nach Jerusalem. Nach den ersten sechs Schritten in Richtung auf die Davidsstadt opferte er ein Rind und einen Bueffel und drehte sich dann selbst "im Tanz mit aller Kraft vor dem Herrn, mit einem Schulterkleid aus Linnen umguertet. So brachte David und das ganze Haus Israel die Lade des Herrn unter Jubel und Posaunenklang hinauf. "( 2 Sam 8, 13-15)

Als seine Frau Michal, die dieses von einem Fenster aus beobachtet hatte, ihm deshalb Vorwuerfe machte und es als eines Koenigs unwuerdiges Verhalten tadelte, sich so vor den Dienstmaegden seiner Untertanen zu entbloessen, antwortete David : "Vor dem Herrn, der mich zum Fuersten ueber das Volk Israel bestellt hat, will ich tanzend spielen und ich werde mich noch mehr als diesmal erniedrigen und vor mir selbst ganz gering werden, vor den Dienstmaegden aber werde ich Ansehen geniessen." ( 2 Sam. 6, 21-22) So wurde David zum beruehmtesten und menschlichsten Koenig Israels und wurde an Weisheit nur durch seinen Sohn Salomon uebertroffen. Seine Regierungszeit ging von 1004-965 v. Chr. 33 Jahre davon regierte er ueber ganz Israel.

Er fuehrte Krieg gegen die um Israel wohnenden Voelker, errang Siege gegen die Philister und entriss ihnen die Gegend um Gat. Er besiegte die atlantischen Moabiter und machte sie lehnspflichtig. Auch die atlantischen Aramaeer wurden von ihm besiegt und wurden bis Damaskus tributpflichtig. Die atlantischen Edomiter wurden besiegt und lehnspflichtig . In der Einfuehrung der Lehnspflicht fuer die besiegten Voelker folgte David atlantischer Tradition, denn bis dahin war es israelische Sitte, im Stil raeuberischer Nomaden die besiegten Voelker auszupluendern und die Bevoelkerung zu toeten. Vom aramaeischen Koenig Hadadeser von Zoba eroberte er grosse Mengen von Erz und goldene Rundschilde. Koenig Toi von Hamat brachte freiwillig silberne , goldene und eherne Gefaesse als er hoerte, dass sein Feind Hadadeser von David besiegt worden war. Alles Gold, Silber und Erz wurde dem Herrn geweiht und in den Schatz fuer den Tempelbau getan. David schuf sich eine Leibwache aus den atlantischen "Kretern und Peletern" unter denen wohl achaeische Griechen aus Kreta und dem Peloponnes zu sehen sind und machte seine Soehne nach alter atlantischer Tradition zu Priestern.

Den Kern seiner Streitmacht bildeten 30 ausgesuchte Helden von denen drei noch besondere Ehren genossen. Das erinnert sehr stark an die aus atlantischer Zeit stammende Sage von Koenig Artus und seiner Tafelrunde aus ausgewaehlten beruehmten Helden. Das Reich Davids wurde maechtig und eine kleine Kopie des untergegangenen grossen atlantischen Reiches. Dies trug ihm die Freundschaft des Koenigs Hiram von Tyrus ein, der ihn und seinen Sohn Salomon in seiner Herrschaft nach Kraeften unterstuetzte.

Koenig Salomon trat seine Herschaft, als von David ausgewaehlter Nachfolger, im Jahr 965 v. Chr. an. Er befreite sich auf Gebot Davids von allen politischen Gegnern, denen David noch Schonung gewaehrt hatte und machte sich dann an die Festigung seines Reiches. Dazu verband er sich mit dem Herscherhaus Aegyptens durch eine politische Heirat mit einer Pharaonentochter und organisierte die Verwaltung seines Reiches neu. Er ernannte zwoelf Statthalter fuer Gesamtisrael, die je einen Monat lang seinen Hof zu versorgen hatten. Diesen Statthaltern verband er sich teilweise auch familiaer indem er ihnen je eine seiner Toechter zur Frau gab. Es herrschte sein ganzes Leben lang Frieden im Reich und das Land bluehte und gedieh unter seiner weisen Herschaft. ( 965-926 v. Chr.) (1 Kg 4 ; 5)

Als weitgehend in atlantischer Tradition Denkender und Handelnder verdross ihn, dass er ein Reich regierte, das seinem Hauptgott, naemlich dem Gott Israels, kein festes Haus in Form eines Tempels bieten konnte, sondern die Bundeslade, das irdische Symbol des Gottes, noch immer nach Nomadenart in einem Zelt aufbewahrte. Alle umliegenden, atlantisch bestimmten Voelker verehrten ihre Goetter in zum Teil reich ausgestatteten Tempeln und so beschloss auch Salomon, dem Gott Israels einen grossen und praechtigen Tempel zu errichten. Sein Vater David hatte bereits diese Absicht gehabt, konnte sie jedoch nicht in die Tat umsetzen, da er staendig zur Festigung und Erhaltung des Reiches irgendwo Krieg fuehren musste. Da es in Israel selbst keine Tradition im Tempelbau gab und es an Fachleuten und sogar an Baumaterial dafuer gebrach, wandte sich Salomon an den schon mit David befreundeten Koenig Hiram von Tyrus mit der Bitte um seine Hilfe und Unterstuetzung. Und Hiram, der sicher erfreut war, in Salomon einen weitgehend auch in atlantischen Vorstellungen lebenden Nachbarn zu finden, gewaehrte ihm alles was Salomon wuenschte. Und sie schlossen miteinander ein Buendnis. ( 1 Kg. 5, 15-26)


Israel war damit unter Salomon zu einem der in Buendnisse fest eingebundenen atlantisch denkenden Staaten des vorderen Orients geworden . Nach Sueden war es dem atlantisch bestimmten Aegypten durch politische Heirat verbunden. Nach Westen hatte es in Gat und seinen Nachbarstaedten Haefen am westlichen Meer gewonnen. Nach Norden hatte es in Tyrus einen immer maechtiger werdenden Verbuendeten gewonnen. Nach Nordosten schuetzten es die tributpflichtigen ebenfalls atlantisch bestimmten aramaeischen Koenigreiche gegen das in dieser Zeit durch die aramaeische Einwanderung geschwaechte Assur. Und nach Osten und Suedosten reichte die israelische Herrschaft ueber Gilead, Moab und Edom bis an die Wueste und an den noerdlichen Auslaeufer des Roten Meeres und seine Haefen.

 

Damit hatte Salomon die Chance, Israel zu einer seefahrenden Nation und zu einem Handelsvolk im atlantischen Stil zu machen, was ihm aber in den 40 Jahren seiner Regierung nur bedingt gelang. Die Zeit fuer eine derartige Neuorientierung war zu kurz und auch Tyrus war sicher nicht besonders daran interessiert, sich im Sueden einen Konkurrenten fuer den immer interessanter werdenden Handel mit Indien heranzuziehen. So blieb es bei der Hilfe Hirams zum Bau von Schiffen in Ezjon-Geber bei Eilat am roten Meer und bei der gemeinsam mit Hiram bestriebenen Fahrt dieser Schiffe nach Ophir in Suedarabien ( 1 Kg. 11,26-27) und bei der Fahrt von Schiffen Salomos zusammen mit den Schiffen Hirams von Tyrus aus nach Tharsis.( 1 Kg. 10,22)

Die interessanteste Tat Salomons war aber der Bau des Tempels. Da, wie eben beschrieben, Salomon nahezu vollstaendig in der atlantischen Tradition stand und dazu sich Fachleute fuer den Tempelbau und Metallhandwerker aus dem atlantischen Tyrus kommen liess, ausserdem aber in der Stadt diesen Tempel errichtete, die am laengsten von allen Staedten Kanaans und nahezu ohne Unterbrechung in kanaanaeischer Hand gewesen war und damit selbst eine ungebrochene atlantische Tradition hatte, kann man davon ausgehen, dass dieser Tempel Salomons weitestgehend ein atlantischer Tempel war. Nach der ausfuehrlichen Beschreibung des Baus und seiner Ausstattung in der Bibel ( 1 Kg. 6, 2-36) ist es also moeglich, die Bauart eines derartigen Tempels, von denen kein einziges Exemplar mehr vorhanden ist, nachzuvollziehen.

Der Tempel war nach dieser Beschreibung ca. 32m lang, 11m breit und 16m hoch. Die Vorhalle war 11m breit und 5,3 m tief. An die Waende des Hauses baute man rings um den Hauptraum, d. h. an die hintere Wand und an die beiden Seitenwaende einen nach aussen dreistufigen Anbau, dessen Tiefe sich von unten nach oben, entsprechend der abnehmenden Dicke der Mauern, welche die Balken der Decke trugen, von 2,5m auf 3,5 m vergroesserte. Die Tuer zu den Seitenraeumen befand sich im Sueden, ueber Treppen stieg man zum mittleren und von dort zum oberen Stockwerk. Jedes Stockwerk des Anbaus war 2,7m hoch. Von der Tiefe des Hauptraumes wurden 10,6m durch vom Fussboden bis zum Gebaelk der Decke gehende Zederndielen abgetrennt. Hinter ihnen befand sich das Allerheiligste. Die Fussboeden wurden aus Zypressenholz angefertigt, Deckenbalken und die den ganzen Tempel von innen bedeckenden Wandverkleidungen waren aus Zedernholz. Die Waende des Hinterraums, also des Allerheiligsten, waren vollstaendig mit Gold ueberzogen. Ebenso der Altar, der im Hauptraum vor der Wand zum Allerheiligsten stand.

Auf die weitere Beschreibung der Ausstattung des Tempels, die bis ins Detail in der Bibel nachgelesen werden kann, soll hier verzichtet werden. Wichtig ist hier nur, dass, wie man aus der Kurzbeschreibung ersehen kann, kein griechischer Saeulentempel und keine aegyptische Tempelstrasse entstand und dass es sich auch nicht um eine Nachbildung eines mesopotamischen Zikkurats handelte, sondern um etwas Eigenstaendiges, dessen Vorbilder eindeutig im atlantischen Kulturkreis zu suchen sind. Fuer die Hilfe, die Hiram, der Koenig von Tyrus, Salomon beim Bau des Tempels und des Palastes von Salomon erwies, trat ihm Salomon zwanzig Staedte in der Landschaft Galilaea ab, die in der folgenden Zeit vorwiegend von atlantischen Aussiedlern besiedelt wurden und Galilaea zu einer stark atlantisch orientierten Region Israels machten. In dieser Region sollte dann der dritte atlantisch orientierte Stern Israels aufgehen : Jesus von Nazareth.

Es soll hier nur kurz auf die sicher viele verblueffende Vermutung eingegangen werden, Jesus von Nazareth waere kein Jude gewesen, sondern eigentlich ein spaeter Atlanter. Fuer die Welt der Christen ist er in erster Linie der Sohn Gottes. Aber es gibt darueber hinaus Menschen, die dies kritischer sehen. Aber selbst fuer die glaeubigen Christen hat Jesus eine irdische Wurzel. Das ist seine Mutter Maria. Hier ergibt sich allerdings sogleich das Problem, das schon bei der Abstammung Davids behandelt wurde, naemlich, dass die Mutter in der israelischen Vorstellung keinen Teil am Erbgut des Kindes hatte. Ihre Abstammung wird deshalb nur in besonderen Faellen, wenn es sich zum Beispiel um eine politische Ehe eines Koenigs oder um eine aussergewoehnliche Zeugung im Stammbaum eines beruehmten Mannes handelt, erwaehnt.

So ist auch ueber Maria, die Mutter Jesu, nicht viel mehr bekannt , als dass sie aus Nazareth in Galilaea stammt.( Lk 1, 26). Der Ort Nazareth war aber ein Platz, der in der israelischen Geschichte bis dahin ueberhaupt keine Rolle gespielt hatte. Er wird in keiner alten Schrift, weder im alten Testament noch in der talmudischen Literatur der Juden erwaehnt und hatte damit fuer die sehr auf Abstammung und Herkunft bedachten Juden ueberhaupt keine Bedeutung. Selbst in der Zeit der Roemer erwaehnt ihn kein amtliches Dokument, waehrend das nur drei Kilometer entfernte Jaffa, das von Titus erobert wurde und das sechs Kilometer entfernte Sepphoris , die ehemalige Residenz des Herodes Antipas, sehr wohl erwaehnt werden.


Offenbar war Nazareth in der Zeit der Juden und Roemer das, was man heute als "den letzten Ort" bezeichnen wuerde, und so ist auch die Frage des Nathanael erklaerlich , der in Joh. 1,46 sagt : "Was kann von Nazareth Gutes kommen ?" (7a) In den Augen der Juden also genoss Nazareth kein Ansehen und es ist naheliegend, anzunehmen, dass es sich um einen Ort handelt, in dem vorwiegend Nichtjuden ansaessig waren. Die Nichtjuden dieser Zeit und in diesem Gebiet waren aber vorwiegend aramaeische Einwanderer. Sie hatten sich auf Grund der alten atlantischen und kanaanitischen Tradition mit Vorliebe im Norden Israels nahe den phoenizischen Siedlungsbereichen und dem Gebiet der maechtigen Stadt Tyrus, die diese Ansiedlung foerderte, niedergelassen. Es ist also sehr gut moeglich , dass Nazareth eine relativ neue aramaeische Siedlung war, die in dieser Zeit sogar noch im Wachstum begriffen war. Dies wuerde auch erklaeren , warum der aus dem renomierten Bethlehem stammende Zimmermann Josef sich hier niedergelassen hatte. Hier wurden Haeuser fuer Neubuerger gebaut und es gab daher genug Arbeit fuer einen Zimmermann. Die junge Maria, in die sich Josef hier verliebte, war also wahrscheinlich eine Aramaeerin und damit eine spaete Atlanterin.

Doch auch Josef hatte als Vorvater in seinen zwei voneinander abweichenden Stammbaeumen bei Mt 1, 1-17 und Lk 3, 23-38 den Koenig David, ueber dessen atlantischen Blutanteil bereits berichtet wurde. Bei Mathaeus bleibt der Stammbaum dann ueber Salomon und Rehabeam in der Koenigsfamilie, bei Lukas wechselt er nach David in die Priesterfamilie des Natan. Dieser Umstand erhoeht nicht gerade die Glaubwuerdigkeit der Stammbaeume, die zwar beide den David beinhalten, der als Vorvater des Messias von den Propheten genannt worden war, bald danach aber bereits voneinander abweichen. Da Rehabeam, den Mathaeus nennt, der Sohn Salomons wahrscheinlich mit der Pharaonentochter, seiner Erstgemahlin, war (die Bibel macht keine Angaben zur Mutter) ist es moeglich, dass hier von Lukas selbst oder spaeter manipuliert wurde, um Jesus keine aegyptische Vormutter zuschreiben zu muessen. Vom Standpunkt der Forschung nach atlantischen Spuren ist dies nicht von Bedeutung, denn auch die aegyptischen Pharaonen waren, wie an anderer Stelle beschrieben wird, weitgehend atlantisch orientiert und achteten sehr auf die Erhaltung des atlantischen Blutanteils in der Sippe. Dabei wurden, im Gegensatz zum Wissen der Israeliten, die hier noch auf dem Niveau eines Nomadenvolkes standen, auch die muetterlichen Anteile voll beruecksichtigt.

Doch genug davon. Ob Jesus nun der leibliche Sohn Josefs war oder nur nach juedischem Recht nach der Anerkennung durch den Vater dessen Stammbaum erhielt, er hat zumindestens durch das Zusammenleben auch von der Seite des Vaters Anteile atlantischer Lebensart erhalten. Dies wird sich nicht zuletzt auch in der Erziehung des jungen Jesus ausgewirkt haben und schon in der Geschichte vom zwoelfjaehrigen Jesus im Tempel wird klar, dass er ein freidenkender, selbstaendiger Mensch ist, der sich in bester atlantischer Tradition als Abkoemmling Gottes, seines "Vaters" fuehlt. Auch in seinem spaeteren Verhalten und in seinen Lehren zeigt er sich viel mehr in der Gedankenwelt der atlantischen toleranten Tradition zu Hause, als in der sektiererischen Eiferei der juedischen Schriftgelehrten. Da die atlantische Gedankenwelt und die liberalen atlantischen Sitten seit Moses der Hauptfeind der juedischen Religion und des durch sie geeinten juedischen Volkes waren, wurde Jesus schon dadurch von vornherein zum Feind der juedischen Priesterwelt. Als solcher wurde er dann auch behandelt und bis zur Toetung verfolgt.

Der von ihm neu gefasste mosaisch-atlantische Glaube, seine Toleranz und Liebe zu den Menschen, die von den Juden aus vermeintlicher Besserwisserei abgelehnt wurden, verbreitete sich aber wie ein Lauffeuer durch die Voelker und Laender mit atlantischer Glaubenstradition, fuer die sie eine Fortfuehrung und Weiterentwicklung des Bekannten und Vertrauten darstellten.

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Lesen Sie hierzu, umfassend und uebersichtlich dargestellt :

DIE GESCHICHTE VON ATLANTIS, der vergessene Ursprung unserer Kultur
von Karl Juergen Hepke
TRIGA-VERLAG, Hardcover, 265 Seiten, ISBN 3-89774-327-2, Eur 19,80

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