Archaeologische Funde in Suediberien 2

 

Archaeologisch wertvolle Fundstaetten in Andalusien aus den Anfaengen der
Menschheit bis zum Beginn der Roemerzeit.( Fortsetzung )

von Karl Juergen Hepke

Diese Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollstaendigkeit. Es werden nur die im Hinblick auf die Atlantisgeschichte den Autoren bekannte, bemerkenswert erscheinende Funde aufgefuehrt.
(Die Texte in Klammern sind Anmerkungen von TOLOS)
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A. Die Fundstaette von El Aculadero bei Puerto de Santa Maria aus der juengeren Altsteinzeit.
(Text nach den Angaben des Museums von Puerto, Uebersetzung: TOLOS)

Es handelt sich hierbei um die aelteste Bearbeitungsstaette von Gestein, die bisher in Europa bekannt ist. Die Bearbeitungsschicht erscheint in einer Kieselschicht von ca 30 cm Dicke nahe am Rande des Meeres. Sie sammelte sich an der Seite eines Huegels waehrend des juengeren Quartaers vor etwa einer Million Jahren.

 
Damals herrschte in dieser Region ein sehr viel waermeres und feuchteres Klima als heute und das Meer erstreckte sich etwa 30 Km weiter in das Land. ( Die Ebene um Puerto war also damals noch Meeresboden und der Bergruecken und der Huegel davor lagen als Insel im Meer). Die Grobheit und die Altertuemlichkeit der Werkzeuge zeigt, dass die Hominiden ( die menschenaehnlichen Wesen) , die sie herstellten, sehr primitiv gewesen sein muessen. Der "homo habilis" wird mit dieser Art von Artefakten im Zusammenhang gesehen. Das Niveau der Kieselschicht, das die Werkzeuge enthaelt, befindet sich unter einer Schicht mit Fossilien, wie es im Museum gezeigt wird. Es ist ausser den bearbeiteten Kieselsteinen kein organisches Material in der Schicht enthalten.

Die Fundstaette ist eine der wichtigsten in Iberien fuer die Kenntnis des juengeren Paleolithikums. Seine genaue Datierung ermoeglicht es, andere Fundstaetten in der Naehe, wie die von Rota, Carmona und die der Hacienda San Martin in Puerto, die einer aehnlichen Kulturschicht angehoeren, zu verstehen.

( Hiermit wird ausgesagt, dass
1.das Land schon vor einer Million Jahren eine Besiedlung durch menschenaehnliche Wesen trug, also zu den aeltesten bekannten Siedlungsgebieten gehoert. 2. Dass das Meer zu dieser Zeit noch ca 30 Km weiter in das Land reichte, was bedeutet, dass Suediberien sich seit dieser Zeit um mindestens um 130 m gehoben haben muss, da bekannt ist, dass der Meeresspiegel sich nach 8500 v. Chr. weltweit um ca 100 m angehoben hat. Es ist also denkbar, dass , da Anstieg des Meeresspiegels und Landhebung nicht synchron erfolgt sein muessen, die Ebene um den Bergruecken vor 5000 Jahren weniger hoch als heute ueber dem Meeresspiegel lag, was die Anlage vom zum Meer offenen Kanaelen , wie sie Platon beschreibt, erheblich erleichterte.

B. Reste der praehistorischen Siedlung bei Cantarranas (Puerto de Santa Maria) aus der Kupfersteinzeit (Chalcolithikum)( ca 3500 v. Chr.) (Text nach den Angaben des Museums von Puerto, Uebersetzung: TOLOS)

Diese vorgeschichtliche Siedlung ist eine der Lagen, in denen wir zum ersten Mal Anzeichen einer dauerhaften Besiedlung des Stadtbereichs gefunden haben. Sie bedeckt einige 10 000 m2 auf denen wir Reste von Huetten und Wohnungen finden. In diesem Bereich wurden auch glockenfoermige unterirdische Bauten ausgegraben, die als Lagerraeume dienten. Manchmal wurden sie auch als Bestattungsstaette fuer die Toten verwendet. Es wurden auch Reste von Bauten aus luftgetrockneten Ziegeln und Feuerstaetten mit grossen Mengen von archaeologischem Material gefunden. Dabei handelt es sich um Messer, handgemachte keramische Vasen, Zaehne von Sicheln, Pfeilspitzen, duenne trapezfoermige Platten, an den Enden angespitzte Feuersteinstuecke und eine grosse Anzahl von Steinsplittern, Knochensplittern, Knollen und Kernen von Feuerstein, die uns zeigen, dass hier die Einwohner den Stein bearbeitet haben, um ihre taeglichen Werkzeuge herzustellen.

Die archaeologischen Funde im Stadtbereich von Puerto zeigen, dass abgesehen von der soliden steinernen Bebauung des Tells de la Dama Blanca, im Bereich der Stadt schon 3500 v. Chr. eine grosse Siedlung existierte. In ihr wurden noch vorwiegend Steinwerkzeuge im Stil des juengeren Neolithikums verwendet. Ihre Spuren wurden in spaeteren Zeiten nicht ausgeloescht , weil man sich besserer Werkzeuge aus Metall bediente. Weil die Werkzeuge aus Metall aber einen hohen Wiederverwendungswert hatten, findet man kaum Spuren von ihnen.

Interessant sind die glockenfoermigen unterirdischen Lagerraeume, die teilweise als Bestattungsstaetten verwendet wurden. Sie erinnern an ähnliche unterirdische Bauten in Los Millares bei Almeria im Osten Andalusiens aber auch an die unter den Hausern gelegenen Bestattungskammern von Ugarit an der syrischen Kueste. Offenbar schaetzten es die Normalbuerger der atlantischen Kultur des Mittelmeerraums, die sich nicht den Luxus eines in den Felsen gehauenen Grabs oder eines Huegelgrabs mit Bestattungskammer erlauben konnten, ihre Toten nahe bei sich zu haben. Sie konnten sie so mit beliebigen Grabbeigaben versorgen und riskierten nicht eine vorzeitige Beraubung des Grabes, da sie es immer unter ihrer Kontrolle hatten.

Im folgenden werden Photos von der Ausgrabungsstaette auf dem Tell de la Dona Blanca bei Puerto und ihre bisher veroeffentlichten Ausgrabungsergebnisse gezeigt.


Das Luftbild zeigt die umfangreiche Halle, in der die Arbeit der Archaeologen unter guenstigen Bedingungen stattfinden kann. Im Vordergrund sind die bereits erforschten Mauerbereiche zu erkennen. Die Groesse des noch nicht bearbeiteten Stadthuegels zeigt, wie viel Arbeit hier noch zu tun ist. (Das Photo stammt etwa aus 1997.)


Die Aufnahme aus dem Museum von Puerto zeigt ausgewaehlte Stuecke der in der Ausgrabung gefundenen Keramik.


Die Aufnahme aus dem Museum von Puerto zeigt in der Ausgrabung oder im Stadtbereich von Puerto gefundene Metall- und Schmuckgegenstaende. Die beiden aus Aegypten stammenden Stuecke deuten mehr in die Zeit von Atlantis, in der ein reger kultureller Austausch mit Aegypten stattfand, als in die Zeit nach 1250 n. Chr.


Die Aufnahme zeigt die Freilegung des Mauerwerks der obersten Bebauungsschicht.

 

Diese Aufnahme zeigt die Anlage eines Tiefschnitts durch den noerdlichen Hang des Stadthuegels, der die Anzahl der zu erwartenden Schichten abklaeren sollte. Das Ergebnis waren bisher sechs uebereinanderliegende Schichten aus verschiedenen Zeitraeumen. Besonders beachtenswert sind die fast mannsgrossen Steine der sichtbaren dicken Mauer (zyklopische Bauweise wie in Mykene ?) und ihr erstaunlich guter Zustand.

Durch die inzwischen fortgeschrittenen Ausgrabungsarbeiten am Tell de la Dama Blanca, deren Ergebnisse im Folgenden nach dem Prospektblatt von Puerto ( Uebersetzung TOLOS ) wiedergegeben werden, ist erwiesen, dass die Roemer im Zuge des zweiten punischen Krieges im Jahr 206 v. Chr. die Stadt eroberten und unbewohnbar machten. Wahrscheinlich verlangten sie von der Bevoelkerung die voellige Zerstoerung und Einebnung der Stadt, um eine Wiederbesiedlung unmoeglich zu machen. Dies war ein bei den Roemern uebliches Verfahren mit besiegten Staedten umzugehen. Es verhinderte ein Wiedererstarken der Verteidigungskraefte des besiegten Landes.

Die archaeologische Lagerstaette des Castillo de Dona Blanca
Die geografische Lage und die Gelaendebeschaffenheit

Die befestigte Anlage der Dona Blanca liegt am Fuss der kleinen Sierra de San Cristobal im Bereich von Puerto de Santa Maria (Cadiz). Vor der Anlage breitet sich eine ausgedehnte Ebene von Marschen, Suempfen und Salinen aus, die zu grossen Teilen durch die Ablagerungen des Flusses Guadalete aufgefuellt wurde. Im Ursprung war diese Ebene eine ausgedehnte Bucht, in deren Boden sich Bett und Uferbereich des Flusses befanden. Die phoenizische Stadt wurde an diesem Ort im 8. Jahrhundert v. Chr. sehr nahe an der Muendung des Flusses in die Bucht gegruendet, unter Ausnutzung einer natuerlichen Einbuchtung in dem Berghang, der Schutz vor den Winden bot.

Der Platz, der für die Stadtgruendung ausgesucht wurde, lag sehr guenstig. Er war zum Meer hin offen und lag sehr nahe bei den Flusslaeufen des Guadalete und des Guadalquivir, Wege zum Eindringen in das Landesinnere in landwirtschaftlich nutzbare Gegenden und zu den Minen. In der Umgebung gab es reichlich Suesswasser, Steinbrueche , ausgedehnte Waelder und anderes Nuetzliches.
Der Anblick , den gegenwaertig die Niederlassung bietet, ist der eines tischfoermigen Huegels von nahezu rechteckiger Form und ca. 6,5 ha Groesse , der sich 31m über das Meeresniveau erhebt. Dieses Aussehen ist das Ergebnis seiner Geschichte. Es handelt sich um ein kuenstlich geschaffenes Relief , das durch die Aufeinanderfolge der verschiedenen Besiedlungsschichten, einer ueber der anderen, in der Folge der Zeiten entstanden ist und in einigen Bereichen eine Dicke von bis zu neun Metern ueber dem urspruenglichen Niveau erreicht.

Die chronologische Folge.


Die ersten menschlichen Ansiedlungen an dieser Stelle stammen aus der spaeten Phase der Kupferzeit am Ende des dritten Jahrtausends. Diese Zeit dokumentiert sich durch Fundamente und Abdruecke von Huetten, die verstreut und angepasst an die natuerlichen Formen des Gelaendes lagen.
In der folgenden Zeit gibt es eine Periode der Nichtbesiedlung der Flaeche, die bis in die erste Haelfte des 8. Jahrhunderts v. Chr. anhielt, dem Zeitpunkt, an dem sich die erste phoenizische Niederlassung bildete. Wenig spaeter entstand auch die erste Stadtmauer. Diese Siedlung blieb in ununterbrochener Folge bewohnt bis zur Ankunft der Roemer im Verlauf des zweiten punischen Krieges (206 v. Chr.) Waehrend dieser 600 Jahre der phoenizischen Besiedlung wurden zwei neue Befestigungen ( im 6. und im 3. Jahrhdt. v. Chr.) errichtet und verschiedene Umbauten im Stadtbereich vorgenommen.
Nach der Eroberung durch die Roemer blieb der Bereich der Dona Blanca unbesiedelt bis zum Mittelalter. Dann gibt es Reste von islamischer Besiedlung zwischen dem 9. und dem 12. Jahrhdt. n. Chr. Schliesslich wurde im 15. Jahrhdt. der Turm oder die Eremitage in Form eines griechischen Kreuzes errichtet ,in dem die Legende die Gefangenschaft der Dona Blanca von Bourbon , der Gemahlin Peters des Grausamen von Sevilla, bis zu ihrer Ermordung ansiedelt.

Die Stadtanlage.


Die archaeologische Bedeutung der Stadt besteht in mehrfachen Apekten:
In erster Hinsicht in ihrem Alter. Die Bucht von Cadiz ist damit die erste Staette der Niederlassung der Phoenizier auf der Halbinsel im 8. Jahrhdt. v. Chr.
In zweiter Hinsicht darin, dass wir hier eine phoenizische Stadt haben, die in ununterbrochener Folge 600 Jahre lang besiedelt war. Es handelt sich also um eine intakte Stadt in archaeologischer Hinsicht.
Schliesslich befinden sich hier die Reste einer phoenizischen Ansiedlung in groesster Ausdehnung und bestem Erhaltungszustand des alten phoenizischen Urbanisationsstils im gesamten Bereich des zentralen und des westlichen Mittelmeers.

Die Reste der Wohngebaeude des 8. Jahrhdts. v. Chr. befinden sich ausserhalb des ersten Mauerbereichs und nahe am Handelshafen der Stadt. Die Haeuser reihen sich seitlich aneinander an, indem sie ein System von kuenstlichen Terrassen bilden. Die Haeuser haben 3 oder 4 Zimmer mit Sockeln aus festem Mauerwerk und Aufbau aus luftgetrockneten Ziegeln aus Ton die weiss getuencht wurden. Die Boeden sind aus rotem gestampftem Ton, der auch die Daecher aus pflanzlichem Material bedeckt. Die meisten haben ihren eigenen Brotbackofen. Man findet Feuerstellen, Baenke an den Waenden und andere Wohnelemente. Grundsaetzlich findet sich dieser Typ Einrichtung in den Resten der Wohnungen der spaeten Epoche ( 3. und 4. Jahrhdt. v. Chr.) In dieser Zeit findet man auch sehr interessante Einzelheiten wie die Verwendung einer Weinkelter, Pfeiler, wie auch eine perfekt begrenzte Strasse.
Man kennt auch zum Teil Grundsaetze des Baus von Verteidigungsanlagen. Bereits seit ihrer Anfangszeit ist diese phoenizische Stadt durch eine starke Mauer mit Bastionen befestigt. Ueber einer Plattform aus Ton befindet sich ein Fuss aus festem Mauerwerk ueber dem sich die Mauer aufbaut, die aus unregelmaessigen Felssteinen besteht und durch Ton verbunden wird. Es sind Hoehen bis zu 4,8 m erhalten. Ueber dieser Mauer ist eine weitere, modernere erbaut, wobei beide nicht ueberall in ihrer Lage übereinstimmen. Vor der Mauer befindet sich ein V-foermiger archaischer Graben, der mit einer oberen Breite von 8,5 m in den Felsen hineingearbeitet ist.

Die Nekropolis der Sierra de San Cristobal


An dem Berghang der Sierra de San Cristobal breitet sich auf nahezu 100 ha eine Nekropolis aus, mit einer Verteilung auf Zentren der verschiedenen Epochen, die von der mittleren Bronzezeit bis zur turdetanischen Zeit reichen. Die Formen der Grabstaetten und die Riten der Bestattungen, die wir gefunden haben, sind verschieden. Sie reichen von Graebern, die in den Felsen hineingearbeitet wurden oder Hipogaeen für Bestattungen bis zu denen , die in kuenstlichen Huegeln oder Tumulen Reste bergen, die nach der Verbrennung der Toten uebrigblieben.

Neuere Berichte ueber den Stand der Ausgrabungsarbeiten finden Sie unter dem Titel Tartessos 1.

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Lesen Sie hierzu, umfassend und uebersichtlich dargestellt :

DIE GESCHICHTE VON ATLANTIS, der vergessene Ursprung unserer Kultur
von Karl Juergen Hepke
TRIGA-DER VERLAG, 2.Aufl. 2008, Hardcover, 268 Seiten, Eur 22,00 , ISBN 978-3-89774-539-1

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