Andaluz gleich Atlantis ?

 

Gruende, das Atlantis der Geschichte im Sueden Iberiens zu suchen

von Karl Juergen Hepke

A. Atlantis in der griechischen Literatur:
1. Platon: Kritias.

Platon beschreibt folgende Merkmale von Atlantis: ( Originaltext Kursiv, Kommentar Normalschrift)

An der Seekueste, gegen die Mitte der ganzen Insel, lag eine Ebene, die schoener und fruchtbarer als irgendeine gewesen sein soll. In der Naehe dieser Ebene aber, wiederum nach der Mitte zu, befand sich, vom Meer in einer Entfernung von etwa 50 Stadien ( 1 Stadion sind ca 192 Meter , d.h. in etwa 10 Km Entfernung ), ein allerwaerts niedriger Berg;

 
Die Ebene Andalusiens entspricht dieser Beschreibung, der heute, wahrscheinlich zur Kalkgewinnung, abgetragene Huegel der "Dona Blanca" bei Puerto de Santa Maria ebenfalls. ( siehe "Die Lage von Atlantis")

...(Poseidon)machte den Huegel, den sie bewohnte, zu einem wohl befestigten, indem er ihn ringsum durch groessere und kleinere Guertel abwechselnd von Erde und von Wasser abgrenzte, naemlich zwei von Erde und drei von Wasser, die er mitten aus der Insel gleichsam herausdrechselte, ueberallhin gleich weit voneinander entfernt, so daß der Huegel für Menschen unzugaenglich war,

Die weitgedehnte voellig flache Ebene zwischen Huegel und Meer durchflossen von zwei Fluessen ermoeglichte ohne grosse Schwierigkeiten die Anlage jeder Art von Kanaelen, die auch heute noch praktiziert wird.

.(.Poseidon) verlieh der in der Mitte liegenden Insel froehliches Gedeihen, indem er zwei Fluesse von der Erde heraufführte, deren einer seiner Quelle warm, der andere kalt entquoll, und der Erde Nahrungsmittel aller Art zur Genuege entsprießen liess.

Es gibt tatsaechlich zwei Fluesse in der Naehe des Huegels. Den Guadalete und den Guadalcacin. Beide entspringen in den suedlichen Randbergen der Ebene.

Dessen nachgeborenen Zwillingsbruder, dem das aeusserste, nach den Saeulen des Herakles, dem Landstrich, der jetzt der Gadeirische heißt, gelegene Stueck der Insel zugefallen war, nannte er in griechischer Sprache Eumelos, in der des Landes aber Gadeiros, was dann jenem Gebiet die Benennung geben konnte.

Es besteht kein Zweifel, dass Gadeiros oder Gades der alte Name von Cadiz ist. Cadiz wurde um 1100 v. Chr. von den Phoeniziern auf der vor dem zerstoerten Tharsis liegenen Halbinsel als Handelsniederlassung mit Genehmigung der Koenige von Tharsis gegruendet. Die Wahl des Ortes zeigt, dass die Phoenizier keineswegs, wie teilweise noch angenommen wird, die Herren des Landes waren, sondern nur eine Handelsniederlassung unterhielten, soweit fuer die Stadtgruendung an dieser Stelle nicht noch andere Gruende massgebend waren, wie im weiteren noch erlaeutert wird. Da Gadeiros als der aeusserste Landstrich der Insel bezeichnet wird, muss das Zentrum des Landes mehr zur Mitte der Ebene hin liegen. Der Berg von Tharsis erfuellt diese Bedingung.

(Die Atlanter) beherrschten noch viele andere im Atlantischen Meere gelegene Inseln und dehnten auch, wie schon frueher berichtet wurde, ihre Herrschaft ueber die innerhalb der Saeulen des Herakles nach uns zu Wohnenden bis nach Aegypten und Tyrrhenien hin aus

Die Anlagen der Megalithkultur und reichliche archaeologische Funde auf den Inseln Frankreichs , den britischen Inseln und auf dem dem Meere zugewandten Festland Frankreichs und Deutschlands, das nach aegyptischer Vorstellung ebenfalls als Insel bezeichnet wurde, beweisen die atlantische Herrschaft ueber den bei Platon angegebenen Bereich.Das gleiche gilt fuer die Inseln im westlichen Mittelmeer Sardinien, Korsika, Sizilien, die Balearen, Malta und andere. Der natuerliche Mittelpunkt dieses Bereichs ist Iberien.

...Da sie eine solche Fülle des Reichtums erworben hatten, wie weder vorher bei irgendeinem Herrschergeschlecht in den Besitz von Koenigen gelangt war noch in Zukunft so leicht gelangen duerfte, und da bei ihnen fuer alles gesorgt war, wofuer in Bezug auf Stadt und Land zu sorgen not tut. Denn vermöge ihrer Herrschaft floß von außen her ihnen vieles zu, das meiste aber für den Lebensbedarf lieferte ihnen die Insel selbst. Zuerst, was da an Starrem und Schmelzbarem durch den Bergbau gewonnen wird, und auch die jetzt nur dem Namen nach bekannte Art - damals dagegen war mehr als ein Name, die an vielen Stellen der Insel aus der Erde gegrabene Gattung des Bergerzes, welche unter den damals Lebenden, mit Ausnahme des Goldes, am hoechsten geschaetzt wurde.

Die reichen archaeologischen Funde aus der "Bronzezeit" , die nicht nur aus Bronze sondern auch aus Gold und Silber bestehen, beweisen den Reichtum des atlantischen Reiches und den hohen Grad von Kenntnissen in Metallgewinnung und kuenstlerischer Metallbearbeitung. Iberien bot mit seinem Reichtum an Metallerzen wie kein anderes Land in Europa und im vorderen Orient die Grundlage fuer die Entwicklung einer so augepraegten Metallindustrie.

...denn auch das Geschlecht der Elefanten hier sehr zahlreich;

Aus Funden (unter anderem in Puerto de Santa Maria) ist bewiesen, dass in Iberien ,wie auch in Italien und auf einigen Mittelmeerinseln , einst Elefanten lebten, die sogar einen eigenen zoologischen Namen erhielten. Die Elefanten, die Hannibal auf dem Zug nach Rom mitfuehrte, stammten mit grosser Wahrscheinlichkeit aus Iberien und sind vielleicht die letzten ihrer Art gewesen.

Dieses alles brachte die heilige, damals noch von der Sonne beschienene Insel schoen und wunderbar und in unbegrenztem Maße hervor.

Nach der kosmischen Katastrophe von ca 1250 v. Chr. folgte eine ca 600 Jahre andauernde Verschlechterung des Klimas in Europa. Es trat der Effekt ein , der uns heute Lebenden eine Zeit lang als "Atomarer Winter" vorgestellt wurde. Durch starke Wolkenbildung , verbunden mit heftigen Niederschlaegen kuehlte sich die Atmosphaere ab. Die Folge war Rueckgang oder voelliges Ausbleiben der Ernten im iberischen Raum und die Zunahme von Eis und Schnee in Nordeuropa. Der Bericht Platons, der um 600 v. Chr. aus Aegypten stammt, und höchstwahrscheinlich von den dorthin gelangten Angehoerigen der „Seevoelker“ mitgebracht wurde,  entspricht dieser Klimaentwicklung.

... Zuerst ueberbrueckten sie die um den alten Hauptsitz laufenden Guertel des Meeres, um nach außen und nach der Koenigsburg einen Weg zu schaffen. Diese Koenigsburg erbauten sie aber sogleich vom Anbeginn in diesem Wohnsitz des Gottes und ihrer Ahnen.

Die Koenigsburg duerfte sich nach neuesten Erkenntnissen auf einem spaeter zur Kalkgewinnung abgetragenen Huegel im Bereich der heutigen modernen Siedlung "Dona Blanca" befunden haben.

Denn vom Meere aus fuehrten sie einen 300 Fuß breiten, 100 Fuß tiefen und 50 Stadien langen Durchstich nach dem aeussersten Guertel, durch welchen sie der Einfahrt vom Meere nach ihm wie nach einem Hafen den Weg bahnten, indem sie einen fuer das Einlaufen der groessten Schiffe ausreichenden Raum eroeffneten. Auch durch die Erdguertel, welche zwischen denen des Meeres hinliefen, fuehrten sie, an den Bruecken hin, Durchstiche, breit genug um einen Dreiruderer die Durchfahrt von dem einen zu dem anderen zu gestatten, und ueberdachten dieselben, damit man unter der Ueberdachung hindurchschiffen könne; denn die Erdguertelraender erhoben sich hoch genug ueber das Meer. Des groessten Guertels, mit welchem das Meer durch den Graben verbunden war, Breite betrug drei Stadien; ebenso breit war der folgende Erdguertel. Von den beiden naechsten hatte der fluessige eine Breite von zwei Stadien ( 390m ), und der Feste war wieder ebenso breit wie der ihm vorausgehende Fluessige. Ein Stadion breit war endlich der um die in der Mitte liegende Insel selbst herumlaufende. Die Insel aber, auf welcher die Koenigsburg sich erhob, hatte 5 Stadien (ca.1Km) im Durchmesser.

Alle angefuehrten Baumassnahmen sind ohne besondere Schwierigkeiten in der Ebene von Puerto ausfuehrbar.

Die Massangaben sind wie in allen historischen Berichten mit Vorsicht zu behandeln. Da fast in allen Laendern unterschiedliche Masse verwendet wurden sind bei Uebersetzungen in fremde Sprachen, hier vom aegyptischen ins griechische, Fehler bei der Umrechnung ueblich .
Oft werden mangels besserem Wissens die fremden Masse den eigenen einfach gleichgesetzt. Dazu kommt Ungenauigkeit und der Hang zu Uebertreibungen der Berichterstatter und die Schwierigkeit fuer einen Fussgaenger oder Reiter, Entfernungen richtig festzustellen. Ein Ausmessen durch Fremde in irgend einer Form waere sicher schon in damaliger Zeit als Akt der Spionage betrachtet worden.

Die Insel sowie die Erdguertel und die 100 Fuß (ca30m) breite Bruecke umgaben sie von beiden Seiten mit einer steinernen Mauer und errichteten auf den Bruecken bei den Durchgaengen der See nach jeder Seite Tuerme und Tore,

die Steine dazu aber - teils weisse, teils schwarze, teils auch rote - wurden unter der in der Mitte liegenden Insel und unter der Innen- und Außenseite der Guertel gehauen und so beim Aushauen zugleich doppelte Behaelter für die Schiffe ausgehoehlt, die vom Felsen selbst ueberdacht wurden. Zu den Bauten benutzten sie teils Steine derselben Farbe, teils fuegten sie zum Ergoetzen, um ein von Natur damit verbundenes Wohlgefallen zu erzeugen, ein Mauerwerk aus verschiedenartigen zusammen.

Der anstehende Fels der Berge und Huegel in und hinter der Ebene ist weisser Kalkstein, der von den Atlantern, soweit moeglich, eindeutig bevorzugte Boden fuer fast alle bedeutenden Ansiedlungen. Das Aushoehlen der in der Mitte liegenden Insel zur Gewinnung von Bausteinen deutet schon eine Entwicklung an, die, da auch spaeter in dieser Gegend viel gebaut wurde und wird, schliesslich heute zum Verschwinden des urspruenglichen Gruendungshuegels gefuehrt hat. Darueber hinaus gibt es in dem hinter der Ebene liegendem Kalkberg grosse Hoehlen, die als Steinbrueche angesehen werden, aber sehr viel schlechter zugaenglich sind.
Rote Steine gibt es weiter suedoestlich und schwarze Steine sind zumindest von der suedlichen Kueste Spaniens bekannt . Hier faerben sie stellenweise sogar die Straende schwarz . Wahrscheinlich gibt es aber auch in den suedlichen Randbergen der Ebene irgendwo schwarzen Stein, der ueber das Kanalsystem zur Stadt geschafft werden konnte.

Den ganzen Umfang der den aeussersten Guertel umgebenden Mauer versahen sie mit einem Ueberzug aus Kupfer, uebergossen den des inneren mit Zinn, den um die Burg selbst aufgefuehrten aber mit wie Feuer glaenzendem Bergerz.
Von aussen hatten sie den ganzen Tempel mit Silber überzogen, mit Ausnahme der mit Gold ueberzogenen Zinnen. Im Innern war die Woelbung von Elfenbein, mit Verzierung von Gold und Silber und Bergerz; alles uebrige, Waende, Saeulen und Fussboden, bedeckten sie mit Bergerz. Hier stellten sie goldene Standbilder auf; den Gott stehend, als eines mit mit sechs Fluegelrossen bespannten Wagens Lenker,....

Ein derartig exzessiver Gebrauch der wertvollsten Metalle ist nur in einem Lande denkbar ,das reichlich davon hat und leicht an die Quellen gelangen kann. Schlackenfunde in den Bergen der Sierra Morena beweisen, dass lange vor den Roemern in starkem Masse Erze abgebaut und verarbeitet wurden. Dies gilt vor allem fuer Kupfererze. Aber auch Gold und Silber wurde hier gefunden. Eisen wurde , obwohl die Erze hier auch vorhanden sind, weniger abgebaut und blieb oft als Oxyd nach der Kupfergewinnung in der Schlacke. Leider sind die Untersuchungen des Erzbergbaus vor der Roemerzeit in dieser Gegend noch nicht sehr weit gediehen, da oft die Aufgabenstellung fuer Metallurgen auf die Erforschung der Erzverarbeitung in der roemischen Kaiserzeit begrenzt war.
Dies entspricht der leider noch immer weit verbreiteten Vorstellung, dass" vor den Roemern sowieso nichts war".Trotzdem sind die bisher begrenzt angestellten Untersuchungen sehr aufschlussreich. Es wird hierauf noch spaeter eingegangen.

Ein interessantes Schicksal ist fuer die mit Zinn uebergossene innere Mauer geschichtlich belegt. Ein im sechsten Jhdt.v.Chr. nach Tartessos, der Nachfolgestadt von Tharsis /Atlantis, gelangter Grieche berichtete, dass am Fusse des hinter der heutigen Ebene ( die zu seiner Zeit ein See war) gelegenen Berges ,reichlich kleine Zinnstueckchen funkelten. Er nahm an, dass sie durch den Fluss angeschwemmt worden waren und beneidete die Tartessier um ihren so einfach zu gewinnenden Reichtum. Da es aber in Andalusien keine natuerlichen Zinnvorkommen gibt und gab, kann es sich nur um Zinnstueckchen aus der bei dem Untergang von Atlantis zerstoerten inneren Stadtmauer handeln.

....die Quellen, die kalt und warm stroemenden, die einen reichen Zufluß an Wasser hatten und wovon jede durch Annehmlichkeit und Guete des Wassers wundersam zum Gebrauch geeignet war,

Nach dem Ortsbefund sind diese Quellen heute gefasst und in das Wasserwerk auf dem Berg integriert. Die Anlage des Wasserwerks 20 Km Luftlinie von Cadiz entfernt duerfte auf die traditionelle Wasserversorgung der Region aus diesen Quellen zurueckzufuehren sein.

.......leiteten den anderen (Anteil an Wasser) aber, vermittels neben den Bruecken hinlaufender Kanaele, nach den Guerteln außerhalb, wo vielen Goettern viele Tempel auferbaut waren, außerdem viele Gaerten und Uebungsplaetze für Menschen und davon geschieden fuer Pferde, auf jeder der beiden Inseln.

Kanaele fuer die Wasserversorgung der Felder durchziehen noch heute die Ebene. Ausserdem gibt es einen offenbar durch die Quellen gespeisten Kanal am Fusse des hinter der Ebene liegenden Berges, der das hinter dem Duenenguertel liegende Land bis zur heutigen Muendung des Gualdaquivir mit Suesswasser versorgt. Es handelt sich dabei wahrscheinlich um den Nachfolger eines ehemaligen , hinter der Duenenkette verlaufenden Kuestenkanals, der durch den Gualdaquivir gespeist wurde.

.....auf der groessten Insel eine Rennbahn abgegrenzt, deren Breite ein Stadion betrug und welche ihrer Laenge nach, zum Wettrennen der Pferde bestimmt, die ganze Insel umkreiste.

Nach dem Kartenbefund gab es oder gibt es noch heute eine Rennbahn auf dem Berg. Ca 15 Km vom Huegel der Dona Blanca wurde in Fortfuehrung der alten Idee der moderne "Circuito de Jerez" eine Autorennbahn der Formel 1 in der Ebene angelegt.

, Wohnungen in der Burg um die der Koenige selbst herum angewiesen. Die Schiffswerften waren mit Kriegsschiffen und allem Zubehoer eines solchen Schiffes angefuellt, alles aber war vollkommen ausgeruestet.....Hatte man aber nach aussen hin die Haefen, deren drei waren, ueberschritten, dann lief vom Meere aus eine Mauer rings herum, welche allerwaerts vom groessten Hafen und Guertel 50 Stadien entfernt war und welche sich dort, wo der Durchstich zum Meer einmuendete wieder zusammenschloß. Diesen ganzen Raum nahmen zahlreiche und dicht gereihte Wohnhaeuser ein; die Einfahrt und der groesste Hafen aber waren mit allerwaertsher kommenden Fahrzeugen und Handelsleuten ueberfuellt,

Die angegebene Flaeche nimmt in der Naehe des Meeres die heutige Hafenstadt Puerto de Santa Maria ein. Weiter ins Land hinein, den noch vorhandenen Resten des alten Hauptkanals in Richtung auf den Huegel folgend, erstrecken sich heute (2010)durch ein neues Strassennetz erschlossene Gewerbeflaechen, die hinter einer neugebauten Schnellstrasse in Felder und Wiesenflaechen uebergehen. Sie wuerden Probegrabungen nach den kreisfoermigen Stadtkanaelen an dieser Stelle ohne grosse Probleme ermoeglichen .
An der wahrscheinlichen Stelle des einstigen zentralen Stadthuegels, dessen Schicksal vorher schon beschrieben wurde, befindet sich die heutige moderne Siedlung "Dona Blanca". Die Anlage einer modernen Siedlung an dieser Stelle mitten in landwirtschaftlichen Flaechen ist ein Indiz dafuer, dass sich unter ihr der nicht landwirtschaftlich nutzbarer Felsboden des ehemaligen Kalksteinhuegels befindet.

Es war, der Erzaehlung nach, die ganze Gegend vom Meere aus sehr hoch und steil, das die Stadt Umschliessende dagegen durchgaengig eine ihrerseits von bis an das Meer herablaufenden Bergen rings umschlossene Flaeche und gleichmaessige Ebene, durchaus mehr lang als breit, nach der einen Seite 3000 Stadien ( 576 Km ) lang, vom Meere landeinwärts aber in der Mitte deren 2000 ( 384 Km ) breit.
Dieser Strich der ganzen Insel lief, nordwaerts gegen den Nordwind geschuetzt, nach Sueden.
Von den ihn umgebenden Bergen wurde geruehmt, daß sie an Menge, Groesse und Anmut alle jetzt noch vorhandenen uebertraefen.

Wenn man sich Spanien von der Mittelmeerseite her naehert, entsteht tatsaechlich der beschriebene Eindruck dass alles "sehr hoch und steil " ist, da man fast nur auf gebirgige Kuesten trifft. Die Ebenen Iberiens oeffnen sich nur nach Westen. Dahin gelangte aber ein Fremder in dieser Zeit nur ganz ausnahmsweise.

Fuer die angegebenen Masse der Ebene gilt das bereits vorher gesagte. Sicher ist, dass es im gesamten Raum des Mittelmeers -abgesehen von der Poebene , die aus anderen Gruenden ausscheidet- keine vergleichbare grosse Ebene existiert.
Nordwaerts wird die grosse Ebene durch die Siera Morena gegen den kalten Nordwind der spanischen Hochflaechen geschuetzt.
Dass die andalusischen Berge teilweise atemberaubend schoen sind, wird kein Kenner des Landes bestreiten.

Zwei Ernten brachte ihnen jaehrlich der Boden, den im Winter der Regen des Zeus befruchtete, waehrend man im Sommer den Erzeugnissen desselben von den Durchstichen aus Bewaesserung zufuehrte.

Dies gilt auch noch fuer das Andalusien von heute.

zu 10 000 Streitwagen den sechsten Teil eines Streitwagens, zwei berittene Streiter, ferner ein Zwiegespann ohne Wagenstuhl, welches einen leicht beschildeten Streiter und naechst ihm den Lenker der beiden Pferde trug, zwei schwergeruestete, an Bogenschuetzen und Schleuderern zwei jeder Gattung, so auch an Leichtgeruesteten, naemlich Steinwerfern und Speerschleuderern, von jeder drei. Endlich vier Seesoldaten zur Bemannung von 1200 Schiffen.

Die genaue Kenntnis der atlantischen Streitmacht und ihrer Ausruestung duerfte den Aegyptern durch die Angehoerigen der "Seevoelker" zugetragen worden sein, die nach dem missglueckten Versuch, Aegypten zu erobern , in die Dienste des Pharaos Ramses III traten.

Ueber die Ehrenrechte der einzelnen Koenige gab es manche besonderen Gesetze, das wichtigste aber war, keiner solle gegen den anderen die Waffen erheben und alle Beistand leisten, wollte etwa jemand unter ihnen versuchen, in irgendeinem Staate dem Koenigshaus den Untergang zu bereiten. Gemeinsam aber, wie ihre Vorgaenger, sollten sie sich beraten über Krieg oder andere Unternehmungen und dabei dem atlantischen Geschlechte den Vorrang einräumen. Jedoch einen seiner Anverwandten zum Tode zu verurteilen, das sollte, ohne Zustimmung des groesseren Teils der Zehn, in keines Koenigs Gewalt stehen.

Das vorher erwaehnte duerfte auch fuer die Kenntnis der atlantischen Koenigsordnung gelten, denn in Aegypten gab es nichts vergleichbares.
Interessant ist das Verbot , ohne Zustimmung einer demokratischen Mehrheit der Koenige einen Anverwandten zum Tode zu verurteilen.
Dies fuehrte in der atlantischen Praxis der Nachfolgevoelker dazu, dass moegliche Konkurrenten des Herrschers "einem Unfall zum Opfer fielen", "von den Goettern getoetet wurden" oder "einen ploetzlichen unerklaerlichen Tod erlitten." Kurz gesagt, sie wurden kaltbluetig ermordet und dieser Mord wurde gegenueber dem Volk und den "anderen Koenigen" wie angegeben beschoenigt. Daran hat sich bis in unsere Tage nicht viel geaendert.

2. Platon: Timaios

Wisst ihr nicht eine wie große Heeresmacht dereinst euer Staat ueberwaeltigte, welche von dem atlantischen Meere her uebermuetig gegen ganz Europa und Asien heranzog. Damals war naemlich dieses Meer schiffbar, und vor dem Eingang, der wie ihr sagt, die Saeulen des Herakles heisst, befand sich eine Insel groesser als Asien und Libyen zusammengenommen. Von ihr aus stand dem damals Reisenden der Zugang zu den uebrigen Inseln, von diesen aber dann zu dem ganzen gegenueberliegenden, an jenem wahren Meer gelegenen Festland offen

Die "Insel" Atlantis lag nach diesem , ebenfalls aus Aegypten stammenden Bericht, vor dem Eingang des Meeres, den die Griechen "die Saeulen des Herakles" nannten. Diese Formulierung fuehrte immer wieder dazu, Atlantis im Atlantik zu suchen, in dem es aber in der jetzigen Periode der Menschheit keine Insel in der angegebenen Groesse gibt.
Fuer viele wurde deshalb Atlantis zu einem fiktiven Gebilde des Philosophen Platon. Auch dass das Meer nur damals und offenbar um 600 v. Chr nicht mehr schiffbar sein sollte, passte nicht zum Bild der Strasse von Gibraltar unter der man ueblicherweise "die Saeulen des Herakless" versteht und des dahinter liegenden Meers , in dem man den offenen Atlantik sah.
Aus dem Studium aegyptischer Hieroglyphen weiss man heute, dass die Aegypter unter "Insel" nicht wie wir ein voellig von Wasser umschlossenes Gebilde verstanden, sondern fuer sie war es ein Strand ,der ueblicherweise nur ueber das Meer erreicht werden konnte, mit dahinter liegendem Hinterland unbestimmter Groesse.
Danach passt es zum aegyptischen Inselverstaendnis, wenn man nach der Durchfahrt durch die Strasse von Gibraltar unter weitraeumiger Vermeidung der gebirgigen, felsigen und gefaehrlichen andalusischen Suedkueste (dem Land "Gadeiros") dem Land erst wieder zusteuerte, wenn man die reiche und gut besiedelte andalusische Ebene mit ihren ungefaehrlichen weiten Sandstraenden erreichte.
Die andalusische Ebene ist also die "Insel" die es nach aegyptischem Verstaendnis zu erreichen galt. Eine im Anbetracht der damaligen Schiffahrt mit leichten zerbrechlichen Booten , die bei der Beruehrung mit Felsen sofort zerschellten, durchaus, und nicht nur fuer Aegypter, nachvollziehbare Vorstellung.

Indem aber in spaeterer Zeit gewaltige Erdbeben und Ueberschwemmungen eintraten, versank, indem nur ein schlimmer Tag und eine schlimme Nacht hereinbrach, eure Heeresmacht insgesamt und mit einem Male unter die Erde, und in gleicher Weise wurde auch die Insel Atlantis durch Versinken in das Meer den Augen entzogen. Dadurch ist auch das dortige Meer unbefahrbar und undurchforschbar geworden, weil der in geringer Tiefe befindliche Schlamm, den die untergehende Insel zurueckließ, hinderlich wurde."

Hier erklaert sich die Behauptung, dass das Meer zur Zeit des aegyptischen Berichts nicht mehr schiffbar ist , als Folge der Erdbeben und Ueberschwemmungen die auch die "Insel" Atlantis untergehen liessen.. Dabei muss mit dem "dortigen Meer" keineswegs der ganze Atlantik oder auch nur die Strasse von Gibraltar gemeint sein, sondern es kann sich auch um einen anderen fuer die Zufahrt wichtigen Teil des vorher ueblichen Wasserweges nach Atlantis handeln. Es wird hierauf noch im Folgenden naeher eingegangen.

Aus den in Atlantis ueblichen Braeuchen und Gesetzen:

Dazu wurden im heiligen Bezirk des Poseidon einige Stiere freigelassen und nach einem gemeinsamen Gebet an Poseidon von den zehn Koenigen, allein und nur mit Knueppeln und Schlingen bewaffnet, gejagt. War ein Stier dann gefangen, so wurde er über der Stele geopfert und zwar so, daß sein Blut über die Gesetzestexte und eine Schwurformel, die denjenigen verwuenschte, der diese Gesetze nicht einhielt, hinrann.

Die "Opferung" von Stieren ist ein noch heute in Spanien uebliches Ritual, wenn es auch mit Ruecksicht auf die christliche Religion als "Stierkampf" bezeichnet und praktiziert wird. Die innere Anteilnahme, welche die Spanier diesem Ritual entgegenbringen und die Tatsache , dass zu Beginn der Stierkampfsaison die fuehrenden Kreise Spaniens sich in der Stadt Ronda ( der Name bedeutet "Runde" (der Koenige))in den andalusischen Bergen wie einst die Koenige treffen, zeigt, dass hier , und nur hier ,wo sie einst entstanden und tief verwurzelt ist, nach Jahrtausenden noch immer eine alte atlantische Tradition weiterlebt.

3. Homer: Odyssee.

Die "Odyssee", die wie die "Ilias" dem griechischen Erzaehler Homer zugeschrieben wird, ist eine Sammlung von Geschichten aus alter Zeit, die urspruenglich an den Hoefen der Fuersten und Koenigen von dazu ausgebildeten "Saengern" mit musikalischer Begleitung zur Erbauung der Zuhoerer vorgetragen wurden.

Diesen Geschichten liegt durchweg ein historisches Ereignis zu Grunde , das in dichterischer Manier nach dem Prinzip "Dichtung und Wahrheit" ausgestaltet wird, um interessanter und erbaulicher zu werden.
Homer oder andere unter diesem Namen haben diese Geschichten zusammengetragen und in einheitliche Rahmenerzaehlungen gefasst. Bei der Ilias ist es die Geschichte vom Krieg um Troja und bei der Odyssee die Geschichte von den Irrfahrten des trojanischen Kriegshelden Odysseus , die ihn in viele Bereiche der damals bekannten Welt fuehren und Gelegenheit geben, interessante und sagenhafte Dinge ueber diese Bereiche zu erzaehlen.

So muss Odysseus zum Abschluss seiner Irrfahrten zu den "Phaiaken" fahren, denn nur dieses seetuechtige Volk ist in der Lage, ihn mit seinen sagenhaft schnellen Schiffen so schnell in seine Heimat zurueckzuschaffen, dass Poseidon, der Gott des Meeres und der Erdbeben , es nicht rechtzeitig bemerkt.
Poseidon, der Schutzgott der Atlanter und damit auch Trojas, ist naemlich dem Odysseus gram, weil er die List des trojanischen Pferdes ersann, das den Untergang Trojas herbeifuehrte und will ihn deshalb nicht in seine Heimat zurueckkehren lassen.
Das Pikante an dieser Geschichte ist, dass die Phaiaken offenbar das Volk sind, das hier bisher als "Atlanter "bezeichnet wurde und bei ihrer Heimat, die bei Homer "Scheria" genannt wird handelt es sich um die Stadt und das Land , das in dem Bericht Platons "Atlantis" heisst. Die Atlanter sollen also gegen den Willen ihres Schutzgott ihren eigentlichen Feind Odysseus , den Verursacher der Zerstoerung ihrer wichtigen Handelsstadt Troja nach Hause geleiten. Dies ist eine echt griechische Konstruktion der Geschichte, die nach griechischen Vorstellungen natuerlich gelingt und die Atlanter toericht aussehen laesst. Zu allem Ueberfluss werden sie auch noch von ihrem eigenen Schutzgott dafuer bestraft. Es ist also nicht anders als in heutigen "guten" Geschichten oder Filmen. Die eigenen Helden sind diejenigen, denen alles gelingt und die Feinde sind die Leidtragenden. Ein Beweis, dass sich in 2600 Jahren Erzaehlungsgeschichte nicht viel veraendert hat.

Doch was berichtet Homer ueber Scheria oder Atlantis was in Richtung Iberien weist?

Es beginnt , wie bei Platon mit der Abstammung der Phaiaken.

Erderschuetterer Poseidon erzeugte Nausithoos, den Herrn der Phaiaken, mit Periboia. Sie war die Tochter des hochbeherzten Eurymedon, der einst Koenig war bei den masslos verwegenen Giganten. Indessen brachte sein toerichtes Volk er zu Fall um dann selber zu fallen.

Nausithoos zeugte Alkinoos und Rhexenor. Dieser fiel durch den silbernen Pfeil von Apollo. Es blieb nur ein Maedchen von ihm. Das freite Alkinoos. Das ist Arete, die herzliche Ehren geniesst bei Alkinoos und den Kindern.

Wie die Atlanter sind die Phaiaken Abkoemmlinge der Giganten.Um das goettliche Blut reinzuhalten und moegliche Konkurrenten nicht entstehen zu lassen, heiratet der Koenig die Tochter seines moeglicherweise durch ihn getoeteten Bruders und erzeugt mit ihr die Nachfolger der Koenigslinie.

Odysseus Fahrt auf einem Floss mit Segel und Steuerruder zu den Phaiaken.
Die Plejaden, immer zur Linken sollt er sie haben. So fuhr er dahin 17 Tage, am 18 Tag erschienen Berge, sie lagen im Schatten und lagen im Land der Phaiaken, eben in naechster Naehe von ihm, und es hatte den Anschein als schwimme ein maechtiger Schild auf dem dunstigen Meere.

Die zurueckgelegte, ueber die Fahrzeit definierte Entfernung und das Aussehen der gebirgigen Kueste sprechen fuer Iberien als Ziel der Reise.

Nach der Zerschmetterung seines Flosses in der von ihm aufgewuehlten See spricht Poseidon:
Treib auf dem Meer umher, bis du auf Menschen triffst, die den Goettern entstammen. Finden sollst du die Phaiaken, die Freunde der Ruder.

Doch als die Kueste erscheint: Bergende Haefen waren nicht da, keine Reede fuer Schiffe. Nichts als Riffe und Klippen und Felsen, woran das Meer sich bricht

Auch dieses Bild entspricht grossen Teilen der iberischen Mittelmeer- und der suedlichen Atlantikkueste.
Sein Floss zerbricht in den schaeumenden Wellen und er muss um sein Leben schwimmen. Nach zwei Tagen und zwei Naechten, in denen der Schleier einer Nymphe ihn vorm Versinken bewahrt, erreicht er " eines Flusses herrlich stroemende Muendung."

...indessen Athene Volk und Stadt der Phaiaken besuchte , die fruehen Bewohner
Hypereias, nahe beim Land der Zyklopen, wo breite Plaetze zum Tanzen sich fanden.
Doch die Zyklopen, die uebermenschlichen Maenner schadeten ihnen und waren an Kraft ueberlegen.
Aber der goettergleiche Nausithoos rief sie zum Wandern,
liess sie in Scheria siedeln, weit ab von erwerbenden Maennern.
Liess um die Stadt eine Mauer sie bauen, errichtete Haeuser,
schuf auch Tempel der Goetter und teilte die laendlichen Fluren.

Die Atlanter sind also Einwanderer in Scheria . Sie kommen aus Hypereia, moeglicherweise einer Insel im Atlantik, wo sie Aerger mit den Nachbarn, den Zyklopen, hatten. Scheria liegt :weit ab von erwerbenden Maennern.
Dies trifft auf das Iberien jener Zeit zu.

Der Koenig Alkinoos geht .......zum versammelten Rat der beruehmten Koenige, wohin ihn die edlen Phaiaken beriefen.

Dieser Satz erinnert an das Treffen der Koenige in Platons Atlantis

Nausikaa, die Tochter des Koenigs Alkinoos sagt zu Odysseus, als sie ihn am Strand findet:

Jener Sterbliche wird nicht und lebt nicht und lebte er lange,
der in das Land der phaiakischen Maenner kaeme und Feindschaft braechte,
denn dafuer sind sie zu lieb den unsterblichen Goettern.
Einsam wohnen wir, mitten im wellenwogenden Meere,
ganz am Ende, kein anderer Sterblicher kann sich uns naehern.

Hier klingt der Stolz der Atlanter durch, sich als Abkoemmlinge und Lieblinge der unsterblichen Goetter zu fuehlen. Die beschriebene Lage ihres Wohnortes trifft ohne Frage fuer Iberien zu.

Bei der Ankunft in der Stadt der Phaiaken bietet sich Odysseus ein herrliches Bild und Nausikaa beschreibt ihre Stadt:

Aber wenn wir die Stadt betreten, den Kranz der hohen Tuerme-
der schoene Hafen umschliesst die Stadt auf zwei Seiten
schmal ist der Zugang, doppelt geschweifte Schiffe umsaeumen
sichernd den Weg, denn fuer alle und jeden liegt dort ein Standplatz.
Weiter den Marktplatz, rund um den schoenen Tempel Poseidons
festgefuegt mit Steinen am Boden, die weither man holte.-
Dort besorgt man das Zeug und Geraet fuer die schwarzen Schiffe
Taue und Segel, dort werden die Ruder gesaeubert. Es lieben
unsere Phaiaken ja nicht Bogen und Koecher, sie lieben
Mastbaum und Ruder und richtiggehende Schiffe
auf denen sie stolz die grauen Meere befahren.

Hier spiegelt sich in den Worten der Tochter des Koenigs der Stolz auf die Heimat.
Die Beschreibung zeigt aehnliche Merkmale wie die Atlantisbeschreibung bei Platon:
Der Hafen umschliesst die Stadt auf zwei Seiten, was eine halbkreisfoermigen Umschliessung des Huegels der Stadt vor dem Bergruecken zur Zeit Nausikaas, welche die achaische Zeit um 1300 v. Chr. ist , wahrscheinlich macht. Die kreisfoermige Umschliessung, die Platon noch berichtet , ist hier logischer und praxisnaeher im Zuge der Weiterentwicklung zur halbkreisfoermigen mit zentraler schmaler Zufahrt zum Meer geworden. Die Aussage, dass die Steine fuer den Tempel "von weither" geholt wurden zeigt dass besondere Steine, und dabei handlt es sich wohl um die "schwarzen und roten" nicht in der Naehe der Stadt vorkamen. Dies entspricht der Lage der Stadt am Berg von Puerto, der aus weissem Kalkstein besteht. Besonders bemerkenswert fuer die Lage der Stadt ist, dass ihre Maenner stolz die grauen Meere befahren. Dies weist eindeutig auf die Lage der Stadt am Atlantik und damit in Iberien hin.

Odysseus stand und bewunderte Haefen und richtig gehende Schiffe
Sammelplaetze der Helden selbst und lange und hohe, fest
und auf Pfaehlen errichtete Mauern: ein Wunder zu schauen.

Der Hinweis auf die auf "Pfaehlen errichteten Mauern, ein Wunder zu schauen" zeigt, dass den Griechen die Gruendung auf Pfaehlen , wie sie bei sumpfigen Marschboden in Europa noch heute praktiziert wird , nicht gelaeufig war. Dies ist darauf zurueckzufuehren, dass die Mitelmeerkuesten durchweg steinig oder sogar felsig sind und Pfahlgruendungen ueberfluessig und sogar unmoeglich machen. Die von Fluessen und Kanaelen durchzogene Ebene vor dem Huegel der Dona Blanca bei Puerto, die frueher Meeresboden war, macht mit Sicherheit bei hoher Belastung durch Tuerme oder starke Stadtmauern eine Gruendung auf eingerammten Pfaehlen erforderlich. Dies zeigt aber auch, dass die Bauform von Atlantis sehr erdbebenanfaellig war, denn bei Erdbeben geben derartige Gruendungen in feuchtem Boden in Folge von Bodenverfluessigung sehr schnell nach.

Das Haus des Alkinoos:
Allseits stiegen die Mauern empor, von der Schwelle bis hinten im Winkel
waren mit Erz sie verkleidet, der Sims rundum war aus Blaustein.
Senkrecht stand auf der ehernen Schwelle die goldene Tuere.
Silber waren die Pfeiler und silberne Balken darueber. Der Tuerring
glaenzte von Gold. Doch der Tuer zur Seite befanden sich Hunde,
silbern und golden, ersonnen vom klugen Schoepfer Hephaistos.

Wie bei Platon findet sich hier im Palast des Koenigs die reichliche Verwendung der edelsten Metalle. Die "schwarzen Steine" bei Platon finden eine Wiederholung im "Blaustein" , unter dem wohl Schiefer oder Basalt vulkanischen Ursprungs zu verstehen ist.

Ebenso wie die phaiakischen Maenner eilige Seefahrt
besser als alle verstehen, so meistern die Weiber den Webstuhl.

Ausser der bereits bekannten Seefahrtskunst und der hohen Geschwindigkeit der Schiffe der Atlanter wird hier die aus der Geschichte bekannte Webkunst der Frauen atlantischer Herkunft geruehmt. Sie spiegelte sich wieder in der Kleidung der Phoenizier und fand eine spaete Bluete in der Kleidung des spanischen Hofes, die fuer die Hoefe ganz Europas und fuer das wohlhabende Buergertum der Niederlande zum Vorbild wurde.

Nahe dem Tor, vier Morgen gross, begann dann der Garten.
Allseits war er umgeben von festem Gehege. Da wuchsen
hohe Baeume und bluehten und strotzten von glaenzenden Fruechten.
Birnen ,Granaten und Aepfel tragen die Baeume. Es gibt auch
Feigen von hoher Suesse, Oliven wachsen und bluehen.
Niemals geht die Frucht hier verloren und nie gibt es Mangel,
Winter wie Sommer, im ganzen Jahr nicht, der taeglich und stuendlich
wehende Westwind
laesst ja die Fruechte hier wachsen, dort reifen.

Der Text schildert eindeutig die Fruchtfuelle Andalusiens und der Hinweis auf den taeglich und stuendlich wehenden Westwind laesst jeden Zweifel auf die Oeffnung des beschriebenen Landes nach Westen zum offenen Atlantik hin verstummen.

Alkinoos sagt zu Odysseus:
"Meine Leute fahren bei ruhigster See, und so wirst du
Heimat und Haus erreichen und Plaetze, die sonst dir noch lieb sind
waeren sie noch viel weiter entfernt als die Insel Euboia,
die wohl am fernsten liegt
, wie Zeugen berichten,
Leute aus unserem Volk, die den blonden Rhadamanthys
fuhren; er wollte den Tityos sehen, den Sohn der Gaia.
Unermuedet kamen von dort sie zurueck; denn sie brauchten
einen Tag nur ans Ziel und wieder hierher in die Heimat.
Selbst ja wirst du im Sinn es erfahren: Trefflichste Schiffe,
trefflichste Jungen sind mein, die See mit Rudern zu schlagen."

Der Hinweis, dass die Insel Euboia, welche am oestlichsten Rand Griechenlands liegt, am entferntesten vom Land der Phaiaken ist, zeigt eindeutig , dass das Land der Phaiaken im Westen zu suchen ist . Da es noch ,wie bereits vorher gesagt wurde, dabei weit weg von den uebrigen Menschen liegt, kommt nur Iberien als Heimat der Phaiaken und der mit ihnen identischen Atlanter in Frage.

Ob allerdings die immer wieder geruehmte Geschwindigkeit der phaiakischen Schiffe so hoch wie angegeben war, ist zu bezweifeln. Sicher hat die Tatsache, dass die Schiffe auf Grund ihrer Laenge von ca 20 Metern, ihrer Besetzung mit 50 Ruderern und ihrer leichten Bauform fuer die damalige Zeit sonst unuebliche hohe Reisegeschwindigkeiten auch bei grossen Entfernungen erreichten, diese Uebertreibungen mit verursacht.

Als sie hinunter kamen zum Schiff und zum Meere
zogen das schwarze Schiff sie hinab in die Salzflut,
legten den Mast und die Segel hinein in das schwarze Fahrzeug,
machten die Ruder fertig und fest an den Pfloecken mit Riemen.
alles in trefflicher Ordnung und hissten die leuchtenden Segel.
Als es im Feuchten sich hob, da warfen sie Anker und nachher
eilten sie hin zu des klugen Alkinoos grossem Palaste.

Diese Verse zeigen, dass auch die Schiffe der Atlanter wahlweise mit Mast und Segel fuhren und keineswegs immer gerudert wurden. Die Ruder wurden offenbar nur verwendet, wenn es auf die Erreichung besonders hoher Geschwindigkeiten ankam, zum Beispiel bei Seeschlachten, wenn der Wind unguenstig von vorn kam oder wenn ueberhaupt kein Wind wehte. Dies ist im Mittelmeerraum besonders in den Sommermonaten sehr haeufig der Fall.

(Alkinoos sagt:)
Fuehrer der Schiffe brauchen wir nicht wir Phaiaken; wir haben
nicht einmal Steuer wie andere Schiffe; die unseren wissen
selbst die Gedanken und die Plaene der Leute; sie kennen die Staedte
aller, die fetten Gefilde der Menschen, sie finden die Ziele
schnellstens hinweg ueber die Schluende der Salzflut; dunstige Nebel
huellen sie voellig ein. Sie kennen von jeher kein Fuerchten,
dass ihnen irgend ein Leid widerfahre oder Vernichtung.

Diese Verse zeigen wie seebeherrschend die atlantische oder phaiakische Flotte war. Ihr waren alle Routen, alle Haefen und durch ein schnelles Berichtssystem auf der Basis schneller Schiffe auch die Gedanken und die Plaene aller Menschen in ihrem Interessenbereich bekannt. Dies beweist einmal mehr, dass es sich tatsaechlich beim atlantischen Reich um ein Reich unter der Herrschaft einer Seemacht gehandelt hat. (Siehe auch: www.tolos.de/reich.html )

(Alkinoos spricht weiter:)
Freilich hoerte ich einst meinen Vater Nausithoos sagen.
oefter sogar: Poseidon sei auf uns boese geworden,
dass wir so ohne Gefahren Geleite geben fuer alle,
deshalb werde er einst ein herrliches Schiff der Phaiaken,
kehrt es zurueck vom Geleit, im dunstigen Meere zerschmettern,
unsere Stadt aber werde ein maechtiger Berg ueberdecken.

Hier klingt zum ersten Mal die geschichtlich verbuergte Tatsache an, dass von einem bestimmten Zeitpunkt an das freundliche Geleit der Atlanter fuer fremde Schiffe in das Gegenteil umschlug und sie das westliche Mittelmeer fuer jedes fremde Schiff, das ihnen nicht genehm war, und das galt vor allem fuer die Schiffe der Griechen, sperrten. Es scheint so, dass dieser Zeitpunkt mit der Katastrophe von 1250 v. Chr. zusammenfaellt.

Die Phaiaken bringen Odysseus in einer schnellen Nachtfahrt in seine Heimat Ithaka zurueck und ueberlisten damit unbewusst ihren Schutzgott Poseidon, der Odysseus noch lange auf dem Meer umhertreiben wollte. Voller Grimm wendet sich Poseidon an Zeus und bekennt ihm seine Absicht, das Schiff zur Strafe zu zerreissen und die Stadt hinter grossen Gebirgen zu verstecken. Dieser schlaegt jedoch vor, besser das Schiff zu versteinern und zwar in der Naehe der Stadt, wenn alle es bereits kommen sehen.

"Kommt das Schiff jetzt gelaufen und schaun von der Stadt her die Leute
alle hinaus, dann mach es zu Stein in der Naehe des Festlands!
Aehnlich sei es dem hurtigen Schiffe, dass alle sich wundern
damit kannst du die Stadt hinter grossen Gebirgen verstecken."

Kaum hatte dies der Erderschuetterer Poseidon vernommen,
brach er nach Scheria auf, um am Sitz der Phaiaken zu warten.
Aber das Schiff, das die Meere durcheilt kam nahe und naeher,
voran ging es und flott, da nahte der Erderschuettrer,
machte daraus einen Felsen und stauchte es fest in die Tiefe,
traf es mit niedersausenden Haenden
und ging dann ins Weite.

Hier klingt als Erzaehlung das an, was moeglicherweise ein Ergebnis der Katastrophe von 1250 v, Chr. war. Es waere naemlich denkbar, dass die Halbinsel vor dem Festland auf der spaeter die Handelsstadt der Phoenizier Gades oder Cadiz entstand ,erst bei dieser Katastrophe und dem damit verbundenen Erdbeben aus dem Meer auftauchte und die direkte Zufahrt zur Stadt von Sueden her erschwerte, wenn nicht sogar anfaenglich in Verbindung mit den vom Land stammenden Schlammmassen voellig unmoeglich machte.

Dies wuerde wiederum auch erklaeren , warum die Phoenizier das an sich unguenstig liegende Cadiz, das nach der Stadtgeschichte bereits um 1100 v. Chr. gegruendet wurde, und nicht Puerto, den Hafen der alten Stadt, als Handelsplatz waehlten. Moeglicherweise ist die Bucht vor der Muendung des Guadalete nach der Katastrophe tatsaechlich nur flach und , wie in der Atlantisgeschichte von Platon berichtet , fuer lange Zeit unbefahrbar gewesen.

Unter diesem Aspekt weist Homers Odyssee Zusatzinformationen ueber den geschichtlichen Hergang auf, die verblueffend auf den Ort des Geschehens, Puerto de Santa Maria in Iberiens Sueden, Andalusien, hinweisen.

 

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Lesen Sie hierzu, umfassend und uebersichtlich dargestellt :

DIE GESCHICHTE VON ATLANTIS, der vergessene Ursprung unserer Kultur
von Karl Juergen Hepke
TRIGA-DER VERLAG, 2.Aufl. 2008, Hardcover, 268 Seiten, Eur 22,00 , ISBN 978-3-89774-539-1

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