C.E.I.F.

Centro de Estudios Ibero Fenicios

Handbuch der Typologie und Chronologie der phoenizischen Keramik im Sueden Spaniens

Teil 7


Von: Alberto Lòpez Malax-echeverria
Ins Deutsche uebertragen von : Karl Juergen Hepke

 

Inhalt:
1.Einleitung:
Geschichtlich-archaeologischer Widerspruch in der Kolonisation des Suedens Spaniens durch die Orte des nahen Orients im II / I Jahrtausend v. Chr.

Karte von Andalusien mit den Hauptlagerstaetten
Erste Schlussfolgerungen
Karte: Lagerstaetten des vorderen Orients

Studien der Typologien
2. Kleine Kruege
3. Raeucherpfannen
4. Oinocoen
5. Amphoren und Einmachtoepfe
6. Kochtoepfe
7. Lampen
8. Teller
9. Dreifuessige Teller
10. Kruege
11. Krater
12. Zusammenstellung der Typologien mit Zeiteinordnung vor dem VIII Jahrhundert v. Chr.und Bibliografie

Teil 7

Lampen

Referenzliteratur Naher Orient:

The Pottery of Tyre........................ Patricia Maynor Bikai....................... Aris Phillips Ltd. Warminster, Wilts, England 1978

Ancient Pottery of the Holy Land ,................... Ruth Amiran ............................ Massada Press Limited, Jerusalem

A Catalogue of Iron Age Pottery from the Cementeries of Khirbet-Silm – Joya - Qraye and Qasmien of South Lebanon,.......................... S.V. Chapman, .................................................... Berytus Archaeological Studies, Vol. XXI-1972,.................... American University of Beirut, Lebanon


Tafel 1
1 -9. Bikai. Bikai meint, dass die Fragmente, die in den Ausgrabungen gefunden wurden, nicht unterscheidbar sind fuer die Lampen der Epoche spaete Bronzezeit oder Eisenzeit. Es ist bemerkenswert, dass in ihrer Ausgrabung keine Lampen mit mehreren Dochten gefunden wurden, wie in anderen phoenizischen Ausgrabungen, auch in Tyrus.
Sie teilt die Lampen ihrer Ausgrabung in vier Typen:

Typ 1: Entspricht den Zeichnungen in Tafel 1 mit den Nummern 1 - 7. Sie sieht darin eine gemeinsame Typologie fuer die spaete Bronzezeit und die Eisenzeit.
Typ 4: Entspricht der Nummer 8 in Tafel 1. Sie sieht darin eine Miniaturausfuehrung ihres Typs 3.
Typ 3: Entspricht der Nummer 9 in Tafel 1 und ist ausgefuehrt mit einem flachen Profil, Lippe ziemlich spitz und oft geschliffen.
Typ 4: Dieser wird gebildet aus Bruchstuecken mit roter geschliffener Deckschicht. Nicht unterscheidbar, ausgenommen Stuecke, die ein Teil von Typ 1 darstellen, niemals solche, die ein Teil des Typs 3 sind.

Beschreibung

1. 10 YR 7/4 sehr blass braun
2. 5 YR 6/6 gelb roetlich , Kern grau
3. 10 YR 7/3 sehr blass braun, Oberflaeche erlesen
4. 7.5 YR 6/6 gelb roetlich
5. 7.5 YR 5/4 gelb roetlich
6. 5 YR 6/6 gelb roetlich
7. 7.5 YR 7/6 gelb roetlich
8. 5 YR 6/4 braun roetlich hell
9. 2.5 6/8 hellrot


Tafel 2
1 bis 4.Chapman: Die vier in dieser Tafel betrachteten Lampen stammen aus Nekropolen, drei aus Joya , eine aus Qraye.
Chapman meint, dass die Chronologie dieser Teile auch ins X Jahrhundert v. Chr. gehoeren koennte, man muss sie aber in das IX bis VIII Jhdt. einfuegen, in die allgemeine Chronologie der mittleren Eisenzeit.

Beschreibung

1. Tonerde orangefarben, ohne Deckschicht, Durchmesser 11 cm (ausgehend vom Docht)
2.Tonerde orangefarben, ohne Deckschicht, Durchmesser 11,5 cm (ausgehend vom Docht)
3.Tonerde orangefarben, ohne Deckschicht, Durchmesser 11 cm
4. Tonerde orangefarben, Deckschicht blass orange, Durchmesser 12 cm , Hoehe 5 cm

Tafel 2
1 bis 4. Amiran: Amiran klassifiziert in Ihrer Arbeit verschiedene Exemplare von Lampen zugehoerig zu Eisen I, Eisen II-A-B, Eisen II-c, aber wir koennen kein typisches charakteristisches Element finden, das uns erlaubte, in Anbetracht der Typologie/Chronologie von Chapman, Bikai und anderen, irgendeinen Unterschied anzugeben. Dies deshalb, weil wir nur die vier Exemplare betrachten koennen, die sie in Eisen I einstuft.
Vielleicht ist der einzige Unterschied in ihren Gruppen, dass eine stabile Basis nicht vor Eisen II-C erscheint, aber es muss bedacht werden, dass sie in der Stratigrafie von Tyrus in der Schicht XII erscheint und bei Chapman sich stabile und instabile Basis mit derselben Chronologie findet.
In Beer Sheba Y ( Y. Aharoni, 1969 - 71) sind alle Lampen aus Schicht II, VIII Jhdt. v. Chr. mit einer Typologie gleich wie Nr.5 von Bikai und haben stabile Basis.

Beschreibung

1. Lampe, rosa 1:5, Hazor XII
2.
Lampe, gelb 1:5, Megiddo VI A
3. Lampe, 1:5, Beth Mirsim B
4. Lampe, 1:5, Beth Shemesh III

Lampen
Spanien

Referenzen zu den Fundstellen:
Dona Blanca
Laurita
Toscanos
Chorreras
Jardin
Trayamar

 

Tafel 3 und 4
1. Castillo de Dona Blanca, gereinigte Tonerde, ohne Deckschicht, VIII Jhdt. v. Chr.
2. Castillo de Dona Blanca, Deckschicht rot innen und aussen, VII Jhdt. v. Chr.
3. Castillo de Dona Blanca, Deckschicht rot innen und aussen, VII Jhdt. v. Chr.
4. Toscanos, Hof 2. Tonerde schieferartig, Oberflaeche rauh, tonerdig, Durchmesser der Oeffnung ungefaehr 15 cm.
5. Laurita, Grab 2. Deckschicht roetlich kastanienfarben, VII Jhdt.v.Chr.
6. Chorreras
7. El Jardin. Hergestellt aus Lehm mit Unreinheiten, Deckschicht dunkel ockerfarbig auf Oberflaeche innen und aussen, erscheint verbrannt im Aussenumfang, . Die Basis ist konvex ohne stabilen Stand. Durchmesser 12 cm, Hoehe 3,6 cm, Abstand der Dochte 6 cm.
8. Trayamar.

In diesen Tafeln finden sich Lampen aus sehr bekannten Lagerstaetten und Nekropolen, die als Beispiele dienen koennen fuer alle Exemplare, die in unseren Ausgrabungen erscheinen, sowohl mit einem Docht wie mit zwei Dochten. Die Basis ist im allgemeinen konvex, aber es gibt auch den Fall von ebener Basis. Auch koennen sie eine geschliffene Deckschicht haben oder jeder Dekoration entbehren.
In Toscanos erscheinen Lampen von Schicht I an, mit Deckschicht und ohne sie, mit verschiedenen Weiten von Lippe und Durchmesser, die nicht erlauben, eine typologisch - chronologische Folge zu erstellen.
Von Schicht IV-b an erscheint die Lampe mit zwei Dochten, was wie das Ersetzen eines Typs durch einen anderen erscheint, aber spaetere Schichten bestaetigen nicht immer diese Regel.

Kommentare und Schluesse

Die Lampen im nahen Orient behalten fuer die meistbekannte Form mit einem Docht eine Chronologie, die von der spaeten Bronzezeit bis zur mittleren Eisenzeit reicht, ohne dass sich sich typische Entwicklungen erkennen lassen, die in ihrer Art einer chronologischen Folge entsprechen.
Alle typischen Komponenten, Laenge des Dochtes, Weite der Lippe, Stand, Tiefe des Behaelters usw. wiederholen sich in der Folge der Schichten sowohl in Phoenizien wie in Palaestina, sodass sie uns nicht als Hilfe zur Datierung in unseren Lagerstaetten des Occidents dienen koennen.
Im Museum der Amerikanischen Universitaet von Beirut kann man die vier Gruppen sehen, in denen nach unserer Meinung die phoenizischen Lampen des nahen Orients sich unterscheiden.

a.) Ein einfacher Teller mit senkrechten Waenden mit einem einfachen Kniff in dieser in Form eines Dochtes. Das ausgestellte Exemplar ist ein eindeutiges Muster dafuer, dass es als Lampe benutzt worden ist.
b.) Lampen mit vier Dochten, erreicht durch den Toepfer durch Ausgehen von der Form eines Tellers und Biegen bis zum Inneren des aeusseren Umfangs seiner Lippen. Diese Typologie erscheint nach R. Amiran in Palestina in der mittleren Bronzezeit I.
c.) Die am meisten bekannte klassische Lampe mit nur einem Docht und den verschiedenen bereits erwaehnten Typformen.
d.) Lampen mit einem Docht und irgend einer Besonderheit, die sie von den meistbekannten unterscheidet. Der Unterschied kann in ihrer Groesse, Dekoration usw. bestehen.

Im Okzident ergibt sich die Besonderheit, bis zum gegenwaertigen Zeitpunkt nicht vergleichend untersucht im nahen Orient, der Lampe der Typologie gleich in ihrer Gruppe der des nahen Orients mit einem Docht, aber mit zwei Dochten.

Im Sueden Spaniens, konkret in der Fundstaette Toscanos, ergibt sich der Umstand, dass Lampen mit einem Docht von der Schicht I/II bis IV erscheinen ( ich glaube dass es notwendig ist , zu erwaehnen, dass in dieser Fundstaette sich die Schichten von unten nach oben zaehlen ). In der Schicht IV-b erscheint die Lampe mit zwei Dochten, wobei diese Ausgrabung mit einer der modernsten Chronologien versehen ist, die sich bis zum VI Jhdt.v. Chr. festlegen laesst.

Die Teilschluesse dieser Stratigrafie und von dieser Fundstaette wurden zur allgemeinen Norm, indem sie, vielleicht voreilig akzeptiert, am meisten in Publikationen verwendet wurden. Schlüsse, die sich daraus ergaben: Die Lampe mit zwei Dochten folgt auf die mit einem Docht. Sie folgt im VI Jhdt. v. Chr. ..., das VI Jahrhundert ist die aelteste Chronologie fuer die Lampe mit zwei Dochten...usw.

Juengste Vorkommnisse und Erkenntnisse haben die Leiter einiger Ausgrabungen gezwungen, diese Lampen mit zwei Dochten auf das VII Jhdt. zu datieren. Auch sind Lampen mit nur einem Docht in moderneren Schichten erschienen als andere, in denen zwei Dochte vorkamen und es sind Lampen mit einem und zwei Dochten im selben , zeitlich parallel laufendem Zusammenhang erschienen.

Einmal mehr, eine Materie, so neu in ihrer methodischen Arbeitsweise, deren Fortschritt eine grosse Zahl von Betrachtungen erfordert, hat sich unter Zwang gesehen durch Grundlagen, die sich auf nicht ausreichende vergleichende Betrachtungen stuetzten. Ob man es akzeptiert oder nicht ist keine Frage der Meinung, es ist eine Tatsache, die sich wiederholt und sich fortsetzen wird von Publikation zu Publikation.

Diese Typologie verdient eine monografische Studie, die Antworten gibt auf die Hypothesen, die sie hervorruft. Eine Lampe mit zwei Dochten gibt mehr Licht auf einmal , aber braucht mehr Brennstoff als eine mit einem Docht. Ihre Herstellung ist arbeitsintensiver als die fuer nur eine Spitze. Angewendet auf Funktionen im Kult : Die Gleichzeitigkeit von zwei Dochten kann auslegbare religioese Bedeutungen haben, es erscheinen Votivlampen, die offensichtlich nie als Lampe benutzt wurden ......usw.

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Lesen Sie hierzu, umfassend und uebersichtlich dargestellt :

DIE GESCHICHTE VON ATLANTIS, der vergessene Ursprung unserer Kultur
von Karl Juergen Hepke
TRIGA-DER VERLAG, 2.Aufl. 2008, Hardcover, 268 Seiten, Eur 22,00 , ISBN 978-3-89774-539-1

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