Themen und Darstellungen zur alten Geschichte

Meinungsaustausch und Diskussion zum Thema

Atlantis in Andalusien 1 d

zwischen Karl Juergen Hepke und Ulf Richter

11. Dezember 2003

Betreff: Atlantisbuch

Lieber Herr Richter,

Vielen Dank für Ihr Mail vom 11.Dezember. Ich möchte nicht versaeumen, noch vor Weihnachten zu antworten, obwohl die Zeit etwas knapp wird. Deshalb nur kurz.

> Ich freue mich, dass Ihr Buch jetzt erscheinen wird, und möchte es natuerlich auch erwerben. In welchem Verlag erscheint es, und wann genau?

Das Buch ist zur Zeit im Verlag im Druck. Korrektur ist gelesen, Umschlagentwurf ist noch nicht fertig. Fruehester Fertigstellungstermin damit Januar 2004. Der Verlag ist der Triga-Verlag in Gelnhausen und Goettingen. Auf meinen Internetseiten über Atlantis ist das Buch bereits angekuendigt. Da die Erstauflage aus Kostengründen nur klein geplant ist , empfiehlt es sich vielleicht, das Buch vorab im Buchhandel zu bestellen.

> Vor kurzem fiel mir ein anderes neues Atlantisbuch in die Hand: "Atlantis, die versunkene Wiege der Kulturen", von Axel Hausmann. . . . Er bringt dort eine mir bisher unbekannte Idee über die Datierung von Platons Atlantis in die Diskussion. Neben 9000 vor Solon (konventionelle Deutung), 8498 v.Ztr. (Otto Muck), 1200 v.Chr (Spanuth u.a) und um 1500 v.Ztr. (auf Grund der Zuordnung der im "Kritias" aufgezählten Könige Kekrops, Erechtheus und Erichthonios) bevorzugt Hausmann die Mitte des 4.Jahrtausends v.Ztr. aus folgendem Grund usw.

Zu dieser Zeit gab es eindeutig keine Bronzezeit im Mittelmeerraum.

> Im "Timaios" ist beschrieben, dass die Gründung der Stadt Sais 8000 Jahre vor dem Besuch Solons stattgefunden habe. Aus der ägyptischen Fruehgeschichte weiss man, dass die wichtigsten Stadtgründungen im Gebiet des Nildeltas nicht lange vor dem Beginn der 1. Dynastie erfolgten, also um das Jahr 3200 v.Ztr.. Das hiesse, dass die von dem aegyptischen Priester erwähnten Jahre nur je 120 Tage umfasst haben konnten. Hausmann weist darauf hin, dass im Alten Reich in "Jahreszeiten" zu je 120 - 123 Tagen gerechnet wurde; beim Verlesen des alten Textes durch einen Priester der 26.Dynastie habe dieser die "Jahreszeiten" als "Jahre" verstanden und so an Solon weitergegeben. "Mit dieser Zaehlung in "Jahreszeiten" anstatt in Jahren liessen sich auch die offensichtlichen zeitlichen Unstimmigkeiten in der Manetho-Chronik befriedigend aufklaeren."

Wenn man die 8000 Jahre auch als "Mondjahre" nimmt , wie von mir und anderen angenommen, kommt man durch Teilung durch 13 auf 615 Jahre vor Solon d.h. auf ca 1115 v. Chr. für die Gründung von Sais. In dieser Zeit hatten die nach Aegypten eingedrungenen Seevoelker eine erhebliche Umstrukturierung zur Folge, zu der auch die Gruendung neuer Städte in Unteraegypten gehörte. Das alte Reich wurde um 3200 v. Chr. in Mittelaegypten gegründet, das Nildelta spielte damals noch keine Rolle, denn das alte Aegypten war als Landmacht nie am Mittelmeer interessiert.

> Hausmann bringt auch die von mir gefundene Korrelation: 1 Stadion im Platontext muss eigentlich mit 1 Khet ( = 52.5m) uebersetzt werden, vielleicht infolge aehnlicher Ueberlegungen, dass die uebliche Auslegung von 185 m für 1 Stadion viel zu große Abmessungen für alle bei Platon für Atlantis beschriebene Abmessungen bedeuten wuerde. In der Diskussion in "Atlantis Rising" wurde auch auf die Aehnlichkeit des Wortes "Stadion" mit der aegyptischen Flächeneinheit "stat" oder "setat", das ist 1 Khet im Quadrat, hingewiesen.

Die Masse werden wohl immer ein Punkt für verschiedene Meinungen bleiben, solange man nicht die tatsaechliche Stadt gefunden hat. Ich bin allerdings der Meinung, dass eine bedeutende Stadt, die Mittelpunkt eines grossen Reiches war, auch in der damaligen Zeit durchaus einen Durchmesser ihres Kerns von 1000 m gehabt haben koennte. Die Breite der umgebenden Kanaele ist vielleicht zu hoch geschaetzt worden, was bei Wasserflaechen leicht vorkommen kann.

> Im Uebrigen ist Hausmanns Theorie: - Atlantis in der untermeerischen Ebene zwischen Malta und Sizilien, untergegangen 3400 v.Chr. bei einem Einbruch des Atlantik durch die mit einer vorher angeschwemmten Sandnehrung verschlossene Meerenge von Gibraltar - sicher wissenschaftlich nicht haltbar. Er suchte wahrscheinlich bei Malta, weil dort die aeltesten megalithischen Tempel, zum Teil auch unter Wasser, gefunden wurden. Wenn man sein Atlantis nach Iberien verlegte, waeren manche seiner weiteren Ueberlegungen brauchbar. . . . . Er vertritt u.a. aehnlich wie Sie die Meinung, dass die Kulturen der Minoer, Sumerer und alten Aegypter durch Einwanderer oder Kolonisten von Atlantis gegründet wurden, und findet Aehnlichkeiten der Schriftzeichen auf dem "Diskos von Phaistos" mit Altsumerischen und Altaegyptischen Bildzeichen.

Ich teile hier Ihre Meinung und finde es erfreulich, dass Hausmann in Bezug auf die Entwicklung der Kulturen auch die von mir geaeusserte Meinung vertritt. Dies ist gegenueber noch offiziell geltenden und von "alten" Historikern leider nach wie vor vertretenen Ansichten ein wichtiger Schritt nach vorn. Im Zuge der neuen Auffassung von der Geschichtsentwicklung wird auch sicher der Diskos von Phaistos noch einen Uebersetzer finden. Im Uebrigen wünsche ich Ihnen ebenfalls ein gutes Weihnachtsfest und ein gutes und dem Vordringen des neuen Atlantis foerderliches Jahr 2004.

Mit den besten Gruessen

Juergen Hepke

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31.8.2005

Lieber Herr Hepke,

Bei unserem Treffen vor zwei Jahren in Torrox hatten Sie mir geraten, mich mit Bernhard Beier in Verbindung zu setzen, der eine Webseite für Atlantisforschung aufbaut. Die Redaktion dort hat wirklich interessante Beiträge von Autoren aus aller Welt zusammengetragen und veroeffentlicht, dabei blieb aber bisher keine Zeit, um auch eine wirkliche Forschung zu betreiben oder auch nur die Diskussion im angegliederten Forum ein bisschen in geordnete Bahnen zu leiten. Für eine ernsthafte Diskussion halte ich dieses Forum in der bestehenden Form nicht für geeignet.

Im Juli dieses Jahres reiste ich zu der "Internationalen Atlantis-Konferenz" auf der Insel Milos, die ich sehr interessant fand. http://milos.conferences.gr/?atlantis2005 Die dort anwesenden 5 Deutschen ueberlegten, ob man nicht ein deutschsprachiges Atlantisforum einrichten könnte, in dem sich alle Atlantis betreffenden Fragen ernsthaft diskutieren liessen. Es ist inzwischen gelungen, bei "Mysteria3000" ein solches "geschlossenes Forum" einzurichten, in dem der Zugang nur für angemeldete und vorher dafuer eingeladene Mitglieder reserviert ist. Da Sie ein Atlantisbuch geschrieben haben, wurden Sie natuerlich auf die Liste der Einzuladenden gesetzt. Sollten Sie Interesse an einer Teilnahme haben, brauchen Sie sich nur bei http://www.mysteria3000.de/forum/index.php anzumelden.

Sie sind dort bereits vorgemerkt und werden sofort freigeschaltet, so wurde mir gesagt. Die Diskussion hat eben erst begonnen und wird vermutlich erst nach der Urlaubszeit richtig anfangen. Auch ich will nochmal für 3 Wochen nach Italien fahren. Aber vielleicht interessiert Sie dieses Forum doch und Sie schauen einmal herein. Haben Sie schon wieder neue Erkenntnisse gewonnen? Herzliche Gruesse

Ulf Richter

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10.11 2005

J.Hepke an Ulf Richter

Lieber Herr Richter,

Vielen Dank für Ihre Mail. Ich freue mich, etwas von Ihnen zu hoeren. Neue Erkenntnisse gibt es insofern, als ich in diesem Fruehjahr wieder in Puerto war und den Stand der Ausgrabungen und viele andere Dinge angesehen habe. Bisher haben sich alle Gedanken und Annahmen bestaetigt. Am interessantesten erscheint die Freilegung einiger Hausfundamente oestlich der Stadtmauer im Tal in "Grossblockbauweise" d.h. in Form von exakt behauenen grossen Quadern, die passgenau ohne Verwendung von Moertel zusammengefuegt wurden. Diese Bauweise stammt aus der Bronzezeit , ist bekannt aus den Mauern von Troja und passt ueberhaupt nicht zu der Bauweise, die bei "Dona Blanca" sonst angewendet wurde. Möglicherweise handelt es sich um Reste der "Atlantisbebauung" aus der Zeit von Tharsis.

Ausserdem ist mir aufgefallen, dass an etlichen Stellen in den Mauern von "Dona Blanca" ohne besonderen Grund ebenfalls neben dem Mauerwerk aus unbehauenen Bruch- und Fundsteinen exakt behauene grosse Quader aus anderer Steinart (Granit ?) vorkommen, die wahrscheinlich irgendwo gefunden und hier wiederverwendet wurden. Dies ist typisch für Städte , die an der Stelle von zerstoerten vorherigen errichtet wurden. Allerdings war hier die Anzahl der alten Steine nicht ausreichend, um die ganze Stadt damit zu bauen, weil der groesste Teil der Stadt in der Ebene davor versunken war. Fotos dieser Steinverwendung finden Sie in dem neuen Kapitel "Die Ausgrabung von Tartessos" bei www.TOLOS.de .

Auch der Frage der Kanaele bin ich weiter nachgegangen. Wie Sie teilweise auch schon festgestellt hatten, ist eine Kanalverbindung zwischen Guadalete und der Guadalquivir-Ebene sowohl durch die heutige Industriezone zwischen El Portal und Jerez wie auch bei Lomo Pardo moeglich . Bei Lomo Pardo befinden sich noch nicht zugeschuettete Reste von alten Wasserlaeufen. Die Forschung nach alten Kanaelen ist dadurch erschwert, weil die alten Wasserlaeufe in neuerer Zeit als hochgelegte Betonrinnen angelegt wurden. Aus ihnen ist die Bewaesserung der umliegenden Felder durch das natuerliche Gefaelle erheblich einfacher. Teilweise werden die Verbindungen der Betonrinnen auch unterirdisch nach dem Siphonprinzip geführt, so dass nichts auf einen Kanal hindeutet. Ich konnte dies an vielen Stellen des "Canal del bajo Guadalquivir" feststellen, dem ich von Lora del Rio bis Sevilla gefolgt bin.( Auch die Flussebene des Guadalete suedlich vom Tartessoshuegel wird an ihrer Ostseite von einem derartigen Kanal bis zum Meer begleitet, der das Wasser des Guadalcacin bis dorthin fuehrt. Dieser Kanal koennte in seinem Ursprung dem von Platon beschriebenen Randkanal der Ebene entsprechen.)

Auch der Frage der Steinbrueche bin ich weiter nachgegangen. An den Cuevas Steinbrüchen am San Cristobal hat sich wenig veraendert. Bei genauer Betrachtung ist aber unwahrscheinlich, dass sie zur Tartessos (Dona Blanca)-Zeit benutzt wurden. Die bei Dona Blanca verwendeten kleinen Steine passen nicht zu dem perfekten Steinabbau an den Cuevas. Ein weiterer interessant erscheinender Steinbruch "an den aeusseren Raendern der Rundkanaele von Platon" bei Cerro de las Calendrias im Osten der moeglichen Stadtposition ist unter einer Muellhalde begraben worden und unzugaenglich.

Der Zugang zu den Steinbruechen bei "Reserva Natural Lagunas de las Canteras y el Tejon" war nicht moeglich wegen Arbeiten an der Autobahn nach Algeciras N440. Immerhin konnte ich feststellen , dass hier neu gebrochener Schotter aus rosafarbenen Stein verwendet wurde, der wohl aus den Steinbruechen stammt und vielleicht Platons "rotem Stein für die Mauern von Atlantis" entspricht.

Der Kalksteinabbau am San Cristobal durch das Zementwerk ist beendet worden, was man vielleicht als Erfolg werten kann. Die Grube wird begruent und mit Bauschutt aufgefuellt. Der Betonkanal am Fuss des Berges durch "Las Cumbres" wurde neu angelegt. Er nimmt offenbar das überschuessige Wasser der Quellen vom San Cristobal auf und war Anfang Mai voll von schnell fliessendem Wasser.

In der ganzen Region wird sehr viel an Strassen und an einer neuen schnellen Eisenbahnlinie nach Cadiz gebaut. Wie ich mehr zufaellig erfahren habe, wird in Puerto Real der spanische Anteil des neuen Airbus A 380 gebaut, dessen Teile wegen ihrer Groesse über das Wasser transportiert werden muessen. Entsprechend ist die Bautaetigkeit in Puerto Real, Puerto de Santa Maria und Jerez. Alle Strassen sind voll von ungeduldigen Betonlastern, die ein genaues Betrachten der natuerlichen Gelaendegegebenheiten erschweren.

Immerhin zeigt die rasante wirtschaftliche Entwicklung der Region, dass hier wieder ein wirtschaftlicher und geistiger Mittelpunkt entsteht. Zum spanischen Kongress der Wissenschaften, der Ende September in Cadiz stattfindet und zu dem ich eingeladen bin, um über meine in "TOLOS" veroeffentlichten Atlantistheorien zu berichten, werde ich aber nicht fahren, da der Aufwand bei einer zugebilligten Redezeit von 15 Minuten vor ueberwiegend nicht Englisch-sprechendem Publikum zu gross erscheint und schlecht in meinen Zeitplan passt.

Ihr Hinweis auf den Kongress in Milos und das neueingerichtete Forum, in dem auch Atlantisfragen behandelt werden sollen, ist interessant und ich werde zu gegebener Zeit darauf zugreifen.

Mit freundlichen Gruessen

J.Hepke

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23.1.2006

Lieber Herr Hepke,

Vielen Dank für die Schilderungen Ihres letzten Besuchs in Puerto ! Es ist sehr zu begruessen, dass der Kalkabbau am Huegel San Cristobal endlich beendet wurde, damit nicht noch weitere Zerstoerungen der archaeologischen Staetten an dieser Stelle stattfinden. Ohnehin werden durch die neuen Industrieansiedlungen im Raume Cadiz wahrscheinlich viele bisher unerkannte Fundstaetten einfach weggebaggert, weil ueberhaupt keine Zeit fuer eine Untersuchung bleibt.

Ueber die Geologie des Raumes von Cadiz fand ich im Internet eine sehr interessante Veroeffentlichung: "Rapid coastal diapiric uplift in Cadiz Bay" von Gracia, Rodriguez-Vidal, Belluomini u.a., von den Universitäten Cadiz, Huelva und Rom.

http://www.dsm.unile.it/Bacheca/IGCP437FinalConference/AbstractBook/Gracia113_116.pdf

Es wird darin von vertikalen tektonischen Bewegungen im Raume der Bucht von Cadiz berichtet, die von der horizontalen Bewegung der afrikanischen gegen die eurasische Platte ausgeloest werden. Durch das Gegeneinanderdriften der Kontinentalplatten entsteht im Untergrund eine Kompressionsspannung, die in der europaeischen Platte ein Feld von Bruchlinien auslöst, die parallel verlaufen und hauptsaechlich in NO-SW-Richtung orientiert sind (strike slip fault families). Gibt es plastisch verformbare Schichten im Untergrund, z.B. Salzlager, so werden diese durch den hohen Druck entlang der Bruchspalten nach oben gepresst, und sie druecken dann von unten gegen die darueberliegenden parallel zur Oberflaeche gelagerten Sedimentschichten und woelben diese oertlich auf ("Dombildung").

Solche "Diapire", auch "Salzdome" genannte Aufwoelbungen, die entlang der Bruchlinie langgestreckt, aber auch punktfoermig sein koennen, findet man in vielen Gegenden der Erde. Zum Beispiel wurde die Insel Helgoland durch eine Salzdomaufwoelbung emporgehoben. Auch die ringfoermige Struktur des "Guelb er Richat" in Mauretanien, die aus dem Weltraum aussieht wie die von Platon beschriebene Hauptstadt von Atlantis, wird als Domaufwoelbung mit anschliessender partieller Erosion der weicheren Schichten erklaert. (Ich schrieb darueber schon in einem frueheren Brief) http://earthobservatory.nasa.gov/Newsroom/NewImages/images.php3?img_id=9319

http://www.image-contrails.de/mauritania/mauritania-met-richat-1.html

http://www.g-o.de/index.php?cmd=redaktion/galerie/galerie_lf07.htm&header=mm

In meinem Beitrag für die "Internationale Atlantiskonferenz 2005" in Milos habe ich dargelegt, dass die Schaffung der ringfoermigen Kanäle um den Huegel der Kleito durch den Gott Poseidon auf eine natuerliche Entstehung dieser Ringstruktur deutet, und man suchen muesse, ob eine aehnliche erodierte Domstruktur sich irgendwo anders in Kuestennaehe finden lasse.

http://earthobservatory.nasa.gov/Newsroom/NewImages/images.php3?img_id=9319

Die Autoren des oben genannten Artikels fanden heraus, dass die Stadt San Fernando, im Sueden der Bucht von Cadiz, auf einer horstfoermigen Domaufwoelbung liegt, die etwa vor 31000 Jahren entstanden ist. Dieser Huegel hat heute eine Hoehe von 29 m über dem Meer. Da seit der letzten Eiszeit auch der Meeresspiegel angestiegen ist, muss man von einer Gesamtaufwoelbung von ca. 130 m ausgehen. An der Gibraltarstraße mass man eine noch heute andauernde tektonische Aufwaertsbewegung von 1,5 mm/Jahr (1,5 m in 1000 Jahren), waehrend sich die afrikanische Küste mit 4 mm/Jahr auf Europa zubewegt.

Es wird auch erwaehnt, dass es in der Region von Cadiz noch eine Reihe von anderen Diapir-Strukturen gibt. Dies betrifft eventuell (in dem Artikel allerdings nicht genannt) auch die Felsinsel von Cadiz selbst.

Auf der Suche nach einer "atlantisverdaechtigen" Struktur im Raume von Puerto de Santa Maria sah ich mir die Satellitenaufnahmen von "Google-Earth" an. Als einzig moegliche Stelle fiel mir der 74 m hohe Hügel "Cabezas" auf, 3,3 km nordwestlich der Stadtmitte nahe der Straße nach Sanlucar de Barrameda. Er liegt auch ca. 3,3 km von der heutigen Meereskueste entfernt. Wenn man Platons Entfernungsangaben in "khet" anstatt in Stadien misst, wie ich es ebenfalls in meinem Beitrag für die Miloskonferenz vorgeschlagen habe, so ist 3,3 km der Durchmesser des aeussersten Walles von Atlantis, der am Meer endet.

Im Woerterbuch steht unter dem spanischen Wort "Cabeza" die Bedeutung "Haupt", auch "Hauptstadt".

Wenn sich unter dem Cabeza-Hügel ebenfalls eine von NO nach SW verlaufende Bruchlinie befindet, welche parallel zu der etwas suedlicher gelegenen Bruchlinie unter dem San-Fernando-Hügel verläuft, so muesste diese etwa 1,5 km nordwestlich der heutigen Küste von Cadiz entlangstreichen. Tatsaechlich erkennt man in der Seekarte entlang dieser Streichlinie eine Reihe von Unterwasser-Felsformationen, die sich über den Sanduntergrund der Bucht erheben.

Ob sich tatsaechlich etwas unter dem Hügel "Cabezas" verbirgt, koennte man nur durch Magnetometrische Messungen feststellen, weil sicher die ganze Gegend durch Sandduenen mehrere Meter tief ueberdeckt wurde. Allerdings befindet sich nur 1,7 km westlich von Cabezas der 50 m hohe Huegel "Cantarranas", den Sie in Ihrer Seite "Archaeologische Funde in Suediberien 2" beschreiben, wo glockenfoermige unterirdische Bauten aus der Kupferzeit (ca. 3500 v.Chr.) gefunden wurden.

3,2 km WNW von Cabezas liegt ein Huegel von 46 m Höhe, auf dem nach einer Karte im archaeologischen Museum von Puerto ebenfalls kupferzeitliche Funde gemacht wurden.

Der Hügel "Cabezas" ist auf der Satellitenaufnahme in "Google-Earth" noch unbebaut, scheint sich jedoch in Umgestaltung zu einem Golfplatz zu befinden. Dies wuerde jedoch spaetere magnetometrische Messungen des Untergrundes erlauben.

Nur wenn sich durch solche Messungen oder gar Ausgrabungen tatsaechlich die von Platon beschriebenen 3 Ringe um einen zentralen kreisfoermigen Felshuegel finden lassen, kann man behaupten, die Hauptstadt von Atlantis gefunden zu haben. Alles andere sind hoechstens Indizien, die von der Wissenschaft nicht ernst genommen werden.

Mit freundlichen Gruessen

Ulf Richter

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