Themen und Darstellungen zur alten Geschichte

Meinungsaustausch und Diskussion zum Thema

Atlantis in Andalusien 1a

zwischen Karl Juergen Hepke und Ulf Richter

11.12.2000

K.J.Hepke an Ulf Richter

Lieber Herr Richter,

Vielen Dank fuer ihre Mail und den Kurzbericht ueber ihren Besuch auf dem "Goetterberg" von Puerto. Leider haben Sie anscheinend weder die Ausgrabungsstaette noch das Museum in Puerto oder Cadiz besucht.
Da Sie sehr interessiert scheinen, fuegen wir den Originalbericht ueber die Ersterkundung bei, der fuer das Internet zu umfangreich erschien. Sie werden sehen ,dass dort durchaus die modernen Veraenderungen gesehen wurden und es ist sicher nicht einfach, 3000 Jahre zurueckzudenken.
Die Tatsache, dass 20 Km vor Cadiz ausgerechnet auf diesem Berg ein Wasserwerk angelegt wurde, deutet aber darauf hin, dass hier schon lange eine Wasserversorgung fuer die Region existierte, die sich aus Quellen speiste. Genaueres koennte nur eine Erforschung der Geschichte des Wasserwerks ergeben.
Die heute sichtbaren Steinbrueche oder "Bunker" sind sicher nur ein Teil der frueher vorhandenen. Sie liegen als "Schiffsbehaelter" auch relativ hoch, was aber nicht ausschliessen muss, dass sie als solche benutzt wurden. Wie spaeter in Karthago am Kap Bon und bei den Etruskern zu beobachten, waren die atlantischen Kulturen Meister im Bau von Tunneln im Felsen. Eine Kunst, die heute noch Raetsel aufgibt. Moderne Steinbrueche werden im Gegensatz dazu durchweg als offener Tagebau angelegt, was nicht ausschliesst, dass man spaeter an altem Stollenbau ergaenzenden Tagebau betrieben hat. Es folgt der Originalbericht.

"Die wahre Geschichte"

(Dieser erste Bericht wurde am 19.12.1997 sowohl der Zeitschrift "PM" wie auch der archaeologischen Abteilung der Universitaet Mainz zugeschickt.)

Die 401te Entdeckung von Platons Atlantis.

Folgt man als Seefahrer, nachdem bei Tarifa die engste Stelle zwischen Europa und Afrika passiert ist, der Kuestenlinie weiter in nordwestlicher Richtung, so oeffnet sich nach ca. 100 Km rechter Hand eine grosse Bucht, die von einer Landzunge teilweise gegen das offene Meer geschuetzt wird. Auf dieser Landzunge liegt heute Cadiz, das fruehere Gades, das im Land Gadeiros lag.

Dringt der Seefahrer in diese Bucht, die schon einen gewissen natuerlichen Hafen bildet, weiter ein, so erreicht er nach acht Kilometern Fahrt ueber das Wasser der Bucht die Muendung eines Flusses. In nordoestlicher Richtung verlaufend ist die Muendung des Flusses als Kanal ausgebaut und dieser Kanal dient als Hafen fuer die Stadt, die sich zu beiden Seiten des Kanals ausbreitet. Im Norden mehr als Wohn- und Verwaltungsgebiet, im Sueden als Hafenumschlagsplatz mit Kraenen, Lagerschuppen und hafenorientierten Gewerbebetrieben. Die Stadt heisst heute "El Puerto de Santa Maria" und wird in der Gegend nur, wie in alter Zeit ,"El Puerto" "der Hafen" genannt. In nordoestlicher Richtung weiter dem Hafenverlauf folgend, laeuft ein schmaler Kanal in das Land, bis ihn die in der Neuzeit hierher verlegte Eisenbahnlinie Cadiz-Jerez zum Abknicken nach Osten zwingt. Die Michelin-Karte 446 von Andalusien im Massstab 1:400 000 sagt aus, dass die Eisenbahnlinie, die anfangs offenbar dem Verlauf des ehemaligen jetzt zugeschuetteten Kanals folgt, wiederum einem in nordwest-suedoestlicher Richtung im Abstand von etwa 10 Km parallel zur Kuestenlinie verlaufendem Bergruecken von etwa sechs Kilometer Laenge ausweicht und ihn im Suedosten bei dem kleinen Ort "El Portal"umgeht. Zwischen Eisenbahn und Berg verlaeuft die alte Strasse von Puerto nach Jerez und auf der anderen Seite der Bahnlinie fliesst der heute Guadalete genannte Fluss, der sich von hier aus in vielen Windungen durch die Ebene zum Hafen von Puerto schlaengelt. Die hoechste Erhebung des Bergrueckens an seinem suedoestlichen Ende ist mit 124 m in der Karte angegeben. Ihm vorgelagert ist ein Huegel von etwa 1 Km Durchmesser und ca. 60 m Hoehe.

Die Karte sagt auch, dass sich an dem Bergruecken mehrere Steinbrueche und eine Arena befinden sollen. Die Touristinformation und der Besuch des kleinen praehistorischen Museums geben einige recht interessante Auskuenfte ueber die Geschichte der Stadt. Es gibt praehistorische Fundstaetten aus der Altsteinzeit, weitere aus der mittleren Steinzeit und gegenwaertig laufen Ausgrabungen am Huegel mit dem mittelalterlichen Turm der Dona Blanca, die bis jetzt eine befestigte Ortschaft zutage brachten, deren Geschichte sich zwischen dem 9ten und dem 3ten Jahrhundert v. Chr. abspielte . Eine Auswahl von Fundstuecken aus Keramik und Metall und einige Fotos von der Ausgrabungsstaette werden im Museum gezeigt. . Das weitere muss jetzt selbst erkundet werden. Auf der Nationalstrasse 4 geht es aus dem Ort heraus in Richtung Jerez. Nach einigen Kilometern zweigt nach rechts die alte Strasse nach Jerez ab, die jetzt mit "El Portal" ausgeschildert ist. Man folgt dieser Richtung und die Strasse verlaeuft jetzt am Hang des Bergrueckens. Links und rechts liegen Ausbeutungsgruben eines Zementwerkes, das rechter Hand liegt. Der Bergruecken besteht offenbar in diesem Bereich aus Kalkstein. Am Hang geht es weiter in Richtung El Portal. Jetzt liegt rechts ein vorspringender etwas erhoehter Huegel am Hang. Auf ihm ein alter Festungsturm. Viereckig, vielleicht aus dem Mittelalter. Offenbar der Turm der "Dona Blanca". Etwa 100 m daneben ein flacher neuer Bau ca. 10m breit und 60m lang. Steinbau im Schuppen- oder Barackenstil. Die Strasse fuehrt weiter ueber einen Sattel zwischen dem Huegel und dem links liegenden Bergruecken, der hier ebenfalls einen ca 50 m hoeher gelegenen Sattel aufweist und dann auf seine volle Hoehe von 124 m ansteigt. Auf dem Sattel eine aufwendige Tordurchfahrt neuen Stils zur Strasse, die den Berg hinauffuehrt.

Die Strasse senkt sich, geht in einer langgestreckten Linkskurve um das Ende des Bergrueckens herum und erreicht kurz vor dem Ortseingang von El Portal das Niveau der Ebene. Rechts von der Strasse verlaeuft die Bahnlinie und dahinter der Fluss Guadalete, der sich durch die Ebene schlaengelt. El Portal liegt im Engpass zwischen Berg und Fluss, und es faellt nicht schwer, sich vorzustellen, dass hier der noerdliche Eingang zur Stadt lag, die sich nach Platon, vom Berg ausgehend, zu beiden Seiten des Kanals bis zum Meer hinzog. Zurueck geht der Weg. Der Abzweig in Richtung Berg ist zu erkunden. Nach Erreichen des Sattels geht es nach rechts hinauf. Rechts der Strasse liegt jetzt ein grosser Steinbruch, in dem Bagger und Lastwagen den weissen Kalkstein brechen und abtransportieren. Wohl zum Zementwerk. Die Strasse gewinnt jetzt an Hoehe. Weit geht der Blick zurueck in die Ebene. Eine Weggabelung mit Wegweiser nach links : Cuevas, Grotten, Hoehlen! Ihm folgend, jetzt auf einer Schotterstrasse ohne weiteren Anstieg, erscheinen Brunnenhaeuser und Pumpstationen. Alte, dicke Wasserrohre liegen gestapelt. Es sieht aus wie Quellfassungen und Platon kommt in den Sinn, der sagt : "und er fuehrte zwei Fluesse von der Erde herauf, deren einer seiner Quelle warm, der andere kalt entquoll". Der Weg geht weiter bis zu einem kleinen Dorf.

Armselige primitive Haeuser liegen hier, in Spanien kein seltener Anblick auf dem Lande. Der Weg verzweigt sich zu den einzelnen Anwesen. Das Auto wird stehengelassen und zu Fuss geht es weiter, um nichts zu uebersehen. Nach links steigt das Gelaende leicht an, nach rechts steil. Geradeaus faellt es leicht ab. Hoehlen muessten wohl am tiefsten Punkt liegen. Und da sind sie!

Nach mehreren Seiten in den Berg hineingetrieben liegen, vom Grund eines Grabens ausgehend, mehrere Stollen. Zwei Graeben oder Kanaele sind durch einen Tunnel verbunden. Die Waende der Graeben und der Tunnel sind senkrecht und glatt behauen die Decken leicht gewoelbt. In ihrem altersgrauen Zustand erinnern sie an die Beton-U-Bootbunker des 2ten Weltkrieges oder die Bunker des Atlantikwalls. Aber es gibt keine Markierungen der Verschalung und keine herausragenden verrosteten Stahlarmierungen. Diese Bunker wurden aus dem Felsen herausgehauen und in ihnen wurden die Reserven der atlantischen Kriegsflotte vor 3500 Jahren aufbewahrt. Es sind die Steinbrueche, von denen Plato berichtet : "Die Steine dazu aber, teils weisse, teils schwarze und teils auch rote, wurden unter der in der Mitte liegenden Insel und unter der Innen- und Aussenseite der Guertel gehauen und so beim Aushauen zugleich doppelte Behaelter fuer die Schiffe augehoehlt , die von den Felsen selbst ueberdacht wurden."

Die Groesse der Stollen wuerde wohl ausreichen, zwei atlantische Fuenfzigruderer nebeneinander zu lagern. Auch die Hoehe entspricht der eines kleinen Hauses. Deshalb haben sie bereits auch eine Verwendung gefunden. Haeuser sind halb hineingebaut, Kuehe und Ziegen laufen auf dem Grund des Kanals, dessen Waende als vorhandene Einfriedigung dienen, und wachsame Hunde lassen ein weiteres Vordringen ungeraten erscheinen. Hier und dort zeigt sich auch ein misstrauisch blickender Bewohner. Das Misstrauen ist beiderseits. Einige Photos fuer die Dokumentation werden gemacht und dann geht es zurueck zum alleingelassenen Fahrzeug. Mit ihm zurueck zu den Brunnenhaeusern und zu Fuss den hier recht steilen Berghang auf einer Treppe hinauf. Oben eine ansteigende asphaltierte Strasse. Die rechte Seite der Gabelung von vorhin. Sie fuehrt auf den Gipfel des Berges und dort , im Kiefernwald versteckt und von unten nicht wahrzunehmen, oeffnet sich der Blick auf eine parkartige Anlage mit Schlagbaum und gepflegtem Pfoertnerhaus. Ein moderner Brunnen auf dem Platz vor dem Haus spendet aus mehreren Roehren reichlich Wasser, gepflegte Rasenflaechen und Blumenbeete umrahmen einige Strassen, die sich auf der ebenen Flaeche auf der Spitze des Berges zwischen flachen, sockelartigen grauen Bauten und Baeumen verlieren. Blitzartig kommt die Erkenntnis : Natuerlich, hier lag die Koenigsburg und der Tempel des Poseidon, und es scheint sich garnicht soviel veraendert zu haben. Der Poseidon von heute hat nur einen anderen Namen : Wasserversorgung des Bezirks Gualdaquivir , Einfahrt verboten, steht auf einem Schild am Eingang.

Die grossen grauen Sockel, auf denen gut der Parthenon der Akropolis von Athen Platz haette, erweisen sich zwar heute als in den Felsen gehauene Wasserbehaelter mit einer riesigen ebenen Abdeckplatte und mit, von aegyptischen Tempeln her bekannten, konisch zulaufenden Abstuetzmauern, aber die etwas ansteigenden Strassen zwischen den einzelnen Sockeln sind mit bluehenden Straeuchern und Blumen wie eine Tempelallee angelegt und nach Suedosten hin schliesst sich an die "Tempelsockel" ein Hain schoener Baeume an. Und wieder kommt Platon in den Sinn : "Der Tempel des Poseidon selbst war ein Stadion lang, 500 Fuss breit und von entsprechender Hoehe." Er haette hier gut Platz gehabt und darueber hinaus die Koenigsburg und alles andere von Platon beschriebene.

Einer der mit der Pflege des Parkes beschaeftigten Gaertner oeffnet bereitwillig die Tuer in dem Zaun, der das ganze Plateau auf der Bergspitze umgibt, und zeigt das Panorama, das sich hier bietet.

Wahrhaftig, ein Blick fuer die Goetter !!!

Weit, weit geht der Blick ueber die fruchtbare Ebene, das weisse Jerez erscheint als kleines Dorf in der riesigen Flaeche und zur anderen Seite geht der Blick ueber die Ebene bis zum Meer und den Kraenen von Cadiz. Alles, was Platon ueber die Einmaligkeit der Lage sagt, erfuellt sich hier. Wahrhaftig ein Platz, den Goetter sich aussuchen wuerden. Hier wird auch klar, warum in allen Religionen der aus der atlantischen Kultur hervorgegangenen Voelker die Goetter auf einem mythischen Berg zu Hause sind. Dies ist der Berg, der fuer den Olymp der Griechen, die Walhalla der Germanen und viele andere natuerliche oder kuenstlich geschaffene Goetterberge die Grundidee lieferte. Und es muss hier noch einmal Platon zitiert werden, denn besser kann man das Gefuehl, das von diesem Blick ausgeht, garnicht beschreiben :" An der Seekueste, gegen die Mitte der ganzen Insel, lag eine Ebene, die schoener und fruchtbarer als irgendeine gewesen sein soll." Doch zurueck vom Goettersitz zu den Menschen. Die Fahrt geht den Berg hinunter auf der Strecke, die sicher einstmals die Prozessionsstrasse von der Stadt zum Goetterberg war. Sie geht zu dem Huegel mit dem Turm, der vor dem Bergruecken liegt . Auf ihm nahm nach Platon alles seinen Anfang , denn :"In der Naehe dieser Ebene aber, wiederum nach der Mitte zu, befand sich, vom Meer in einer Entfernung von etwa 50 Stadien ( 1 Stadion ist gleich ungefaehr 192 Meter , d.h. in etwa 10 Km Entfernung ), ein allerwaerts niedriger Berg ,auf diesem wohnte ein Mann, namens Euenor, aus der Zahl der anfaenglich der Erde Entwachsenen, welcher die Leukippe zur Frau hatte."

Das Gelaende ist heute umzaeunt, an der Einfahrt ein Schild : Archaeologische Ausgrabungsstaette VIII - III Jahrhundert v. Chr. . Etwas bescheiden, vielleicht auch alt, denn in der in Puerto verteilten Information ist man bereits bis zum 9ten Jahrhundert v. Chr. vorgedrungen. Mit Sicherheit zu erwarten ist, dass auch das 9te Jahrhundert nicht das letzte gewesen ist, das hier seine Spuren hinterlassen hat. Die Schwierigkeit wird sein, wie in Troja, dass soviele Schichten uebereinanderliegen, dass nur ein ruecksichtsloser Ausgraeber wie Schliemann die Aussicht hat, in absehbarer Zeit bis zu den untersten Schichten vorzudringen. Es ist zu erwarten, dass man Spuren findet, die bis zum 10 ten Jahrtausend v. Chr. oder noch darueber hinaus reichen, denn hier befinden sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, uebereinander gelagert, die Reste der aeltesten Staedte der westlichen Welt : Tartessos, Tharsis und Atlantis. Die ergiebigste Schicht aber duerfte die sein, die, von vielleicht meterhohen Schlammschichten der Untergangskatastrophe bedeckt, die Atlantis "in nur einem Tag und einer Nacht"-so Platon- vernichtete, die Zeit vor 1250 v. Chr. und damit die Glanzzeit von Atlantis-Tharsis dokumentiert, denn hier muesste mehr als nur ein "Schatz des Priamos" zu finden sein.

Der lustigen Versammlung junger Leute in dem schuppenaehnlichen Ausgrabungsgebaeude, die im Maerz 1997auf ihre archaeologische Leiterin warten, scheint dies nicht bewusst zu sein. Nach erfolgreicher Suche nach jemandem, der Englisch spricht , erfaehrt man, dass die Ausgrabung zur Zeit nicht besichtigt werden kann, da es darinnen zu "cool" sei. Was auch immer das sein mag. Ausserdem sei die Leiterin zur Zeit nicht anwesend und befaende sich in der Kulturabteilung des Rathauses von Puerto, wo man sie eventuell antreffen koennte. Die Suche dort verlaeuft ergebnislos und im Museum wird mitgeteilt, dass eine Besichtigung der Ausgrabungsstaette nur mit einer Sondergenehmigung der Kulturbehoerde in Cadiz moeglich ist. Wenn man bedenkt, mit welchem Einsatz an Fachleuten und an Geld der Boden Griechenlands, Roms, Aegyptens und Mesopotamiens durchforscht wurde, und was hier, an der Stelle, an der mit grosser Wahrscheinlichkeit die westliche Kultur begann, geschieht, wird deutlich, wie wichtig es ist, dass die Lage und die Bedeutung von Tharsis-Atlantis endlich erkannt wird. Dies, damit nicht weitere Jahrzehnte vergehen, bis die Wissenschaft schliesslich bestaetigen kann : Das Atlantis Platons hat existiert, es lag auf dem Tell der Dona Blanca bei Puerto de Santa Maria in "Andalucia". Denn die heute aus fast ganz Europa bereits vorliegenden Ausgrabungsergebnisse beweisen bereits, dass es eine hohe Kultur im Westen Europas gab, die den Kulturen Mesopotamiens und Aegyptens durchaus vergleichbar und teilweise sogar Vorbild war.

Weitere Informationen zu Atlantis und der Geschichte des "Atlantischen Reiches" finden Sie unter www.tolos.de.

MfG Tolos

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17.5.2001

Lieber Herr Hepke,

Für die Zusendung des ausfuehrlichen Berichts über den "Goetterberg" von Puerto bedanke ich mich herzlich. An alle geographischen Einzelheiten kann ich mich erinnern. Auch eine Karte im Maßstab 1:50000 von der Gegend habe ich mir besorgt.

> Leider haben Sie anscheinend weder die > Ausgrabungsstaette noch das Museum in Puerto oder Cadiz besucht.

Die Fundstuecke der Ausgrabungen im Museum von Cadiz habe ich gesehen; sie waren ja auch auf Ihrer Website abgebildet. Ich fand sie eindrucksvoll und bin Ihrer Meinung, dass man weitere Ausgrabungen anregen sollte. Dass oberhalb einer solchen Siedlung einmal ein Heiligtum gestanden hat, ist ebenfalls wahrscheinlich. Durch die Anlage der Wasserhochbehaelter sind leider alle etwaigen Spuren beseitigt. Vielleicht hat man damals auf solche Dinge ueberhaupt nicht geachtet.

>Es ist sicher nicht einfach, 3000 Jahre zurueckzudenken. Die Tatsache, dass 20 > Km vor Cadiz ausgerechnet auf diesem Berg ein Wasserwerk angelegt wurde, > deutet aber darauf hin, dass hier schon lange eine Wasserversorgung fuer die > Region existierte, die sich aus Quellen speiste. Genaueres koennte nur eine > Erforschung der Geschichte des Wasserwerks ergeben.

Das ist sicher richtig. Leider waren wir nicht lang genug dort, um mit zustaendigen Leuten darueber zu sprechen.

> Die heute sichtbaren Steinbrueche oder "Bunker"sind sicher nur ein Teil der frueher vorhandenen. Sie liegen als "Schiffsbehaelter" auch relativ hoch, was aber nicht ausschliessen muss, dass sie als solche benutzt wurden.

Die Steinbruchhoehlen liegen in 80 m Meereshoehe. Wenn sich das Land in der Zwischenzeit um diesen Betrag gehoben haette, muesste die ganze suedspanische Ebene bis Sevilla zur Atlanterzeit unter Wasser gelegen haben und die von Platon beschriebene fruchtbare Ebene haette es dann nicht gegeben. Die "Bunker" sind auch für Schiffsunterstaende viel zu unregelmaessig aus dem Fels geschlagen. Sie selbst erwaehnten die hohe Kunst im Wasser- und Tunnelbau, die man den Atlantern zubilligen muesste. Ich meine, es sind Steinbrueche zur Gewinnung von Bausteinen, bei denen man wegen der dort besseren Steinqualitaet unterirdisch in den Felsen hineingegangen ist, aehnlich wie bei den griechischen Steinbruechen in Syrakus, weil der oberflaechlich anstehende Stein zu viele Fehler hatte. Merkwuerdig ist auch, dass direkt UNTER dem Kalkstein eine mindestens 40 m (bis zum noerdlichen Fuss des Huegels konnte ich sie verfolgen) dicke Schicht aus fundlosem Schwemmlehm liegt. Da es kurz vorher stark geregnet hatte, haette man eigentlich irgendwo in den ausgewaschenen Hangabbruechen eine Siedlungsscherbe erwarten müssen, wenn dort oben in antiker Zeit eine Stadt oder Burg gestanden haette.

Ich glaube deshalb nicht, dass es sich bei dem beschriebenen 124 m hohen Huegel um den gesuchten Koenigsburghuegel von Atlantis gehandelt haben kann. Eine Stadt, die als Folge eines Erdbebens vom Meer ueberflutet wurde, kann eigentlich bei einer spaeteren Landhebung nicht so punktuell wieder auftauchen, ohne dass die ganze weitere Umgebung mit angehoben wuerde.

Eine weitere Unstimmigkeit moechte ich erwaehnen. Zu Beginn des Artikels "Die >Lage von Atlantis" schreiben Sie, dass noerdlich von Cadiz eine Ebene liegt, die am Meer etwa 300 km breit ist und sich in West-Ost-Richtung 500 km durch das heutige Spanien zieht. Dieses Gebiet ist aber nur zum kleineren Teil eine Ebene; es liegen auch ueber 1000 m hohe Berge in dem angegebenen Bereich. Bei Platon steht, dass um die ganze rechteckige Ebene ein Kanal von 1Stadion Breite (das waeren nach Ihren Maßangaben 192m) und 1 Plethron (=1/6 Stadion) Tiefe von Menschenhand ausgehoben worden sei. Das ist rund um die von Ihnen genannte Flaeche ueberhaupt nicht moeglich.

Ganz abgesehen davon scheint mir an diesen Zahlenangaben bereits offensichtlich zu werden, dass Platons Masse, so wie sie ueblicherweise in unsere heutigen uebertragen werden (1 Stadion wird je nach Quelle mit 160 bis 200 m angegeben), viel zu groß sind. Einen kuenstlich ausgehobenen Kanal von 32 m Tiefe wuerde man auch heute noch nicht bauen koennen; der Mittellandkanal ist 4m, der Suezkanal 12m tief, der Panamakanal war bis 1995 12,8m tief und wurde dann für die großen Tanker auf 14,3m gebracht.

Welchen Sinn haetten also 1920 km lange Kanaele von 32 m Tiefe gehabt, wo die damals verwendeten Schiffe auch auf 4 m tiefen Kanälen verkehren koennten? Ich kann es mir nur so erklaeren, daß Solon oder Kritias bei der Uebertragung der Maße aus dem Aegyptischen, wo es keine "Stadien" oder "Plethren" gibt, ins Griechische ein Irrtum unterlaufen ist. Anstelle des aegyptischen "Khet" (=100 Koenigsellen = 52.5m) schrieben sie vermutlich "Stadion".

Wendet man diese verkleinerten Massangaben an, dann kommt man auf eine Kanaltiefe von 8,7 m, was für Menschenarbeit immerhin moeglich erscheint, und die atlantische Ebene wird dann 105 x 158 km groß und passt damit einigermaßen nach Suedspanien zwischen Huelva, Cadiz und Sevilla hinein. Die Hauptstadt laege dann nicht mehr 10 km, sondern nur noch 2.6 km vom Meer entfernt; die innere Koenigsburg haette nur 262m Durchmesser. Das passte aber zur Groesse bekannter antiker Staedte .

Es interessiert mich, was Sie zu meiner Theorie meinen. Mit freundlichen Gruessen

Ulf Richter

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23.8.2001

Lieber Herr Richter,

Wegen einer laengeren Reise nach Frankreich komme ich erst heute zur Beantwortung ihres interessanten Beitrags.

1.) Steinbrueche in 80m Hoehe. Wie gesagt, sind sie sicher nur ein Teil der einstmals vorhandenen. Durch Arbeiten in ihnen nach spaeteren, schlechteren Methoden kann ihre Form negativ veraendert sein. Es war kein Problem, die damaligen ca 20m langen Holzschiffe auch ueber Land zu transportieren und so die Hoehlen mit ihrem guenstigen Klima als Lagerraeume fuer Reserveschiffe zu nutzen. Es ist auch moeglich, dass die beschriebenen Ringkanaele ein hoeheres Niveau als das Meer hatten und durch Schleusen mit ihm verbunden waren. Der Hinweis bei Platon, dass die Verbindung ueberdacht waren, deutet in diese Richtung. Den Griechen waren Schleusen meines Wissens nicht bekannt, folglich konnte Platon sie nicht als solche beschreiben. Gespeist wurden die hoeher liegende Kanaele nach Platon aus dem Wasser der Quellen.

2.) Schwemmlehm unter Kalkstein. Moeglich, da Spanien weitgehend ehemaliger Meeresboden. Dies sind aber erdgeschichtliche Zeitraeume, in denen es keine Menschen gab. Folglich fehlen in dieser Schicht auch Fundstuecke menschlicher Herkunft.

3.) Die urspruengliche Stadt stand, wie die begonnenen Ausgrabungen zeigen, auf dem dem 124 m hohen Bergruecken vorgelagerten Huegel von heute geschaetzt etwa 60 m Hoehe, der auch die Groesse und Abmessungen einer befestigten Stadt wie etwa Mykene hat.

4.) .Zahlen und Maße sind in allen historischen Berichten ein bekanntes Problem. Wenn man aber die Ebene zwischen Huelva und Chiclana und in Ost- West Richtung bis Linares annimmt, kommen doch etwa 150 mal 300 Km zusammen und sie ist damit groesser als alles im Mittelmeerraum bekannte und das ist der wesentliche Punkt. Die Massprobleme gelten sicher auch fuer die uebrigen Angaben, ihre Version ist deshalb auch fuer die Kanalmaße vorstellbar . Die Entfernung der Stadt vom Meer duerfte aber nahezu zutreffend angegeben sein, da sie ein wesentliches Merkmal fuer den vom Meer kommenden Besucher darstellte.

Mit freundlichen Gruessen. J. Hepke

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24.10.2001

Lieber Herr Hepke!

Vielen Dank für Ihre Antwort vom 23.8.2001!

Mich interessiert an Ihrer Theorie besonders, dass sie als einer von wenigen den Standort von Platons Atlantis nach Suedspanien versetzen. Neben Adolf Schulten kenne ich sonst nur Uwe Topper (der sich aber heute wieder von seiner Theorie distanziert) und Maxine Asher ( www.atlantisresearch.com/index.html ; ueber letztere las ich aber auch, dass einige ihrer Funde gefaelscht sein sollen; wissen Sie etwas darueber?) und aus dem Altertum Plinius d.Ae.. Tatsaechlich liegt diese Gegend geographisch zentral zwischen Nordafrika, Mittelmeer, Amerika und Nordeuropa, wohin ueberall die Phoenizier und wahrscheinlich vor ihnen auch die Atlanter Handelsbeziehungen hatten. Ebenso scheint dieses Gebiet etwas mit der Megalithkultur und auch mit der Glockenbecherkultur zu tun zu haben, wie es auch in den "Tolos"-Beiträgen beschrieben ist. Da die allgemeine Meinung in der Wissenschaft aber anders ist, moechte ich Sie fragen: Gibt es irgendwelche Beweise dafür, ausser den beschriebenen Funden bei San Cristobal, die ja nicht ganz in diese Zeit zurueckreichen?

Auf der Karte 1:50000 der Umgebung von Cadiz sieht man, dass sich oestlich von Jerez eine nordsuedlich verlaufende Senke befindet mit maximal 35 m Meereshoehe, durch die heute auch die Autobahn nach Sevilla verlaeuft. Waere es nicht maeglich, dass es sich um die Spuren des einstmals um die atlantische Ebene verlaufenden Kanals handelt, der ja in jedem Fall zur Hauptstadt gefuehrt haben muesste, wenn Sie diese an der Muendung des Guadalete annehmen.

In der Hauptstadt soll es laut Platon felsigen Boden mit weissen, roten und schwarzen Steinen gegeben haben. Neben dem weissen Kalkstein und dem roetlichen Lehmboden, der bei Arcos und Trafalgar noch heute relativ stabile Steilabbrueche bildet, ist mir aber kein schwarzes Gestein aus dieser Gegend bekannt.

Interessant finde ich die Theorie, dass noch vor etwa 3000 Jahren Iberien eine Insel gewesen sein soll. Dies wuerde aber eine Landhebung um mindestens 169m (dies ist die hoechste Stelle des Canal du Midi) seit dieser Zeit bedeuten: gibt es dafuer irgendwelche Quellen? Eine Handelsverbindung entlang dieser Strecke muesste aber nicht unbedingt auf einem Gewaesser in Meereshoehe erfolgt sein; bei den Bernsteinstraßen entlang Rhein-Rhone oder Oder-Donau gab es auch Unterbrechungen durch Landstrecken, und bei der Verbindung Nordsee-Ostsee ueber Eider-Schlei wurden die Wikingerschiffe stets ein Stueck ueber Land gezogen, wie Sie es auch in Ihrem Brief andeuten:

> Es war kein Problem, die damaligen ca 20m langen Holzschiffe auch ueber Land zu transportieren und so die Hoehlen mit ihrem guenstigen Klima als Lagerraeume fuer Reserveschiffe zu nutzen.

Andere Autoren geben aber auch an, dass der Ausdruck "Insel" bei Platon daher ruehren könnte, dass die Aegypter das gleiche Schriftzeichen für "Insel" und "Fremde Kueste" verwendeten.

Zu Thematik Suedspanien als Zivilisationszentrum habe ich in einer Diskussion über Sprachwissenschaft (Zur Herkunft und Ausbreitung des Indoeuropäischen; http://www.eschenweck.de/klio/indo1.html ) die interessante Mitteilung gelesen, dass ausser Osteuropa das Hauptzentrum der Erstdomestikation von Pferden die iberische Halbinsel gewesen sein soll. Zunaechst wird darueber gesprochen, dass die indoeuropäischen Sprachen sich aufgeteilt haben muessen schon zu Beginn des allgemeinen Metallzeitalters, denn es gibt nur fuer Kupfer ein gemeinsames Wort in den indoeuropäischen Sprachen, aber fuer kein anderes Gebrauchsmetall. Vor der Bronzezeit gab es ja die sogenannte Kupferzeit (je nach Landstrich um 3500 - 2000 v.Chr.).

In Suedspanien wurden nachgewiesenermaßen zur Phoenizierzeit und wahrscheinlich auch schon lange vorher die riesigen Kupferlager ausgebeutet, die es im Rio Tinto-Gebiet heute noch gibt. Die sogenannten Glockenbecherleute, die in der Kupferzeit ploetzlich ueberall in Europa bis nach Polen auftauchten, in Italien merkwuerdigerweise nur an der tyrrhenischen, nicht an der adriatischen Kueste zu finden sind, gaben ihren Toten neben dem charakteristisch geformten und verzierten "Glockenbecher" fast immer einen kleinen Kupferdolch mit. Ihre urspruengliche Heimat wird von der Wissenschaft seit langem in Suediberien vermutet.

Im Alten Orient sollen alle Fachausdrücke, die mit Pferd und Streitwagen zusammenhaengen, ihren Ursprung im Indoeuropaeischen haben. Der Begriff Pferd geht auf die Wurzel "ekuos" zurück, lateinisch "equus", germanisch "ehwaz". Im Mykenischen hieß es noch "ikkos", im altgriechischen aber "hippos", im altindischen "aswah". Der zweite indoeuropäische Begriff für Pferd lautet "markos", der sich nur in keltischen und germanischen Sprachen erhalten hat: altirisch "marc", walisisch "march", neuhochdeutsch "Maehre". Man vermutet, dass dies die urspruengliche Bezeichnung für das Wildpferd war, waehrend "ekuos" die domestizierte Form kennzeichnete.

In Europa tritt das Pferd etwa zu Beginn der Kupferzeit auf, in domestizierter Form. In der Altsteinzeit war es noch jagdbares Wild. Prof.H.P. Uerpmann vom Lehrstuhl für Archaeozoologie in Tuebingen fand heraus, dass das Hauspferd etwa ab 4000 v.Chr. auf der iberischen Halbinsel aus den dortigen Wildpferden gezuechtet worden sein muss ( www.theiss.de/AiD/98-4/thema1.htm ), neben einem anderen Zentrum im zentralasiatischen oder anatolischen Raum. Die iberischen Hauspferde sind recht klein, waehrend die im Osten domestizierten Pferde relativ gross sind. Es kann sich also nicht um Einfuhr in die eine oder andere Richtung handeln. Für die Domestikation mußte ein sinnvoller Grund vorliegen. Uerpmann sieht diesen in dem erhoehten Transportbedarf zu Beginn der Metallzeit (Erz, Holzkohle usw.).

Das europaeische Urpferd in Iberien gibt es in Ueberresten noch heute: der direkte Nachfahre des suediberischen Urpferdes soll das Sorraia-Pferd sein, das stark an den Tarpan erinnert, und das erst 1920 von d`Andrade in den Niederungen des Sorraia-Flusses wiederentdeckt wurde ( http://www.dressageworld.de/dressurgeschichte/2/gkapitzke2.htm ). In vorgeschichtlichen Hoehlenzeichnungen Suedspaniens und Portugals wurde derselbe Pferdetyp dargestellt, der sich eindeutig von den praehistorischen Ritzzeichnungen von Pferden in Nordspanien oder Frankreich unterscheidet. In alten portugiesischen Dokumenten werden immer wieder Wildpferde erwaehnt, die "Zebro" genannt wurden, was darauf hinweist, dass es sich um Falben mit deutlicher Zebrierung handelte. Nach diesen Wildpferden gaben die Portugiesen spaeter den Wildpferden Afrikas den Namen "Zebra".

Die aeltesten Gegenstaende aus dem mit Arsen gehaerteten Kupfer scheint es aber nicht in Iberien, sondern im Kaukasus oder in Anatolien gegeben zu haben. Wuerde das nicht der in "Tolos" beschriebenen Abfolge: ( Atlantis I in der Karibik- Reste der Bevoelkerung gruenden Atlantis II in Suedspanien - von dort Kolonisation bzw. Auswanderung bis ins Schwarzmeergebiet und Vorderasien ) widersprechen, wenn die Kulturen in Asien aelter sind als in Iberien?

Mit freundlichen Gruessen

Ulf Richter

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15.11.2001

Lieber Herr Richter!

Vielen Dank fuer ihren Brief vom 24.10.01

Die Antwort auf die FrageAtlantis=Andaluz=Suedspanien ist eine allgemein interessierende und erfordert eine umfangreiche Antwort. Sie wird unter TOLOS.de/andaluz1 in drei Kapiteln gegeben, die sich mit der Literaturseite, der archaeologischen Seite und dem Metallthema befassen. Die beiden ersteren sind fertig und koennen im Internet eingesehen werden. Das dritte befindet sich in Arbeit.

Zu der Senke oestlich von Jerez teile ich ihre Meinung, dass hier wahrscheinlich einer der Ringkanaele verlief, der den Anschluss zu dem an den suedlichen Randbergen verlaufenden, heute noch vorhandenem Gualdalquivirkanal herstellte. (Auch Platon erwaehnt diesen Kanal). Die im Internet vorhandene Seite TOLOS.de/atlantis1 "Die Lage von Atlantis" enthaelt neu eine Karte, auf der der mutmassliche Kanalverlauf dargestellt ist.

Zum Canal du Midi wurde bereits gesagt, dass grosse Teile des Landes, durch welches er verlaeuft, weit tiefer als der Kanal liegen. Man muss hier auch nicht nur die Hebung des Landes seit 3000 Jahren, sondern auch die von den Bergen noerdlich und suedlich herabgeschwemmten und -gewehten Erdmassen wie auch die natuerliche Verlandung flacher Gewaesser als Ursache fuer die Trockenlegung sehen.

Es ist sehr gut moeglich, dass nach dem Verschliessen der Verbindung der Meere , die meines Erachtens im Zusammenhang mit der Katastrophe von 1250 v. Chr. zu sehen ist, die Restwasserflaechen und die Fluesse als Transportweg genutzt werden konnten. Ob dies allerdings bei der mehrere Jahrhunderte andauernden duennen Besiedlung ohne grosse Transportinteressen geschah, ist fraglich. Danach war sicher alles zugewachsen.

Ihr Hinweis auf die Diskussion ueber die Herkunft der Pferde war sehr interessant. Da hier gesagt wurde, dass die iberischen Pferde sehr viel kleiner waren als die osteuropaeischen Steppenpferde, ist auch erklaert, warum die Atlanter Streitwagen mit relativ kleinen Raedern (ca 60cm Durchmesser mit Laufkranz nach Radfund von Stade) fuer nur einen Kaempfer benutzten. Die kleinen Pferde konnten von erwachsenen Kaempfern nicht geritten werden.

Die Reiterei kam erst spaeter auf, als die Atlanter nach Osten zogen und dort die groesseren Pferde vorfanden. Das Argument der Domestikation der Pferde in Iberien als Folge des Transportbedarfs fuer Metalle halte ich nicht fuer zutreffend, da die Transporte vor allem auf dem Wasserwege stattfanden und wo dies nicht moeglich war, auf von Rindern gezogenen Karren erfolgten. Die langsame Gangart und die grosse Zugkraft der Rinder entsprach mehr den damaligen Transportbedingungen ohne befestigte Strassen. Pferde waren ein Teil des Militaerbereichs und die Reiterei entwickelte sich erst zur Zeit der Skythen zur gefuerchteten Waffe, ohne die bald kein Heer mehr bestehen konnte.

Dass Arsenkupfer zuerst im Osten vorkommt, steht auch bei TOLOS. Arsen war hier ein natuerlicher Bestandteil der in Armenien und im Iran gefundenen Kupfererze. Es gibt dort auch Vorkommen von Zinn, sie wurden aber anfaenglich nicht zur Erzeugung von Zinnbronze benutzt. Dies geschah erst spaeter, sodass der Ort der Erfindung der Zinnbronze zur Zeit noch unklar ist. Das Alter der Kulturen spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle, denn es ist, wie bewiesen, auch moeglich eine hohe Kultur ohne Metalltechnik zu entwickeln.

Moeglicherweise kam die Nutzung des Zinns zur Bronzeherstellung erst durch die "Kassiten" in den Iran und nach Babylon. Ihre Suche nach Zinn verschaffte ihnen diesen Namen der "Zinnleute", der dann zum Volksnamen wurde, so wie sie in Europa "Glockenbecherleute" genannt werden. Ihre Kultur in Babylon traegt starke atlantische Zuege. (siehe auch TOLOS/babylon )

Mit freundlichen Gruessen J: Hepke

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15.11.2001

Lieber Herr Hepke!

Für Ihre ausfuehrliche Antwort herzlichen Dank!

> Die Antwort auf die Frage Atlantis= Andaluz ist eine allgemein interessierende und erfordert eine umfangreiche Antwort. Sie wird unter TOLOS.de/andaluz1 in drei Kapiteln gegeben, die sich mit der Literaturseite, der archaeologischen Seite und dem Metallthema befassen. Die beiden ersteren sind fertig und koennen im Internet eingesehen werden. >

Ich habe mir das gleich angesehen und könnte mit vielem davon übereinstimmen. Iberien als Mittelpunkt der Megalithkultur war mir ebenfalls aufgefallen, ebenso die von Suediberien ausgehende Glockenbecherkultur. Und dass das Reisen und der Warentransport zu Schiff natuerlich viel naheliegender war als ueber Land. Ich wundere mich immer darueber, dass ernsthafte Wissenschaftler stets eine "Landbruecke" annehmen, um eine Wanderung urgeschichtlicher Voelker von einem Kontinent zum anderen zu erklaeren.

Von den Elefanten in Iberien noch zu geschichtlicher Zeit habe ich noch nie gehoert; wo kann man darueber etwas finden? Koennte das "Goldkupfererz", welches an vielen Stellen aus der Erde gefoerdert und unter den damals lebenden Menschen naechst dem Gold am meisten geschaetzt wurde, eventuell Arsenkupfer sein, das ja natuerlicherweise beim Schmelzen der iberischen Kupfererze entsteht und gegenueber Reinkupfer doch genuegend Haerte besitzt, um Waffen daraus herzustellen? Die Glockenbecherleute gaben doch ihren Toten meist einen kleinen Kupferdolch mit, wahrscheinlich war das ihr wertvollster Gegenstand.

> Zu der Senke oestlich von Jerez teile ich ihre Meinung, dass hier wahrscheinlich einer der Ringkanaele verlief, der den Anschluss zu dem an den suedlichen Randbergen verlaufenden, heute noch vorhandenem Gualdalquivirkanal herstellte. (Auch Platon erwaehnt diesen Kanal). Die im Internet vorhandene Seite TOLOS.de/atlantis1 "Die Lage von Atlantis" enthaelt neu eine Karte, auf der der mutmassliche Kanalverlauf dargestellt ist. >

Der auf der Karte eingezeichnete Ringkanal haette einen Ringdurchmesser von 16 - 18 km. Dann muesste aber der Koenigssitz im Zentrum gelegen haben, also vielleicht am Burghuegel von Jerez, und nicht bei Castillo de Dona Blanca. Sie haben recht mit der Feststellung, dass der Sinn der Spanier für die Vorgeschichte erst jetzt langsam zu erwachen scheint und vieles erst kuerzlich zerstoert wurde.

Bei den Zeitangaben bin ich noch skeptisch. Ich fuege unten den Beitrag bei, den ich im Forum www.archaeologie.de kuerzlich schrieb:

> Die Meinung, dass eine ernsthafte Beschaeftigung mit dem Atlantisproblem vor allem bedeutet, die Platontexte in allen Einzelheiten zu pruefen, moechte ich unterstreichen. Platon betont ja ausdruecklich, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt. Sie passt in seine Eroerterungen über den idealen Staat nicht wegen der Staatsform in Atlantis, sondern wegen der beschriebenen Gesellschaft von Ur-Athen. >

Zur Datierungsfrage moechte ich zwei Anmerkungen machen:

Die vielzitierten 9000 Jahre vor Solon kommen an 3 Stellen im Platontext vor:

x) In Tim.23E als Zeitpunkt der mythischen Gruendung Athens durch die Goettin Athene, die 1000 Jahre spaeter die aegyptische Stadt Sais aus der Taufe hebt, in deren Tempel die Atlantisgeschichte aufgezeichnet und von Solon nach Griechenland mitgebracht worden ist.

x) In Krit 108E setzt Kritias am zweiten Tag der Gespraechsrunde über Atlantis an den Anfang den Satz "Vor allem wollen wir uns zunaechst ins Gedaechtnis zurueckrufen, dass es im ganzen 9000 Jahre her sind, seit, wie angegeben worden, der Krieg zwischen denen, welche jenseits der Saeulen des Herakles und denen, welche innerhalb derselben wohnten, entstand..." Dies kann nur ein Fluechtigkeitsfehler oder ein logischer Irrtum von Kritas bzw. Platon beim Niederschreiben gewesen sein. Am Vortag war von den 9000 Jahren fuer den Krieg ueberhaupt nicht die Rede gewesen, sondern von der Gruendung Athens und Sais in mythischer Vorzeit. Eine soeben gegründete Stadt aber kann nicht im gleichen Zeitpunkt ein riesiges Atlanterheer besiegen, und es ist unwahrscheinlich, dass die Priester des erst mehr als 1000 Jahre spaeter gegruendeten Neith-Tempels in Sais das dann noch so aufgeschrieben haetten: dieser Sieg " gab den andren von uns, die wir innerhalb der herakleischen Grenzen wohnen, die Freiheit zurück" (Tim.25C). Wahrscheinlicher ist: Platon hatte vom Vortag noch die Zahl 9000 in Erinnerung und vermischte die Sachbezuege. Diese zweite Erwaehnung der 9000 Jahre mit Bezug auf den Untergang von Atlantis kann daher nicht richtig sein. Platon, für den das ja alles in unvorstellbarer Vorzeit lag, hat den logischen Widerspruch vielleicht selbst gar nicht erkannt.

x) In Krit.111A sind 9000 Jahre als die Zeitperiode genannt, innerhalb derer viele bedeutenden Ueberschwemmungen stattgefunden haben, welche die urspruenglich von fetter und fruchtbarer Erde bedeckte Umgebung von Athen in das zu Solons Zeiten bekannte magere Gerippe des Landes verwandelten.

Ich meine, dass man deshalb mit Recht den beschriebenen Krieg und den Untergang von Atlantis nicht in die Zeit 9000 Jahre vor Solon, sondern in eine Zeitperiode der Bronzezeit verlegen kann, in welche die beschriebenen zahlreichen Statuen und Mauerueberzuege aus Metall passen koennten.

Andererseits erscheint mir der "Seevoelkerkrieg"in der Spaetbronzezeit, ca 1200 v.Ztr. wieder zu nahe an der Zeit Solons zu liegen, um für den Atlanterkrieg in Betracht zu kommen. Es ist kaum vorstellbar, dass weder Solon noch irgend ein anderer Grieche dann "auch nur das Geringste mehr von diesen Dingen gewusst" haette (Tim. 22A), wenn sie erst ca. 630 Jahre zuruecklagen. Immerhin erzaehlte Solon dem aegyptischen Priester noch von den Mythen über den ersten Menschen Phoroneus und von der deukalischen Flut, die ja noch vor der Dorereinwanderung stattgefunden haben muesste. Und die Dorer zaehlt mancher Autor ja mit zu den Seevoelkern.

In Krit.112A schildert Platon, dass das fruchtbare Gebiet Ur-Athens durch Erdbeben und eine gewaltige Wasserflut, "die dritte vor der Zerstoerung zu Deukalions Zeit" , verwuestet wurde. Dieses Ur-Athen war ja aber, wie aus dem ganzen Text hervorgeht, der Wohnort jener Helden, die das maechtige Atlantis besiegten. Das muss dann auch die Stelle betreffen: "Spaeterhin aber entstanden gewaltige Erdbeben und Ueberschwemmungen, und da versank waehrend eines schlimmen Tages und einer schlimmen Nacht das ganze streitbare Geschlecht bei euch (den Athenern) scharenweise unter die Erde, und ebenso verschwand die Insel Atlantis, indem sie im Meer unterging" (alle Uebersetzungen Susemihl). Das heisst, dieses katastrophale Ereignis geschah drei Naturkatastrophen frueher als die deukalische Flut, die dem Solon gerade noch mythenhaft in Erinnerung war.

Auch sonst gibt es manche Diskrepanzen zwischen Atlantern und "Seevoelkern", von deren Existenz wir hauptsaechlich durch die Reliefs und Inschriften am Medinet-Habu-Tempel informiert sind:

1. Die Atlanter hatten Ruderschiffe, die Seevoelker reine Segelschiffe. 2. Das Heer der Atlanter bestand zur Haelfte aus Schleuderern, Steinwerfern, Speerwerfern, Bogenschuetzen, also Fernwaffen, die beim Kampf vom Schiff aus besonders effektiv sind. Auf den Medinet-Habu-Reliefs sind nur die Aegypter mit Pfeil und Bogen ausgeruestet und deshalb den Seevoelkerkriegern gegenueber im Vorteil. 3. Die Insel Atlantis ging, wie oben zitiert, erst nach dem großen Atlanterfeldzug ins östliche Mittelmeer unter. Die Seevölker hatten ihre Heimat schon vorher verloren und zogen deshalb auf der Suche nach neuem Land ins fruchtbare Ägypten: siehe Tafeln 37,46,80,102,109 von Medinet Habu : "Unsere Inseln sind ausgerissen und fortgeschwemmt...Die Macht des Nun (Weltmeeres) brach aus und verschlang in einer großen Woge unsere Städte und Dörfer" und "Das Haupt ihrer Städte ist im Meer untergegangen, ihr Land ist nicht mehr" (Zitate nach Spanuth: Die Atlanter)

Vielleicht gibt es archaeologische Hinweise auf eine grosse Ueberflutungskatastrophe aus frueherer Zeit? Die Bronzezeit umfasst ja einen grossen Zeitabschnitt.

In den Correspondenzen der Cambridge-Konferenzen über die Katastrophen waehrend der Bronzezeit ( http://abob.libs.uga.edu/bobk/cccmenu.html ), Mitteilung vom 5.11.2001, wird ueber Zerstoerungen bronzezeitlicher Kulturen berichtet, die vermutlich durch Meteoriteneinschlaege ausgeloest wurden. Hier ein kleiner Ausschnitt:

Dr Peiser says there is an abundance of evidence of violent change in many Bronze Age cultures at the same time. More than one event seems to have occurred, but at around 2,200 BC civilisations in Mesopotamia, the Indus Valley in India, and Egypt all appear to have collapsed. Much later, at the end of the Bronze Age, around 1,200 BC, the Chang dynasty in China and the Mycenaean civilisation in Greece disappeared at the same time. The original evidence was gathered by the French archaeologist Claude Schaeffer and published almost half a century ago. He found that Bronze Age sites over a huge area of the near and Middle East showed evidence of four destructive episodes, the three most prominent at 2,300 BC, 1,650 BC, and 1,200 BC. He concluded that the destruction of cities at more than 40 sites at the same times could have been caused only by massive earthquakes. But earthquakes, even the biggest, have only local effects, so Schaeffer's explanation is no longer accepted. The alternative, which the Cambridge conference will consider, is that during the Bronze Age the Earth was hit not once but several times by debris from space, most likely from a comet broken into pieces.

Vor zwei Wochen erst wurde der Rest eines 3,5 km großen Einschlagskraters in Mesopotamien entdeckt, der etwa aus der Zeit 2300 v.Chr.stammen koennte (siehe obigen link, Beitrag vom 5.11.2001), und die Suche geht noch weiter.

Mit freundlichen Gruessen Ulf Richter

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15.2. 2002..

Lieber Herr Richter! Vielen Dank fuer Ihr Schreiben vom 15.11.01. Ich will versuchen, auf Ihre Fragen eine ausreichende Antwort zu geben.

Zunaechst zu den" Elefanten" in Iberien.

Das Museo Municipal von Puerto de Santa Maria stellt Reste von Elefanten der Art Elephans meridionalis aus und zwar Teile vom Kiefer und Stosszaehne , die im Ortsbereich gefunden wurden. Es muss diese Art also in Iberien einst gegeben haben. Hannibal stellte das Heer, mit dem er im zweiten punischen Krieg gegen Rom zog, in Iberien zusammen und zwar weitgehend aus Truppen iberischer Herkunft. Da nicht bekannt ist, dass er die 35 Elefanten seines Heeres aus Afrika mitbrachte, was eine bemerkenswerte Transportleistung der karthagischen Schiffen gewesen und wahrscheinlich erwaehnt worden waere, ist anzunehmen, dass die Iberer sie mitbrachten. Das begruendet die Annahme , dass es zur Zeit Hannibals noch Elefanten in Iberien gab. Es moegen die letzten gewesen sein und mit Sicherheit waren sie gezaehmt und als Kriegselefanten ausgebildet (was mit afrikanischen Elefanten bisher noch niemals gelungen ist).

Das "Goldkupfererz" koennte nach den Vorkommen in der Sierra Morena tatsaechlich ein Erz gewesen sein, das in metallischem Zustand gefunden wurde und eine Legierung aus Gold mit einem hohen Kupferanteil und moeglicherweise Silber war. Etliche Vorkommen in der Sierra Morena erweisen sich noch heute als polymetallisch . ( siehe www.TOLOS.de/metal ) Vielleicht war dieses Metallvorkommen sogar der Schluessel zur Gewinnung des Kupfers, als man lernte, das Gold vom Kupfer durch Erhitzen zu trennen. Dass es" wie Feuer in der Sonne leuchtete", wie Platon berichtet , waere bei dem hohen Kupferanteil des "Rotgoldes" wie es heute genannt wird, nicht verwunderlich.

Der "Ringkanal" von 16 - 18 Km Durchmesser koennte der aeusserste Ring gewesen sein. Wahrscheinlich gehoerte er aber nicht zu den drei Ringkanaelen, die Platon nennt. Ich koennte mir auch vorstellen, dass ein Teil von ihnen, als die Stadt wuchs, zugeschuettet und ueberbaut wurde und nur der Hafenring und der Kanal zum Meer, der ebenfalls als Hafen diente, erhalten blieb. Das Zuschuetten von Kanaelen, die beim Wachsen der Stadt ein erhebliches Verhehrshindernis darstellen, ist eine noch heute oft geuebte Praxis.

Die "Datierung" des Untergangs von Atlantis ist eine oft diskutierte Frage, die aber als geloest betrachtet werden kann. (siehe auch Zeitschrift" P.M." vom Januar 2001,"Liegt Atlantis in Europa?" ) Die Aegypter rechneten in ihrer Zeitrechnung kaum nach Sonnenjahren. Da sie nicht wie wir ausgepraegte Jahreszeiten kennen, spielt der Stand der Sonne keine grosse Rolle. Wichtiger waren die Ueberflutungszeiten des Nils, die aber auch nicht sehr zuverlaessig waren. Deshalb rechneten die Aegypter ihre geschichtliche Zeit nach der Herrschaft ihrer Koenige. Ihr Zeitkalender bestand in der Aneinanderreihung der Koenigszeiten. Sie kannten zwar auch das Sonnenjahr. Es hatte aber bei den Aegyptern nur 365 Tage und geriet deshalb zunehmend in Differenz zum astronomischen Jahr. Erst nach Ablauf von 1460 Jahren, dem sogenannten "Sothis"- Zyklus, stimmten astronomisches Jahr und aegyptische Jahr wieder ueberein ,um sich dann wieder voneinander zu entfernen.

Um es kurz zu machen, es war in den alten Reichen in suedlicher Lage ueblich, die Zeit nach dem Mond zu rechnen, der zuverlaessig in 28 Tagen seine Runde um die Erde machte und dessen Vollmondphase unuebersehbar war. Dies war erwiesenermassen in Mesopotamien so, sodass die dortigen "Jahresangaben" durch 13 zu teilen sind, um auf die heute ueblichen Sonnenjahre umzurechnen. Macht man dies auch mit den 9000 Jahren, welche die Aegypter Solon nannten, der sie selbstverstaendlich als Sonnenjahre verstand, so erhaelt man 9000:13=692,3. Addiert man diese Zahl zur Zeit Solons (640 - 560 v.Chr.) so kommt man, da Solon sicher als reifer Mann nach Aegypten reiste, auf etwa 600+ 692= 1292 v. Chr. als Datum fuer den Untergang der athenischen Streitmacht und der Insel Atlantis.

Dies stimmt in etwa mit dem aus dem heutigen Geschichtswissen bekannten Wert von etwa 1250 v. Chr. ueberein. Dies umso mehr, da man annehmen kann ,dass die Zahl 9000 nicht genau errechnet wurde, sondern nur als Ungefaehrwert beilaeufig in das Gespraech mit dem "unwissenden Griechen" eingebracht wurde. Auch das Gruendungsdatum von Sais waere nach dieser Rechnungsart 1000:13=77 mit ca 1170 v. Chr. realistisch. Es wuerde in die Zeit von Ramses III und seinen Auseinandersetzungen mit den "Seevoelkern" fallen, die damit endeten, dass ein grosser Teil der "Seevoelker" offiziell als "Gefangene" ,aber praktisch mit Rechten auf Versorgung durch den Pharao als Schutztruppen im Nildelta angesiedelt wurden. Dies fuehrte zur Gruendung neuer Staedte , unter denen auch Sais gewesen sein koennte.

Der"Atlanterkrieg" den der aegyptische Priester erwaehnt, liegt tatsaechlich weiter zurueck als 1250 v. Chr. (siehe www.TOLOS.de/eurcar 33.gif in www.TOLOS.de/katastrophe ). ( Hier wird der Atlanterfeldzug von ca. 2000 v. Chr mit den geschichtlichen Daten und den Aussagen der Atlantisgeschichte in Uebereinstimmung dargestellt.) Es duerfte sich dabei um den Einfall der "Hyksos", der "Herren der Fremdlaender"nach Aegypten gehandelt haben. Sie kamen 1780 v. Chr. mit ihren Streitwagenheeren aus Kanaan, das sie vorher mit Staedten und Befestigungen, die archaeologisch wegen ihrer besonderen, die Streitwagentaktik beruecksichtigenden Bauart gut zu erkennen sind, versehen hatten. Sie herrschten bis 1650 in Aegypten und wurden dann vertrieben.

Um 1650 datiert man auch den Ausbruch des Vulkans Thera, der eine 30 m hohe Flutwelle im Mittelmeer ausloeste und die minoische Kultur Kretas vernichtete. Dadurch wurde den atlantischen Hyksos ihre Nachschubbasis entzogen und sie mussten Aegypten aufgeben. Auch Griechenland und damit Athen wurde durch diese Flutwelle von 1650 v. Chr. schwer getroffen. Solon wusste nichts von dieser Flutwelle, denn das Wissen davon war mit den Achaeern untergegangen. ( wie auch die Schrift und damit irgendwelche lesbaren Aufzeichnungen)

Damit waeren die beiden Flutwellen von 1650 (Vulkan Thera) und von 1250 (Meteorit oder Asteroid im Atlantik) erklaert. Bleibt die von Dr. Peiser erwaehnte Zahl von 2300 v. Chr.

In dieser Zeit traf ein grosser Asteroid die oestliche Sahara bei Aorounga im Tschad. (siehe Tabelle der Meteoriteneinschlaege in www.TOLOS.de/meteotab,htm

Die Wirkung auf Aegypten ist in www.TOLOS.de/aegypten beschrieben. Das alte Reich ging unter und viele Tempel und Anlagen wurden zerstoert. Der Asteroid von Aorounga schlug einen Krater von 12,5 Km Durchmesser. Die Wirkungen des Einschlags duerften die ganze damalige Welt eischliesslich Atlantis, Mesopotamien und Indien getroffen haben. Er hatte sicher auch klimatische Veraenderungen zur Folge. Die warme Zeit im Norden Europas hoerte auf und loeste die erste Wanderungswelle der Atlanter um 2000 v. Chr. in den oestlichen Mittelmeerraum aus.

In der Folgezeit gab es keine Errichtung von Grosssteinanlagen im Norden Europas mehr.

Auch die "Ruderschiffe" der Atlanter hatten Mast und Segel, die im Boot verstaut und bei guenstigem Wind aufgestellt wurden, um Ruderarbeit zu sparen (siehe www.TOLOS.de/andaluz, Absatz: Homer: Odyssee ) Es gibt also keinen Unterschied zur Schiffsart der Seevoelker. Die uebliche Taktik in den Seeschlachten war damals das seitliche "Rammen" der feindlichen Schiffe mit dem am Bug befindlichen Rammsporn. Dazu war hohe Beweglichkeit erforderlich, die nur durch Rudern mit schnellen leichten Schiffen und einer guten Rudermannschaft zu erreichen war. (Die Roemer begegneten dieser Taktik durch den Bau grosser schwerer Schiffe mit mehreren Ruderreihen uebereinander , die nicht durch Rammen zu versenken waren.)

Mit freundlichen Gruessen J.Hepke

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